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Elektrokardiografie

Die Elektrokardiografie stellt eine der wichtigsten Untersuchungsmethoden für den Kardiologen dar. Mithilfe der Elektrokardiografie misst der behandelnde Arzt die sogenannte Herzstromkurve. Sie gibt Aufschluss darüber wie es um das Herz-Kreislaufsystem des Patienten bestellt ist. Die während der Elektrokardiografie gemessenen Werte werden in Form einer Kurve auf einem Elektrokardiogramm optisch dargestellt. Anhand der optischen Darstellung kann der Kardiologe beurteilen, ob seine Patienten eventuell an einer Herzrhythmusstörung oder sogar einem Herzinfarkt leiden. Darüber hinaus lässt sich z. B. auch eine Veränderung des Herzmuskels ablesen. Elektrokardiografie und Elektrokardiogramm bilden gemeinsam das, was im Volksmund unter der Abkürzung EKG bekannt ist. Die Elektrokardiografie birgt für die Patienten keinerlei gesundheitliches Risiko und ist völlig schmerzlos.

Wie funktioniert ein EKG?

In regelmäßigen Abständen zieht sich unser Herz zusammen (kontrahiert) und entspannt sich wieder. Unser Herz pumpt so das lebensnotwendige Blut durch unser Körpersystem. Um unser Herz dazu zu bringen, dieser Aufgabe nachzukommen, benötigt unser Herz eine elektrische Stimulation. Zu diesem Zweck ist unser Herz mit einem speziellen System ausgestattet, welches die Bildung und Weiterleitung von elektronischen Reizen übernimmt. Diese sogenannte elektrische Erregung entsteht im Sinusknoten unseres Herzens und zwar im rechten Vorhof. Der Sinusknoten erzeugt eine bestimmte Frequenz, mit der er unser Herz in Gang hält. Daher wird er auch „Schrittmacher“ unseres Herzens genannt. Vom Sinusknoten breitet sich die elektrische Erregung über das Leitsystem hin zu allen Muskelzellen des Herzens aus. Zunächst werden die Vorhöfe des Herzens stimuliert, dann folgen die Herzkammern. Nach jeder Stimulation folgt die Entspannung.

Der Sinusknoten ist somit für unseren Herzschlag verantwortlich und gibt diesen vor. Mit jedem Herzschlag setzt er eine Spannung von 1/1000 Volt frei. Diese ist zwar sehr gering, aber dennoch messbar. Während der kompletten Phase aus Stimulation und Entspannung verändern die Muskelzellen ihre elektrische Ladung. Diese Schwankungen in der Spannung werden bis in die Haut übertragen und können dort von den Elektroden des EKG gemessen werden. Die Medizin spricht auch von „die Elektroden können diese Spannung ableiten“. Die Elektroden des EKG werden dazu an bestimmten Stellen auf Armen, Brustkorb und Beinen befestigt. Die gemessenen Werte stellt das EKG dann als Herzstromkurve auf dem angeschlossenen Monitor oder auf einem EKG-Streifen, der ausgedruckt wird, dar.

Wie sieht eine typische Herzstromkurve aus?

Sicherlich hat jeder schon einmal eine Herzstromkurve gesehen. Sei es, weil bei ihm selbst ein EKG gemacht wurde, oder aber auch im Fernsehen. Typisch für eine normale Herzstromkurve ist, dass sich die Ausschläge in regelmäßigen Abständen wiederholen. Dies zeigt, dass unser Herz gleichmäßig schlägt. Jede Zacke und Welle eines Elektrokardiogramms steht für einen bestimmten Erregungs- oder Entspannungszustand des Herzens. Treten hier Unregelmäßigkeiten in der Form der einzelnen Ausschläge oder deren Regelmäßigkeit auf, ist das für den Kardiologen ein wichtiger Hinweis auf eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems.

Wie wird ein EKG durchgeführt?

Wird bei einem Patienten ein EKG durchgeführt, muss dieser den Oberkörper freimachen und sich bequem auf eine Behandlungsliege legen. An dem Elektrokardiografie-Gerät hängen insgesamt 10 Elektroden, die mittels Kabel mit dem EKG-Gerät verbunden sind. Diese 10 Elektroden werden in einer bestimmten Reihenfolge auf der Haut des Patienten angebracht. Zunächst wird jeweils eine Elektrode an jedem Arm und an den Beinen des Patienten befestigt. Sie bilden die sogenannte Extremitätenableitung. Die verbliebenen 6 Elektroden werden im linken Brustbereich des Patienten aufgebracht. Sie stellen die Brustwandableitung. Beim EKG ist es wichtig, dass die Elektroden einen guten Kontakt zur Haut des Patienten haben. Da Luft zwischen Elektroden und Haut des Patienten hinderlich wäre, wird zunächst ein spezielles Gel an den Stellen aufgetragen, wo dann die Elektroden aufgesetzt werden.

