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Wirkstoffe in der Therapie von Psoriasis

Im Januar und März 2015 hat die Europäische Kommission zwei neuen Medikamenten gegen Psoriasis die Zulassung erteilt. Damit sind diese Medikamente in der Europäischen Union (EU) zur Behandlung der Schuppenflechte zugelassen. Außerdem zeigten weitere Wirkstoffe in klinischen Studien eine vielversprechende Wirkung.

Bereits zugelassene Wirkstoffe bei Psoriasis

Als erster Wirkstoff zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis sowie der Psoriasis-Arthritis bei Erwachsenen wurde 2015 der Wirkstoff Apremilast EU-weit zugelassen. Voraussetzung für die Verordnung: Die Therapie mit Mitteln wie Ciclosporin und Methotrexat oder eine PUVA-Therapie wurde nicht vertragen bzw. zeigte keine oder eine zu geringe Wirkung. Bei Apremilast handelt es sich um ein Medikament, das in Tablettenform eingenommen wird – i. d. R. wird es zweimal täglich verabreicht. Apremilast wirkt, indem es das Enzym Phospohdiesterase-4 hemmt. Als Folge schüttet der Organismus geringere Mengen an entzündungsfördernden Stoffen aus, was sich sowohl positiv auf den Hautzustand als auch auf die Gelenke bei Psoriasis-Arthritis auswirkt. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen insbesondere Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen sowie Entzündungen der Nasen- und Rachenschleimhäute. Für Kinder und Jugendliche ist das Mittel nicht zugelassen.

Der zweite Wirkstoff, dem die Europäische Kommission die Zulassung erteilt hat, trägt den Namen Secukinumab. Es handelt sich dabei um einen sog. monoklonalen Antikörper, der in die Tätigkeit des Immunsystems eingreift, d. h. immunmodulierend wirkt. Er hemmt die Aktivität eines Botenstoffs mit der Bezeichnung Interleukin-17A. Diese Substanz ist in den entzündeten Hautarealen bei der Psoriasis in größeren Mengen zu finden. Secukinumab greift in das Krankheitsgeschehen ein und wirkt entzündungshemmend. Zugelassen ist der Wirkstoff zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen – und zwar als sog. Erstlinientherapie, d.h., der Wirkstoff kann eingesetzt werden, ohne dass die Patienten dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen. Da Secukinumab in die Arbeit des Immunsystems eingreift, kann sich nach der Verabreichung als Injektion das Risiko für Infektionskrankheiten erhöhen. Impfungen mit Lebendimpfstoffen dürfen aus diesem Grund unter der Therapie mit Secukinumab nicht durchgeführt werden.

Wirkstoffe in der Erprobung

In klinischen Studien erwiesen sich zwei weitere Wirkstoffe als vielversprechende Kandidaten zur Psoriasis-Behandlung: eine Substanz mit der Bezeichnung BI 655066 sowie ein weiterer monoklonaler Antikörper namens Tildrakizumab. Eine von der Fachzeitschrift The Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlichte Studie zeigte, dass sich das Hautbild von Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis nach einer einzigen Gabe von BI 655066 bereits nach zwei Wochen verbesserte und diese Verbesserung über bis zu 66 Wochen nach der Verabreichung anhielt. Dieses Ergebnis wurde von einer weiteren, noch laufenden Studie untermauert, deren erste Ergebnisse auf dem 73. Jahrestreffen der American Academy of Dermatology im März 2015 vorgestellt wurden. Dieser Untersuchung zufolge waren die Psoriasis-Plaques bei 77,1 % der Patienten, die mit BI 655066 behandelt wurden, nach zwölf Wochen fast oder völlig abgeheilt. Im Vergleich dazu war das nur bei 40 % der Patienten der Fall, die mit dem bereits zur Psoriasis-Behandlung zugelassenen monoklonalen Antikörper Ustekinumab behandelt wurden. BI 655066 hemmt die Aktivität des Botenstoffs Interleukin-23, der mit der Entstehung von Schuppenflechte in Verbindung gebracht wird.

Eine im März 2015 von der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie der Medizinischen Universität Wien überprüfte die Wirkung des monoklonalen Antikörpers Tildrakizumab, der ebenfalls die Tätigkeit von Interleukin-23 unterdrückt. Auch Tildrakizumab konnte effektiv gegen die mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis eingesetzt werden: Alle Studienteilnehmer zeigten bis zum Tag 196 der Studie bereits wenigstens eine 75 %-ige Reduzierung der Psoriasis-Plaques.

Quelle: Allergikus 2/2015

25.08.15