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Urlaub und Reisen – worauf müssen Lungenerkrankte achten?

Eine Lungenkrankheit schließt eine Urlaubsreise – auch eine Flugreise – nicht zwangsläufig aus. Entscheidend dafür, welche Reisen möglich sind, sind das individuelle Leistungsvermögen und die Schwere der Erkrankung.

Der Urlaubsort

Natürlich gibt es einige Orte, die Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen besser meiden sollten. Weit entfernte Gebiete ohne ärztliche Versorgung beispielsweise oder Großstädte mit hoher Luftverschmutzung sind als Urlaubsorte eher ungeeignet. Ebenfalls nicht zu empfehlen ist ein Urlaub in den Bergen. Denn mit zunehmender Höhe sinkt der Sauerstoffpartialdruck – die Luft wird dünner! Die Höhenluft kann daher zu einem beschleunigten Auftreten der Atemnot führen. Patienten mit einer Sauerstoffsättigung von 90 % – 92 % können ab einer Höhe von 1000 Metern sauerstoffpflichtig werden.

Menschen mit einer Langzeit-Sauerstofftherapie oder solche, die schon in Ruhe mit Atemnot zu kämpfen haben, sollten daher lieber an die See fahren. Für COPD-Patienten ist ein Reizklima oder ein Kurort mit einer Saline besonders geeignet. Dies fördert die Selbstreinigung der Atemwege. Starke Temperaturunterschiede oder ein feuchtheißes Klima werden von COPD-Betroffenen dagegen häufig schlecht vertragen.

Es empfiehlt sich, vor einer geplanten Reise mit dem behandelnden Arzt zu sprechen. Denn dieser kennt die Krankheitsgeschichte und kann daher COPD-Patienten am besten beraten, welche Urlaubsregion und welche Aktivitäten für ihn geeignet sind.

In diesen Fällen ist eine lange Reise, eine Höhenreise oder eine Flugreise nicht sinnvoll

Menschen mit stabilen Atemwegs- und Lungenkrankheiten können i. d. R. gefahrlos verreisen. Längere Reisen sollten dagegen bei einer instabilen Erkrankung wohl überlegt, wenn nicht sogar vermieden werden. Urlaubsreisen mit instabilem Asthma und der Gefahr von Exazerbationen (deutliche Verschlimmerung der Symptome) beispielsweise sind gefährlich. Gründe für das erhöhte Risiko einer Exazerbation können eine schlechte Mitarbeit seitens des Patienten mit fehlender Medikamenteneinnahme oder eine schlechte Therapieeinstellung sein.

Auf Flugreisen sollten laut Britisch Thoracic Society Atemwegserkrankte verzichten wenn bei früheren Reisen/Flugreisen Komplikationen wie z. B. ein Atemnotanfall, eine Exazerbation oder eine Angina Pectoris aufgetreten ist. Bei akuten Erkrankungen (z. B. Fieber, Lungenentzündung etc.), einem ausgeprägten Lungenemphysem (Gefahr eines Pneumothorax) und schweren Begleiterkrankungen wie z. B. Bronchiektasen, Lungenfibrose sollten Betroffene ebenfalls von einer Flugreise absehen.

Dies gilt auch für Patienten mit einer stark eingeschränkten Lungenfunktion (COPD IV mit FEV1 < 30 %) insbesondere dann, wenn eine respiratorische Insuffizienz (Lungenschwäche) hinzukommt und wenn die Betroffenen an einer chronischen respiratorischen Insuffizienz leiden und eine Sauerstoff-Langzeittherapie mit einer Flussrate von > 4 L/Min erhalten. Menschen, die wegen einer COPD-Exazerbation oder einer anderen schweren respiratorische Erkrankung in ein Krankenhaus eingewiesen worden sind, sollten sechs Wochen nach der Entlassung nicht verreisen.

Tipps für die Vorbereitung

Menschen mit Lungenerkrankungen sollten beim Abschluss einer Versicherung darauf achten, dass auch ihre Erkrankung versichert ist. Sinnvoll für Urlaubsreisen sind eine Reiseversicherung, wenn diese nicht über die eigene Krankenversicherung abgedeckt ist, eine Reiserücktrittsversicherung und eine Reiserückholversicherung. Reiseveranstalter, Fluggesellschaft und Transportgesellschaft müssen vorher über spezielle Bedürfnisse informiert werden (z. B. Abholservice, Stromanschluss für Sauerstoffgerät etc.).

Wichtige Bescheinigungen wie z. B. Patientenverfügung, Angabe, wer im Falle eines Notfalls beim Reiseveranstalter und von der Familie zu informieren ist. Je nach Urlaubsort sollten diese Bescheinigungen auch in englischer Sprache oder in der Landessprache mitgeführt werden. Des Weiteren gehören in das Reisegepäck Arztbriefe oder Bescheinigungen mit den wichtigsten Erkrankungen, der aktuellen medikamentösen Therapie sowie wichtigen diagnostischen Maßnahmen wie z. B. Operationen. Je nach Urlaubsort sollten diese Bescheinigungen auch in englischer Sprache oder in der Landessprache mitgeführt werden.

Informationen zu chronischen Erkrankungen, schweren Operationen, durchgeführten Impfungen, benötigten Medikamente, Überempfindlichkeiten gegen Arzneimittel, Allergien oder auch zu der Blutgruppe enthält der Europäische Notfall-Ausweis. Erhältlich ist der Europäische Notfall-Ausweis, der in neun Sprachen verfasst ist, in Arztpraxen oder Apotheken.

Lungenerkrankte müssen die benötigten Medikamente in ausreichender Menge in den Urlaub mitnehmen. Denn es kann sein, dass spezielle Arzneimittel in manchen Ländern nicht verfügbar sind. Für den Fall eines Asthmaanfalls oder einer Infektion sollten Menschen mit Lungenerkrankungen ein sog. Notfallset bzw. eine Reiseapotheke dabei haben.

Wer auf spezielle Geräte wie z. B. ein nächtliches Beatmungsgerät angewiesen ist, sollte zudem bei Reisen in das Ausland auch den passenden Stromadapter einpacken. Zudem sollte man sich vorher informieren, welche Stromspannung am Urlaubsort vorhanden ist und ob das Gerät mit dieser betrieben werden kann.

Vor Reiseantritt sollten sich Menschen mit Lungenerkrankungen beim Reiseveranstalter oder über das Internet informieren, wo der nächste Arzt ist und wie dieser zu erreichen ist, ob es einen Pneumologen vor Ort gibt, wo das nächste Krankenhaus ist und ob eine pneumologische Ambulanz vorhanden ist.

Quelle: COPD und Asthma 1/2018

13.09.18