- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Krebs - Gynäkologische Tumoren - Brustkrebs - Folgen der Therapie - Wechseljahresbeschwerden bei Brustkrebs lindern

Wechseljahresbeschwerden bei Brustkrebs lindern

Wechseljahresbeschwerden treten vor allem bei einer Antihormontherapie auf. Auch Chemotherapie, Operation oder Bestrahlung können die Beschwerden auslösen.

Auslöser der Beschwerden ist die verminderte oder gestörte Produktion der weiblichen Hormone, vor allem der Östrogene und Gestagene. Diese beiden Hormone sind vorrangig dafür verantwortlich, dass die Eizellen in den Eibläschen der Eierstöcke heranreifen, sich auf den Weg in die Gebärmutter machen und sich dort, sofern sie befruchtet werden, einnisten können. Hat keine Befruchtung stattgefunden, löst sich ein Großteil der Gebärmutterschleimhaut ab, mit ihr wird die Eizelle ausgeschieden (Monatsblutung).

Eine Antihormontherapie kommt zum Einsatz, wenn das Wachstum des Tumors durch die weibliche Hormone angeregt wird. Um das Wachstum zu stoppen, werden Antihormone verabreicht, die vor allem die Produktion von Östrogen hemmen. Auch Zytostatika, die im Rahmen einer Chemotherapie zum Einsatz kommen, können den Eierstöcken Schaden zufügen, ebenso wie die Strahlen einer Strahlentherapie.

Alle Verfahren versetzen Frauen in die Wechseljahre. Zu den typischen Beschwerden zählen vor allem Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, trockene Schleimhäute (auch in der Scheide). Aber auch Knochenschmerzen und Knochenschwund (Osteoporose) können die Folge sein. Wie stark die Beschwerden sind und wie sehr sich Patientinnen davon beeinträchtigt fühlen, ist ganz unterschiedlich. Besonders schwierig sind die einsetzenden Wechseljahresbeschwerden für junge Frauen.

Behandlungsmethoden bei Wechseljahresbeschwerden

Grundsätzlich stehen unterschiedliche Behandlungsmethoden zur Verfügung, um die Beschwerden zu lindern. Hier ist es ganz wichtig, dass eine Hormonersatztherapie (HET oder HRT), wie sie bei gesunden Frauen angewandt wird, für Frauen mit einem hormonabhängigen Tumor nicht infrage kommt. Bei der HET werden die fehlenden Hormone über Tabletten, Pflaster o. Ä. aufgenommen. So sollen die Beschwerden abgemildert werden. Betroffene, die einen hormonsensiblen Tumor haben, würden so das Wachstum ihres Krebses anregen.

Gleiche Vorsicht ist bei sog. Phytoöstrogenen geboten. Dies sind in pflanzlichen Arzneimitteln enthaltene hormonell wirksame Stoffe. Auch sie sollten bei hormonsensiblen Tumoren nicht eingenommen werden. Generell sollten Frauen auch den Einsatz pflanzlicher Mittel mit ihrem Arzt besprechen, da es zu Wechselwirkungen mit den Krebsmedikamenten kommen kann. Dieser kann zudem ggf. Medikamente gegen Beschwerden wie Hitzewallungen oder Osteoporose (Bisphosphonate) verabreichen. Bei Osteoporose kann auch ein Verzehr von Kalzium und Vitamin D entgegenwirken. Als Ergänzung zur schulmedizinischen Therapie kommen homöopathische Mittel infrage, die entweder einzeln oder auch als Komplexmittel zur Verfügung stehen.

Gegen lokale Beschwerden, wie trockene Schleimhäute können Gele oder Cremes helfen, die möglichst kein Östrogen enthalten. Auch Gleitgele können z. B. Beschwerden beim Geschlechtsverkehr lindern.

Das Wichtigste ist, dass Frauen lernen, mit der Veränderung zurechtzukommen und diese zu akzeptieren. Entspannungstechniken, wie z. B. Yoga, können helfen, den durch die Beschwerden entstandenen Stress fallen zu lassen und den Nebenwirkungen der Therapie gelassener zu begegnen. Auch Sport und regelmäßige Bewegung können das Körpergefühl bessern. Körperliche Betätigung hilft erwiesenermaßen ebenfalls hilfreich.

Quelle: Leben? Leben! 2/2018

18.12.18