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Umzug und Wohnortwechsel bei Lungenerkrankungen

Bochum? Borkum? Oder doch lieber Berchtesgaden? Nicht selten überlegen Menschen mit Lungenerkrankungen ihren Altersruhesitz in eine Region zu verlegen, die einen positiven Einfluss auf ihre Gesundheit und ihre Lungenfunktion hat. Die Deutsche Atemwegsliga informiert, was Betroffene dabei beachten sollten.

Häufig haben Betroffene einen Urlaub in den Bergen oder am Meer hinter sich, den sie für ihre Gesundheit als wohltuend empfunden haben. Doch ein Wohnortwechsel sollte nicht nur der Gesundheit zuliebe erfolgen. Folgende Punkte sollte man laut dem Informationsmaterial der Deutschen Atemwegsliga bedenken:

Häufig fährt man jedes Jahr ungefähr zur selben Zeit in den Urlaub. Das Klima der Ferienregion ist den Betroffenen daher nur zu einer bestimmten Jahreszeit bekannt. Sinnvoll ist es daher, sich vor dem Umzug auch über das Klima in den restlichen Jahreszeiten zu informieren. Ein Umzug bedeutet auch, dass viele soziale Kontakte, Freundschaften oder sonstige zwischenmenschliche Geflechte aufgegeben werden müssen. Es besteht also die Gefahr – insbesondere wenn der Partner verstirbt – der Vereinsamung, die wiederum die Gesundheit und sogar die Sterblichkeit negativ beeinflussen kann.

Wohnen in den Bergen

Die Luft von hoch gelegenen Kurorten weist einen geringeren Allergengehalt als die auf der Meereshöhe auf und ist zudem schadstoffarm. Auch Hausstaubmilben und Schimmelpilze sind im Hochgebirge seltener, da diese sich aufgrund der geringeren Luftfeuchtigkeit schlechter vermehren. Zudem wachsen in hohen Lagen weniger verschiedene Pflanzen, wodurch die Pollenbelastung geringer ist. Diese Bedingungen sind vor allem für Asthmabetroffene geeignet, für Menschen, die in Ruhe unter Luftnot leiden, sind diese Orte jedoch nicht zu empfehlen.

Beispielsweise beträgt der Luftdruck in einer Höhe von 1600 Metern nur noch 620 mmHg. Das sind etwa 20 % weniger als normal (Meereshöhe: 760 mmHg). Folglich ist auch der Sauerstoffdruck niedriger als bei Orten, die auf Meereshöhe gelegen sind. Menschen mit Sauerstoffmangel sollten daher Orte bevorzugen, die nicht höher als 600 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Menschen mit einer Sauerstoffsättigung von 90 % bis 92 % sind in Höhen ab 1000 Metern sogar sauerstoffpflichtig. Ebenfalls ungünstig sind die Steigungen, durch die selbst kurze Spaziergänge zur Herausforderung werden können.

Wohnen an der Nordsee

Das Klima dort hängt von der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit, den Niederschlägen, der Sonne, dem Luftdruck sowie dem Wind ab. Für Menschen mit einer Bronchitis ist hohe Konzentration von Kochsalz in der Luft, wie sie in der Nähe der Brandung vorzufinden ist, besonders günstig. Das Inhalieren des Meerwassers löst nämlich den zähen Schleim in den Bronchien. Hinzu kommt, dass die Orte an der Nordsee auf Meereshöhe liegen: Der Luftdruck ist dort also relativ hoch. Dies garantiert Menschen mit Sauerstoffmangel eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff. Auch die Luft ist schadstoff- und pollenarm, weswegen die Nordsee auch für Allergiker geeignet ist. Allerdings nimmt der positive Einfluss bereits wenige Kilometer hinter der Küste deutlich ab. Zudem ist das Reizklima nicht für jeden geeignet.

Wohnen in wärmeren Gegenden

Vor allem im Herbst und Winter, wenn es kalt und feucht ist, leiden COPD-Betroffene an Exazerbationen. Diese sind Folge von Infektionen, Nebel oder Luftverunreinigungen. Gegenden, in denen es am Tag zwischen 20 und 24 °C warm und deren Luft in den Wintermonaten sauber ist (z. B. Madeira, karibische Inseln), haben einen positiven Einfluss: Menschen mit COPD müssen weniger husten, leiden weniger unter Atemnot sowie Exazerbationen und sind leistungsfähiger. Nachteil dieser Regionen ist jedoch, dass die medizinische Versorgung oftmals nicht gewährleistet ist. Zudem kann die fremde Sprache bei Arztkonsultationen Verständigungsprobleme bereiten. Des Weiteren sind nicht in allen Ländern alle Medikamente verfügbar und Behandlungskosten müssen ggf. selbst gezahlt werden. Nicht zu empfehlen sind Gegenden mit tropischen Temperaturen und einer hohen Luftfeuchtigkeit.

Quelle: COPD und Asthma 2/2018

21.01.19

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