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Kosmetik und Sonnenschutz bei Hauterkrankungen

Sonnenschutz ist für Menschen mit Hauterkrankungen im Sommer unabdingbar. Die ohnehin stark beanspruchte Haut wird durch die ultraviolette (UV) Strahlung der Sonne zusätzlich gereizt und kann darauf unter Umständen mit stärkeren Symptomen reagieren. Allerdings tut die Sonne der Haut von Neurodermitis- und Psoriasis-Patienten oft auch gut, sodass die Hautprobleme zurückgehen. Deshalb heißt es einerseits das richtige Maß beim Sonnenbaden zu finden und andererseits darauf zu achten, die Haut mit einer der Krankheit und dem Hauttyp angepassten Sonnencreme vor zu starker Reizung durch einen Sonnenbrand zu schützen.

Auch auf dekorative Kosmetika müssen Menschen mit Hauterkrankungen, genau wie aufs Sonnenbaden, nicht verzichten. Das Make-up sollten jedoch bestimmte Anforderungen erfüllen, damit die Haut nicht noch mehr irritiert wird.

Welche Sonnencreme eignet sich bei Hauterkrankungen?

Bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis sollte die Sonnencreme keine Duft- und Konservierungsstoffe enthalten. Spezielle Produkte für Menschen mit Hauterkrankungen sind z. B. in der Apotheke erhältlich. Hier heißt es auszuprobieren, ob eine Creme, Lotion, ein Gel oder Spray mit Lichtschutzfaktor am besten verträglich ist. Da „unter“ der Sonnencreme immer auch die Basispflege auf die Haut aufgetragen wird, ist unter Umständen ein Sonnenschutzmittel, das wenig fetthaltig ist, das Produkt der Wahl.

Bei der Auswahl der Sonnencreme ist darauf zu achten, dass der Lichtschutzfaktor dem Hauttyp angepasst ist. Der auf der Creme aufgedruckte Lichtschutzfaktor benennt die Zeit, die eine Person sich nach dem Auftragen auf die Haut in der Sonne aufhalten kann, ohne dass es zu Hautrötungen – also zu einem Sonnenbrand – kommt. Die Dauer des gefahrlosen Sonnenbads zu berechnen, ist dabei ganz einfach: Die Eigenschutzzeit der Haut, also die Zeit, die eine Person ungeschützt in der Sonne bleiben kann, ohne dass die Haut sich rötet, wird mit dem Lichtschutzfaktor multipliziert. Bei sehr hellen Hauttypen liegt die Eigenschutzzeit der Haut beispielsweise bei maximal zehn Minuten. Verwenden sie Lichtschutzfaktor 20 können sie somit 200 Minuten in der Sonne bleiben. Völlig ausgenutzt werden sollte diese Zeit jedoch nicht, denn es kann beim Auftragen der Sonnencreme zu Fehlern kommen (z. B. Verwendung zu geringer Mengen Sonnenmilch), die die Dauer des Schutzes beeinträchtigen. Etwa 60 % der errechneten Zeit können in der Sonne verbracht werden.

Wichtig ist, dass eine Sonnencreme sowohl Schutz vor UV-A- als auch UV-B-Strahlen der Sonne bietet. Wer schwimmen gehen möchte, sollte zudem darauf achten, dass die Sonnencreme wasserfest ist. Trotzdem muss nach dem Schwimmen erneut Sonnencreme verwendet werden, da sich immer Anteile des Produkts im Wasser ablösen.

Neurodermitis- und Psoriasis-Patienten, die eine wirkstoffhaltige Creme zur Behandlung ihrer Hauterkrankungen einsetzen, welche die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht, sollten ihre Haut den Sonnenstrahlen nicht aussetzen, um ihrer Haut nicht zu schaden. Das Gleiche gilt für die Patienten, die eine Fototherapie mit UV-Strahlen beim Hautarzt durchführen.

Dekorative Kosmetik

Ob Neurodermitis- oder Psoriasis-Patienten Make-up verwenden können, ist abhängig vom Hautzustand. Beim akuten Schub sollten sie lieber weitgehend auf dekorative Kosmetik verzichten, um die Haut nicht noch mehr zu reizen. In beschwerdearmen Zeiten ist Make-up jedoch kein Problem. Allerdings sollten Betroffene nur Kosmetik verwenden, die gut hautverträglich sind. Viele Firmen bieten spezielle Produkte an, die keine Konservierungs- und Duftstoffe enthalten. Insbesondere beim Augen-Make-up müssen Neurodermitis-Patientinnen eine sorgfältige Auswahl treffen, denn die Haut in der Augenpartie ist sehr dünn. Lidschatten, Wimperntusche und Eyeliner enthalten zudem oft Substanzen, die Allergien hervorrufen können. Deshalb sollten Betroffene jedes neue Produkt zunächst vorsichtig testen, um festzustellen, ob sie es vertragen.

Quelle: allergikus 1/2019

09.09.19