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Allergie

Als Allergie bezeichnet man die übermäßige und teilweise heftige Abwehrreaktion des Immunsystems auf körperfremde Stoffe (Antigene).

Allergien
© iStock - bluecinema

Chronischer Schnupfen und seine möglichen Ursachen

Wenn die Nasenschleimhaut angeschwollen ist und Sekret absondert und die Nase daher über einen längeren Zeitraum (mehr als sechs Wochen lang) ständig läuft oder verstopft ist, eventuell noch Kopfschmerzen hinzukommen, liegt ein chronischer Schnupfen vor. Bei chronischem Schnupfen, auch nasale Hyperreaktivität genannt, ist oft der Geruchssinn beeinträchtigt.

Es gibt eine Reihe von Ursachen für chronischen Schnupfen: In etwa 60 % der Fälle liegen entweder eine Allergie oder eine vasomotorische Rhinitis vor. Auch nach einer Virusinfektion reagieren die Schleimhäute manchmal noch für längere Zeit über, was als postinfektiöse Hyperreaktivität bezeichnet wird. Auch die dauerhafte Verwendung von Nasensprays kann zu chronischem Schnupfen führen. Eine weitere Ursache ist die Schwächung des Immunsystems z. B. durch eine Infektion. Bei der sogenannten Rhinitis sicca sind die Schleimhäute trocken, z. B. als Folge längerer Einwirkung von Staub oder Chemikalien. Dennoch kommt es zu anhaltendem Schnupfen.

Auslöser finden

Eine wesentliche Rolle bei der Suche nach den Ursachen eines chronischen Schnupfens spielt die Erhebung der Krankengeschichte: Welchen äußeren Einflüssen sind Betroffene ausgesetzt – bei der Arbeit und zu Hause –, wann sind die Symptome besonders stark, liegen weitere Erkrankungen vor und haben Betroffene bereits mögliche Auslöser für den Schnupfen identifiziert?

Bei Menschen, bei denen die Beschwerden häufig in Innenräumen auftreten und übers ganze Jahr anhalten, liegt z. B. der Verdacht auf eine Hausstaubmilbenallergie nahe. Arbeiten sie in einer besonders staubigen Umgebung oder sind sie bei ihrer beruflichen Tätigkeit Chemikalien ausgesetzt. Fühlt sich das Innere der Nase trocken an, könnte eine Rhinitis sicca vorliegen.

Sollte der Schnupfen besonders häufig beim Wechsel von warmen in kalte Umgebungen oder umgekehrt bzw. nach dem Konsum von warmen Getränken auftreten, könnte eine vasomotorische Rhinitis, die auch als nicht-infektiöse, nicht-allergische Rhinitis bezeichnet wird, die Ursache sein. Daneben wird der Arzt nach bereits bekannten Grunderkrankungen und der Einnahme von Medikamenten fragen.

Beim Verdacht einer Allergie geben Tests z. B. auf das Vorhandensein von IgE-Antikörpern, grenzen die Ursache weiter ein. Eine Untersuchung des Inneren von Nase und Nasen-Rachenraum stellt eine weitere diagnostische Möglichkeit dar.

Behandlung

Die Behandlung ist abhängig von der Grunderkrankung. Bei einer allergischen Rhinitis etwa müssen Betroffene die auslösenden Allergene so weit wie möglich meiden. Bei einer Hausstaubmilbenallergie bedeutet das etwa, Staubfänger aus der Wohnung zu entfernen, regelmäßig die Böden zu wischen bzw. die Teppiche abzusaugen und vor allem im Schlafzimmer dafür zu sorgen, dass die Hausstaubmilben ein für sie lebensfeindliches Klima vorfinden. So sollte das Schlafzimmer regelmäßig gut gelüftet werden, die Raumtemperatur während des Schlafens zwischen 15 und 17 ° C liegen und die Matratzen und das Bettzeug mit milbendichten Bezügen ausgestattet werden. Eventuell kommt auch eine Hyposensibilisierung infrage, bei der Betroffene langsam an das Allergen gewöhnt werden, um die Beschwerden nach und nach zu verringern.

Ist eine Pollenallergie die Ursache, müssen die Fenster der Wohnung während des Pollenflugs geschlossen gehalten und mit Pollenschutzgittern ausgestattet werden. Auf den Aufenthalt im Freien während des Pollenflugs sollten Betroffene weitgehend verzichten. Zur medikamentösen Behandlung stehen z. B. Antihistaminika und kortikoidhaltige Nasensprays zur Verfügung, die einer Entzündung und damit dem Anschwellen der Nasenschleimhäute entgegenwirken.

Eine vasomotorische Rhinitis wird ebenfalls mit entzündungshemmenden Nasensprays behandelt. Auch Leukotrinantagonisten können helfen, dem Schnupfen entgegenzuwirken. Die Auslöser hingegen (z. B. der Wechsel von warmen in kalte Umgebungen) lassen sich nicht immer meiden.

Bei einer Rhinitis sicca sollten die Auslöser identifiziert und – falls möglich – gemieden werden. Viel zu trinken, die Schleimhäute zu befeuchten (z. B. mit Dampfinhalationen oder kochsalzhaltigen Nasenspülungen) und regelmäßig zu lüften, ist bei dieser Form des chronischen Schnupfens unerlässlich. Betroffene, die bei der Arbeit Stoffen ausgesetzt sind, die die Rhinitis sicca begünstigen, sollten gemeinsam mit dem Arbeitgeber nachdenken, wie der Kontakt verringert werden kann. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, spezielle Atemschutzmasken während der beruflichen Tätigkeit zu nutzen.

Quelle: Allergikus 4/2020

22.07.2021
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