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Protein reguliert Ansprechen auf Insulin: Neue Therapiemöglichkeit für Typ-2-Diabetiker?

Ein Protein, das die Insulinempfindlichkeit des Körpers reguliert, haben Wissenschaftler der Washington University School of Medicine in St. Louis gefunden. Die Befunde könnten dabei helfen, bessere Behandlungsmethoden bei Typ-2-Diabetes und Übergewicht zu entwickeln. In der Studie beschreiben die Autoren die Funktionsweise des Proteins TBC1D3.

Bei Typ-2-Diabetikern werden die Fett- und Muskelzellen resistent gegen Insulin, das bei gesunden Menschen dafür sorgt, dass diese Glukose aus dem Blut aufnehmen können. Das nun untersuchte Protein hält dabei den Insulin-Übertragungsweg offen, sodass die Zellen kontinuierlich Blutzucker verwerten können. TBC1D3 kommt dabei nur beim Menschen und einigen Primaten vor. „Wenn in unseren Versuchen die Zellen mehr TBC1D3 produziert haben, konnten sie viel besser auf Insulin ansprechen“, erklärt der Studienleiter und Prof. für Zellbiologie Dr. Philip Stahl. „Wir haben herausgefunden, dass TBC1D3 die Deaktivierung eines Moleküls verlangsamt, das die Signale des Insulinrezeptors überträgt. Dadurch verbessert sich das Ansprechen der Zelle auf Insulin.“

Höhere Level von TBC1D3 behindern eine Feedback-Schleife, die normalerweise das Insulinsignal der Rezeptoren an der Zellmembran deaktiviert. Dadurch bleibt der Signal-Übertragungsweg der Zelle für Insulin länger aktiv. Der Effekt von TBC1D3 wirkt dabei auf ein ganzes Cluster von Proteinen, die eine Reihe wichtiger Zellfunktionen steuern, wie die Aufnahme von Nährstoffen, das Zellwachstum und die Zellteilung sowie Alterungsprozesse. Deshalb könnte TBC1D3 auch wichtig in Hinblick auf die Entwicklung von Übergewicht sein. Die Forscher wollen nun die Faktoren untersuchen, die die Aktivität von TBC1D3 regulieren. Diese könnten auch genetisch festgelegt sein – das Gen für TBC1D3 ist eines der am meisten duplizierten Gene in der menschlichen DNA und kommt in verschiedenen Zellen unterschiedlich oft vor. Nun sollen Zellen mit vielen Kopien des TBC1D3-Gens mit anderen Zellen verglichen werden, die wenige Kopien dieses Gens aufweisen, um festzustellen, ob die Nummer der Kopien mit dem Ansprechen der Zelle auf Insulin zusammenhängt, berichtet die Washington University School of Medicine.

Quelle: BD 2/12

13.12.12

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