Die Spannungsänderungen am Herzen, die jeden Herzschlag des Patienten begleiten sind minimal. Die Elektroden des EKG dienen hier als Verstärker, sodass das Elektrokardiogramm-Gerät die gemessene Spannung als Herzstromkurve des Patienten auf dem Monitor oder als Ausdruck auf genormtes Papier darstellen kann.

Welche Arten des EKG gibt es?

Wird ein EKG durchgeführt, ist dies in der Regel zunächst ein sogenanntes Ruhe-EKG. Darüber hinaus gibt es allerdings noch das Belastungs-EKG sowie das Langzeit-EKG.

Ruhe-EKG: Das Ruhe-EKG ist das gängige EKG, welches zur ersten Abklärung des Herz-Kreislauf-Systems erstellt wird. Es findet im Ruhezustand des Patienten statt und zeichnet somit den normalen Herzrhythmus auf.

Belastungs-EKG: Zeigt das Ruhe-EKG Unstimmigkeiten, kann bei bestimmten Fragestellungen ein Belastungs-EKG Antworten liefern. Wie der Name bereits vermuten lässt, wird dieses EKG unter Belastung der Patienten erstellt. Dazu sitzen die Patienten in der Regel auf einem Ergometer, bei dem unterschiedliche Belastungen eingestellt werden können. Daher trägt das Belastungs-EKG auch den eher in der Medizin verwandten Beinamen Ergometrie.

Neben den Elektroden des Elektrokardiografie-Gerätes wird den Patienten hier auch eine Blutdruckmanschette zur Messung des Blutdrucks und des Pulsschlags unter Belastung angelegt. Während des Belastungs-EKGs müssen die Patienten nun ordentlich in die Pedale treten und kommen nicht selten ziemlich aus der Puste. Das ist aber auch der Sinn der Sache, denn das EKG soll ja die Arbeit des Herzens unter Belastung aufzeichnen. Anhand des erstellten Elektrokardiogramms kann der Kardiologe nun z. B. eine koronare Herzerkrankung, eine Herzschwäche oder auch Bluthochdruck, der nur unter Belastung zutage tritt, ablesen und entsprechende weitere Schritte einleiten.

Sollten die Patienten während des Belastungs-EKGs allerdings unter Luftnot, Brustschmerzen oder Schwindel leiden, wird die Messung unverzüglich eingestellt.

Langzeit-EKG: Auch diese Form des EKG gilt der Abklärung bestimmter Fragestellungen, auf die das Ruhe-EKG keine Antworten liefern konnte. Bei einem Langzeit-EKG führen die Patienten ein mobiles Elektrokardiografie-Gerät mit, welches in der Regel für 24 Stunden regelmäßige Messungen bei den Patienten durchführt und diese speichert.

Mit einem Langzeit-EKG erhält der Kardiologe einen Einblick wie sich die Herztätigkeit im Laufe des Tages entwickelt. Auch kann er ablesen, wie das Herz auf den für die Patienten normalen Tagesablauf reagiert.

Wann ist das Erstellen eines EKG sinnvoll?

Ein EKG kann innerhalb des regelmäßigen Gesundheitschecks aber auch bei akuten Beschwerden zur Abklärung erstellt werden. Anhand der Ergebnisse kann der behandelnde Arzt Störungen des Herzrhythmus oder auch in der Stimulation des Herzmuskels erkennen. Darüber hinaus liefert ein EKG Hinweise zu koronaren Herzerkrankungen, auf einen gestörten Salz- und Mineralhaushalt oder auch zu bestimmten Erkrankungen der Lunge.

Ein Langzeit-EKG deckt Störungen des Herzrhythmus oder der Durchblutung auf, die nicht ständig vorliegen und somit einem herkömmlichen Ruhe-EKG verborgen bleiben würden.

Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, die nur bei Belastung auftreten, kommt man mit einem Belastungs-EKG auf die Spur.

Melissa Seitz

24.01.11

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