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Pneumothorax

Bei einem Pneumothorax befindet sich Luft in dem dünnen Raum zwischen dem inneren und äußeren Lungenfell. Dadurch fallen die Lungenflügel zusammen (kollabieren) und die Atemfunktion der Lunge wird unzureichend. Eindringen kann die Luft von außen (z. B. durch Verletzungen) oder von innen (z. B. durch einen Riss des Lungengewebes).

Unterschieden werden folgende Formen:

  • Spontanpneumothorax: Diese Form tritt meistens unerwartet bei gesunden, jungen Männern ohne Lungenerkrankung zwischen 15 und 35 Jahren auf. Grund hierfür ist ein Riss im Lungengewebe, das in der Nähe der Pleura liegt, und zwar an einer Stelle, an der die Lungenbläschen erweitert sind.
  • Symptomatischer Pneumothorax: Diese Form wird durch Lungenerkrankungen, wie z. B. Asthma, Mukoviszidose, Lungenfibrose oder Sarkoidose. Unter einem symptomatischen Pneumothorax leiden i. d. R. Menschen zwischen 55 und 65 Jahren.
  • Traumatischer Pneumothorax: Ursache dieser Form sind Verletzungen des Brustkorbs wie z. B. Rippenbrüche oder Stichverletzungen.
  • Spannungspneumothorax: Bei diesem füllt sich der Pleuraspalt bei jeder Einatmung immer weiter mit Luft, die nicht mehr entweichen kann. Es entsteht ein Überdruck, wodurch das Herz immer mehr eingeengt wird. Mit fortschreitender Erkrankung verschlechtert sich sowohl die Lungenfunktion als auch die Pumpleistung des Herzens.

Risikofaktoren

  • Rauchen: Neun von zehn Patienten mit einem Pneumothorax sind Raucher.
  • Schlanke, große Männer zwischen 15 Jahren und 35 Jahren
  • Vorerkrankungen der Lunge oder des Lungenfells
  • Verletzungen des Brustkorbs (äußerlich oder innerlich)

Wie erkennt man einen Pneumothorax?

Je nach Ursache und Ausprägung sind die Beschwerden sehr unterschiedlich. Bei einem Spontanpneumothorax, der nur gering ausgeprägt ist, kann es sein, dass Betroffene tagelang nichts merken. Erste Anzeichen sind Atembeschwerden bei körperlicher Belastung und Reizhusten. Bei einem Spannungspneumothorax dagegen verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen sehr schnell. Der Patient leidet unter einem stechenden Schmerz in der Brust und zunehmender Atemnot. Auch die Herzfrequenz ist erhöht.

Behandlung

Die Behandlung hängt von der Menge der Luft im Pleuraspalt sowie von der Art des Pneumothorax ab. Bei kleinen Spontanpneumothorax genügt es, wenn Betroffene Bettruhe halten. Denn geringe Mengen Luft kann der Körper aus dem Pleuraspalt selbst resorbieren, sodass der Pneumothorax sich von allein wieder zurückbildet.

Ist die Luftansammlung zu groß, wird von außen durch den Brustkorb ein Schlauch zwischen beide Lungenblätter gelegt, mit dessen Hilfe der Arzt die Luft und ggf. auch Flüssigkeit aus dem Pleuraspalt absaugt. Diese sog. Thoraxdrainage bleibt solange liegen, bis die Lunge wieder funktioniert. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Luft mithilfe einer Spritzenkanüle (Punktion) abzulassen.

Bei Gefahr eines erneuten Pneumothorax oder bei schweren Vorerkrankungen der Lunge werden sich die Mediziner manchmal auch für eine Thorakotomie entscheiden: In einem chirurgischen Eingriff öffnen sie den Brustkorb und verkleben Lungen- und Brustfell miteinander.

Prognose

Bei der häufigsten Form, dem Spontanpneumothorax, ist die Prognose gut. Allerdings erleiden drei von zehn Betroffenen einen erneuten Pneumothorax, wobei das Risiko in den ersten drei Monaten am höchsten ist. Nach dem zweiten Pneumothorax erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen dritten Pneumothorax sogar auf 60 %.

Vorbeugung

Nach einem Pneumothorax sollten Betroffene sich mehrere Monate schonen und für sechs Monate nicht ohne Druckausgleich fliegen oder Gerätetauchen betreiben. Ist der Pneumothorax jedoch vollständig ausgeheilt, ist jede Sportart möglich.

Um einem Pneumothorax vorzubeugen, sollten die Risiken hierfür vermieden werden: Betroffene sollten nicht Rauchen und Tätigkeiten mit ausgeprägten Druckschwankungen wie z. B. Tauchsport, Bergsteigen oder Hobbyfliegen meiden.

Quelle: COPD und Asthma 2/2018

19.12.18

Pneumothorax