- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Krebs - Darmkrebs - Stoma - Das leistet die Stomatherapie nach Darmkrebs

Das leistet die Stomatherapie nach Darmkrebs

Für manche Menschen mit Darmkrebs ist er unumgänglich – ein künstlicher Darmausgang, auch Stoma genannt. Stoma bedeutet wörtlich Mund oder Öffnung und wird im Bereich der Krebserkrankungen für verschiedene künstliche Körperöffnungen gebraucht. Man unterscheidet zwischen dem häufiger vorkommenden Kolostoma bei Darmkrebs und dem seltener benötigten Ileostoma am Dünndarm bei Dickdarmkrebs. Ebenfalls notwendig werden kann ein Stoma bei Blasenkrebs (Urostoma) oder bei Speiseröhrenkrebs (Tracheostoma). Für viele Patienten ist die Nachricht, dass ihnen ein Stoma gelegt werden soll, anfänglich ein Schock. Doch mit der richtigen Einweisung ist es ihnen i. d. R. nach kurzer Zeit möglich, mit dem Stoma umzugehen und ihre Lebensqualität zu erhalten.

Beim Darmkrebs besteht das Stoma, auch Anus praeter genannt, aus einer Öffnung an der Bauchdecke, aus der der Darm ausgeleitet wird, informiert die Deutsche Krebsgesellschaft. An der Stelle, an der Darm austritt, wird ein geruchsdichter Auffangbeutel befestigt, in dem der Stuhl gesammelt wird. Es ist auch möglich, eine Klappt anzubringen, die die Öffnung verschließt. Dann kann man den Darm einmal am Tag mithilfe von Flüssigkeit spülen und reinigen.

Den richtigen Umgang mit dem Stoma erlernen Betroffene bei sog. Stomatherapeuten. Diese sind speziell geschulte Pflegekräfte, die die Patienten unterstützen. „Die Patienten sind sehr, sehr dankbar, wenn sie Betreuung und Anleitung in dieser Lebenssituation haben“, sagt die Stomatherapeutin Iris Hartmann im Interview mit der Deutschen Krebsgesellschaft. Eine besondere Einschränkung erfahren Patienten dabei durch die Veränderung ihres Körperbildes, mit dem sie fortan zurechtkommen müssen. Deshalb werden auch meist die Angehörigen und insbesondere der Partner in die Stomatherapie einbezogen.

Insgesamt müssen Patienten schnell lernen, mit ihrem Stoma umzugehen, betont Iris Hartmann, da sie meist nur etwa sieben Tage nach der Operation im Krankenhaus bleiben. „Das A und O ist die Selbstständigkeit des Patienten, dass er nicht auf fremde Hilfe angewiesen ist und sich selbst versorgen kann“, erklärt sie. Daher sollte der Patient bereits im Vorfeld genau und ausführlich über sein Stoma aufgeklärt werden. Nach der Operation geht es dann um die täglichen Handgriffe im Umgang mit dem Stoma, wie der Wechsel des Beutels oder die Versorgung und Reinigung der Öffnung. Wenn es darüber hinaus im weiteren Verlauf zu Problemen kommt, stehen die Stomatherapeuten jedoch auch nach der Entlassung als Ansprechpartner zur Verfügung.

Stomatherapeuten arbeiten jedoch nicht nur in Krankenhäusern bzw. Krebszentren, sondern auch in Rehakliniken, die für die Nachsorge bzw. Anschlussheilbehandlungen zur Verfügung stehen. Hier ist noch mehr Zeit, auf die individuelle Situation des Patienten einzugehen und Probleme mit dem Stoma zu besprechen bzw. den Umgang damit in Ruhe zu erlernen. Eine Reha kann daher sehr sinnvoll für Stomaträger sein, sie muss allerdings vom Kostenträger wie Kranken- oder Rentenversicherung bewilligt werden. Wichtig für die Antragstellung ist eine ärztliche Stellungnahme, Antragsformulare sind z. B. erhältlich bei der bei der Deutschen Rentenversicherung, den Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation oder bei den gesetzlichen Krankenkassen.

Wenn der Stomaträger gelernt hat, mit seiner Besonderheit richtig umzugehen, steht den Freuden und Aktivitäten des Alltags nichts mehr im Wege: Sowohl Sport als auch Ausflüge und Urlaub sowie Sexualität und Intimität mit dem Partner sind mit einem Stoma i. d. R. ohne Probleme möglich.

Quelle: Befund Krebs 05/2013

15.03.17