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Wunsch- und Wahlrecht bei der Rehabilitation geltend machen

Eine medizinische Rehabilitation hilft Menschen mit Allergien, Neurodermitis oder Psoriasis nicht nur besser mit ihrer Krankheit umzugehen, sondern trägt auch oft dazu bei, Verschlechterungen oder anderen Folgen (z. B. psychischer Art) vorzubeugen. Aus diesem Grund kann es sich lohnen, den Arzt darum zu bitten, die medizinische Notwendigkeit einer stationären Rehabilitationsmaßnahme zu attestieren.

Was viele Antragsteller dabei nicht wissen: Sie haben bei der Auswahl der Rehabilitationsklinik und des Ortes ein Wunsch- und Wahlrecht. Dieses ist in § 8 Sozialgesetzbuch (SGB) IX festgeschrieben. Patienten, die wegen ihrer Hauterkrankung z. B. in eine Klinik an der See möchten, weil dort die Chancen auf eine Linderung der Symptome besonders gut stehen, sollten dies bereits bei der Antragstellung angeben.

Der Rehabilitationsträger (z. B. die gesetzliche Renten- oder Krankenversicherung) ist verpflichtet, berechtigten Wünschen der Versicherten zu entsprechen und dabei auch deren persönliche Lebenssituation, ihr Alter, Geschlecht, ihre Familie und ihre religiösen und weltanschaulichen Bedürfnisse zu beachten, wenn die Wünsche § 33 SGB I zufolge angemessen sind. Angemessen heißt dabei insbesondere, dass medizinische Gründe (z. B. eine Behandlung, die den Reha-Erfolg gewährleistet) dafür sprechen, dass der Patient sich für die jeweilige Klinik entschieden hat. Es bedeutet zugleich, dass der Rehabilitationsträger die Entscheidung des Antragstellers für eine nahegelegene Klinik z. B. nicht ohne Weiteres ablehnen darf, wenn diesem eine weite Anreise aus medizinischen Gründen nicht zuzumuten ist. Das beste Argument stellen bei der Einforderung des Wunsch- und Wahlrechts stets medizinische Gründe dar.

Ein paar Einschränkungen des Wunsch- und Wahlrechts gibt es jedoch. Patienten können z. B. keine Klinik auswählen, die nicht auf die Behandlung ihrer Erkrankung ausgerichtet ist. Daneben sollte die Reha-Einrichtung über einen Versorgungsvertrag mit den Reha-Trägern verfügen.

Alle Gründe, die für eine bestimmte Reha-Einrichtung sprechen, sollten Patienten bei der Stellung des Reha-Antrags ausführlich nennen. Auf diese Weise bekommt der Rehabilitationsträger bereits den Eindruck, dass es dem Antragsteller wichtig ist, sein Wunsch- und Wahlrecht durchzusetzen. Dennoch passiert es immer wieder, dass der zuständige Rehabilitationsträger nicht auf die Wünsche des Patienten eingeht oder sie sogar ablehnt. In diesem Fall können Antragsteller innerhalb von vier Wochen Widerspruch gegen den Bescheid einlegen und erneut und u. U. noch ausführlicher ihre Gründe für die Wunschklinik oder den Wunschort darlegen. Ein solcher Widerspruch lohnt sich in vielen Fällen.

Quelle: allergikus 1/2018

17.10.18