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Balneophototherapie

Die Balneophototherapie ist eine Kombination aus einer Lichttherapie mit UV-Strahlung und einer Badetherapie in mineralhaltigem Salzwasser. Die Balneophototherapie wird deshalb umgangssprachlich auch als Licht-Bade-Therapie bezeichnet. Die Balneophototherapie wird vorzugsweise in der Dermatologie eingesetzt, vor allem zur Therapie von Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis (atopische Dermatitis). Die Patienten nehmen bei der Balneophototherapie zunächst für 20 Minuten ein Bad in warmem Wasser, welches mit bestimmten Zusatzstoffen angereichert ist, und werden währenddessen oder kurz danach mit künstlichem Licht bestrahlt. Diese Kombination der Balneophototherapie bezieht sich vor allem auf die Heilungserfolge der natürlichen Gegebenheiten am Toten Meer.

Bei vielen chronischen Hauterkrankungen wurden in der Vergangenheit Rehamaßnahmen am Toten Meer verordnet. Die klimatischen Bedingungen mit der Verbindung von mineralstoffhaltigem Meerwasser und natürlicher Sonneneinstrahlung brachte bei vielen Patienten mit chronischen Hautkrankheiten einen Heilungserfolg, dieses Verfahren bedeutete jedoch zugleich einen relativ hohen Kostenaufwand. Zudem erforderte die Reise eine teilweise lange Abwesenheit des Patienten von seiner gewohnten Umgebung und dem Arbeitsplatz.

Schon seit vielen Jahren werden die positiven Auswirkungen von künstlichem UV-Licht auf chronisch-entzündliche Hautkrankheiten untersucht. Die Therapie mit UV-Bestrahlung gehört bei vielen Hautärzten zum Repertoire der Behandlungsmaßnahmen, erzielt jedoch nicht bei allen Patienten die gewünschten Erfolge. Wegen der positiven Therapieergebnisse von Patienten im Klima des Toten Meeres wurde die UV-Therapie mit dem Vollbad in mineralstoffhaltigem Wasser verbunden. In wohnortnaher und kontrolliert hygienischer Umgebung können die Vorteile so ausgeschöpft werden.

Es gibt drei unterschiedliche Varianten der Balneophototherapie, die je nach Schweregrad und Art des Krankheitsbildes angewendet werden.

Balneophototherapie: Die asynchrone Bade-PUVA-Therapie

Es gibt zwei Formen der asynchronen Balneophototherapie. Asynchron bedeutet in diesem Zusammenhang, dass bei dieser Art der Balneophototherapie zunächst ein Bad genommen und anschließend mit UV-Licht bestrahlt wird. Die Behandlungsschritte der Balneophototherapie erfolgen also kurz nacheinander. Bei der asynchronen Bade-PUVA-Therapie – PUVA steht für Psoralen plus UV-A-Strahlen – enthält das Bad einen Psoralenzusatz. Psoralen ist ein Stoff, der in den ätherischen Ölen verschiedener Pflanzen vorkommt und die Lichtempfindlichkeit der menschlichen Haut erhöhen kann.

Die Bade-PUVA-Therapie ist nicht mit der oralen PUVA-Therapie zu verwechseln. Die Therapie erfolgt bei der oralen PUVA-Therapie durch die Einnahme des Wirkstoffs Psoralen in Tablettenform. Kurz nach der Einnahme wird auch bei dieser Variante mit UV-A-Licht bestrahlt. Bei der oralen PUVA-Therapie kommt es weitaus öfter als bei der Bade-PUVA-Therapie zu unerwünschten Nebenwirkungen wie unter anderem Übelkeit und Erbrechen. Zudem hat der Patient nach der Therapie mit unangenehmer Lichtempfindlichkeit zu kämpfen, weshalb das Tragen einer Sonnenbrille und der Schutz der Haut durch langärmelige Kleidung empfohlen werden.

