Kontakt 02202 18898-0 | info@curado.de
Menu
Curado Search
Sie sind hier: Startseite  »  Krankheiten  »  Allergien und Unverträglichkeiten  »  Allergie  »  Psychosoziale Folgen von Allergien

Allergie

Als Allergie bezeichnet man die übermäßige und teilweise heftige Abwehrreaktion des Immunsystems auf körperfremde Stoffe (Antigene).

Allergien
© iStock - bluecinema

Psychosoziale Folgen von Allergien

Allergien beeinträchtigen nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische Gesundheit. Menschen mit Allergien müssen zu manchen Zeiten (z. B. bei Pollenflug) auf Freizeitaktivitäten oder Urlaub in bestimmten Regionen verzichte. Sie können bei einer Nahrungsmittelallergie Einladungen zum Essen nicht ohne Weiteres annehmen. Bei einigen zeigen sich die allergischen Beschwerden zudem durch äußere Symptome (z. B. Hautausschlag), die stigmatisierend wirken können.

Der Einkauf kann für Menschen mit Nahrungsmittelallergien zum Problem werden. Manche von einer Allergie Betroffene sehen sich zudem als Belastung für ihre Angehörigen oder Freunde, da diese Rücksicht auf ihre Einschränkungen nehmen müssen. Kinder und Jugendliche fühlen sich „anders“ als ihre Altersgenossen, werden zum Teil wegen ihrer gesundheitlichen Probleme gemobbt. All diese Schwierigkeiten bereiten Stress, können unter Umständen zu einem Rückzug aus dem sozialen Leben und zu seelischen Problemen (z. B. Ängsten oder Depressionen) führen. Hinzukommt: Die psychischen Belastungen können die allergischen Symptome verstärken: ein Teufelskreis.

Psychosoziale Probleme, die mit einer Allergie einhergehen können

Von einer Allergie Betroffene und ihr Umfeld schieben die seelischen Schwierigkeiten, die mit einer Allergie einhergehen, zunächst oft von sich weg. Insbesondere Angehörige und Freunde sehen oft nicht, welche Probleme die Allergie Betroffenen bereitet. Denn es handelt sich ja „nur“ um eine Allergie, nicht um eine gefährliche oder lebensbedrohliche Krankheit. Die Erkrankung und ihre Folgen werden oft heruntergespielt mit Sätzen wie „stell dich nicht so an“ oder „eine Allergie haben viele“.

Betroffene fühlen sich mit ihren Problemen daher häufig nicht ernstgenommen und allein gelassen. Manche wagen es nicht, über ihre Schwierigkeiten zu sprechen, setzen eine fröhliche Maske auf, ziehen sich jedoch innerlich zurück oder spielen ihre Probleme vor sich selbst herunter („Kann doch alles nicht so schlimm sein, wenn die anderen das sagen“). Die Tragweite, die es haben kann, die eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken, wird dabei oft verkannt. Andere wiederum fühlen sich als Belastung für ihre Angehörigen und/oder Freunde und treten aus diesem Grund den sozialen Rückzug an oder wagen es nicht, die eigenen Bedürfnisse zu äußern.

Die Not von Betroffenen erkennen

Menschen mit einer Allergie brauchen in einer solchen Situation Menschen, die ihre Probleme erkennen, sie nicht allein lassen. Angehörige oder Freunde, die Veränderungen bei ihrem Familienmitglied oder Freund feststellen, sollten sich daher nicht scheuen, den oder die Betroffene darauf anzusprechen. Wichtig ist es zunächst, Verständnis zu zeigen und ein offenes Ohr zu haben. Das allein genügt unter Umständen jedoch nicht. Möglicherweise kann es sinnvoll sein, Betroffene darauf aufmerksam zu machen, dass sie medizinische Hilfe benötigen, und mit ihnen den Arzt aufzusuchen – insbesondere, wenn einiges auf eine depressive Verstimmung oder anderweitig geartete psychische Schwierigkeiten hindeutet.

Hilfe bei psychosozialen Problemen

Bei psychosozialen Problemen sollte eine eingehende Diagnostik erfolgen. Erster Ansprechpartner ist hier der Hausarzt. Dieser kann den/die Betroffene bei Bedarf in eine psychotherapeutische Behandlung überweisen oder andere Anlaufstellen, z. B. Selbsthilfegruppen, nennen, wo Menschen mit einer Allergie Unterstützung erhalten. Eine Selbsthilfegruppe etwa ist in vielen Fällen hilfreich, weil Betroffene erkennen, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind, und von anderen Gruppenmitgliedern erfahren, mit welchen Strategien sie ihre Schwierigkeiten gelöst haben bzw. welche Strategien helfen können. Unter Umständen kommt auch eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme infrage, wo nicht nur die körperlichen Beschwerden behandelt werden, sondern auch die psychosozialen Schwierigkeiten und deren Bewältigung ihren Raum erhalten.

Wesentlich: eine der Krankheit angepasste Behandlung

Eine der Hauptsäulen, um psychosoziale Folgen einer Allergie so gering wie möglich zu halten, ist eine individuell an die Krankheit und die damit einhergehenden Beschwerden angepasste Therapie. Denn je besser Betroffene lernen mit ihrer Allergie umzugehen, umso mehr treten psychosoziale Probleme in den Hintergrund. Das bedeutet unter Umständen, den Arzt oder auch „nur“ die Medikation zu wechseln oder aber andere Strategien (z. B. Komplementärbehandlungen, Entspannungsmethoden) zu finden, die die körperlichen Beschwerden verringern.

Quelle: allergikus 3/2020

31.03.2021
Copyrights © 2021 GFMK GMBH & CO. KG