Balneophototherapie: asynchrone Photosole-Therapie

Auch bei dieser zweiten Art der asynchronen Balneophototherapie wird zunächst gebadet und anschließend bestrahlt. Bei dieser Art der Balneophototherapie besteht das Bad je nach Krankheitsbild aus 10- bis 25-prozentiger Sole. Im Gegensatz zur ersten asynchronen Variante der Balneophototherapie wird nach dem Bad mit UV-B-Licht bestrahlt

Balneophototherapie: synchrone Balneophototherapie

Bei der synchronen Balneophototherapie erfolgen das Bad und die UV-Bestrahlung gleichzeitig. Diese Variante der Balneophototherapie wird auch als TOMESA-Therapie bezeichnet, da dem Badewasser vorwiegend Salz aus dem Toten Meer (TO-tes-ME-er-SA-lz) zugesetzt wird. Im Vergleich zu einer normalen Kochsalzlösung enthält bei dieser Art der Balneophototherapie dieses Salz weit mehr an Kalzium- und Magnesiumionen, die eine heilende Wirkung auf die menschliche Haut entfalten können.

Bewertung und Nutzen der Balneophototherapie

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Nutzen der unterschiedlichen Varianten der Balneophototherapie im Hinblick auf die Beschwerden bei Schuppenflechte und Neurodermitis untersucht. Dabei konnte zunächst nachgewiesen werden, dass die bei der Balneophototherapie angewandte Kombination aus Badetherapie und UV-Licht eine größere Wirksamkeit auf die Symptome beider Krankheitsbilder erzielt als eine UV-Bestrahlung allein. Die Probanden berichteten von einer besseren Verträglichkeit der Balneophototherapie, vor allem Hautrötungen und Brennen während und nach der Bestrahlung blieben weitestgehend aus und das Hautbild verfeinerte sich.

Weiterhin ergab die Studie, dass die asynchrone Bade-PUVA-Therapie vor allem bei Patienten mit Schuppenflechte die besten Ergebnisse erzielen konnte. Das Hautbild verbesserte sich bei den meisten Teilnehmern durch diese Art der Balneophototherapie merklich und generell wurde von weniger Nebenwirkungen berichtet.

Durch die Ergebnisse der Studie der IQWiG entschied der Gemeinsame Bundesausschuss im Jahr 2008, dass alle drei Varianten der Balneophototherapie für eine Therapie von Patienten mit einem mittelschweren und schweren Verlauf von Schuppenflechte von Nutzen sein können und deshalb die Kosten einer Balneophototherapie von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden müssen.

Grundsätzlich wird für die Balneophototherapie ein Behandlungszyklus von drei bis fünf Sitzungen in der Woche mit einer Anzahl von 35 Anwendungen empfohlen. Zwischen einem erneuten Therapiebeginn und der letzten Behandlung einer Balneophototherapie sollte mindestens ein halbes Jahr liegen. Die Balneophototherapie wird meist von Krankenhäusern und Rehakliniken angeboten, kann aber auch bei ansässigen Dermatologen erfolgen, die über die notwendigen Apparaturen verfügen.

Bei Neurodermitis konnte die Wirksamkeit einer Balneophototherapie nicht hinreichend geklärt werden, weshalb die Balneophototherapie zwar eine Möglichkeit der Therapie darstellt, jedoch nicht zwingend von den Krankenkassen bezahlt wird. Bei einigen Neurodermitis-Patienten konnte vor allem das TOMESA-Verfahren eine erleichternde Wirkung erzielen.

Die Balneophototherapie wird versuchsweise auch bei anderen Hautkrankheiten wie der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), der Fischhauterkrankung (Ichthyosis vulgaris) und anderen juckenden, entzündlichen Veränderungen des Hautbildes, angewendet und führt bei einigen betroffenen Patienten zu einem langfristigen Heilungserfolg.

Sabrina Mandel

09.11.12

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