Das Fachgebiet der Thoraxchirurgie behandelt die chirurgischen Erkrankungen der Organe im Brustkorb, des Mittelfellraumes (Mediastinum) und der Brustwand. Waren es früher vor allem die Tuberkulose und andere entzündliche Erkrankungen, die eine Operation erforderten, so ist heute der Lungenkrebs der weitaus häufigste Anlass für einen thoraxchirurgischen Eingriff._
Durch eine enge Zusammenarbeit des Thoraxchirurgen mit dem Pneumologen, einem internistischen Onkologen, einem Radiologen, einem Anästhesiologen und je nach Bedarf weiteren Spezialisten wird heutzutage die Möglichkeit einer Operation für jeden Patienten individuell abgewogen. Immer modernere Untersuchungsverfahren und ausgereiftere Therapiemöglichkeiten machen es heute möglich, Patienten, die noch vor kurzem als nicht operabel galten, relativ gefahrlos einem thoraxchirurgischen Eingriff zu unterziehen. Nicht zuletzt die gewaltigen Fortschritte in der postoperativen Intensivpflege wie auch Zuwendung der Schwestern und Pfleger auf den Stationen vervollständigen das Leistungsspektrum eines Teams, wie Sie es an unserer Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie wiederfinden.

Hexal
Das Bronchialkarzinom ist weltweit der häufigste bösartige Tumor des Mannes und steht bei Frauen in Deutschland nach dem Mammakarzinom und Dickdarmkarzinom an dritter Stelle der Tumorerkrankungen. 1997 verstarben in Deutschland über 37000 Menschen am Lungenkrebs. Für Männer bedeutete das ca. ein Drittel und für Frauen 10% aller krebsbedingten Todesfälle.
Hauptursache des Bronchialkarzinoms ist mit 85 % das inhalative Rauchen. Ca. 8 % werden berufsbedingten Karzinogenen wie Asbest und Uran zugeschrieben, 5 % entstehen durch Umwelteinflüsse und Luftverschmutzung.
Trotzdem steigt der Gesamttabakkonsum bundesweit weiter an. Die Zahl der 1998 gerauchten Zigaretten lag bei ca. 145 Milliarden! Damit wird die wirtschaftliche Bedeutung des Tabakrauchens deutlich. Allein die Steuereinnahmen aus Tabakwaren lag im gleichen Zeitraum bei ca. 11 Milliarden Euro. Die sozialmedizinischen Gesamtkosten, die jährlich durch Lungenkrebs entstehen, werden auf 3 Milliarden Euro geschätzt.
Aufgrund des mikroskopischen Zellbildes werden grundsätzlich Unterschieden:
Zu den nicht kleinzelligen Bronchialkarzinome zählen die Plattenepithelkarzinome, Adenokarzinome ( die noch weiter differenziert werden), Adenosquamöse Karzinome, Großzellige Karzinome und andere seltenere Varianten. Die Feststellung des Zelltyps ist für die Therapieplanung wie auch Prognose von entscheidender Bedeutung.
Das Bronchialkarzinom führt nicht zwangsläufig zu spezifischen Beschwerden und Symptomen. Aus diesem Grund können Tumore in der Lunge auch über eine lange Zeit unentdeckt bleiben. Symptome wie Husten, Auswurf, Fieber, Atemnot, Abgeschlagenheit, Heiserkeit oder ungewollte Gewichtsabnahme und erst recht spontane Rücken- oder Schulterschmerzen und blutiger Auswurf sollten zu weiterführenden Untersuchungen Anlass geben.
Präoperative Untersuchungen
Auch im Zeitalter der hochentwickelten apparativen Medizin sind eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte und eine gründliche Körperliche Untersuchung von unverminderter Bedeutung. Je nach Erkrankungsbild werden daraufhin gezielt nicht invasive und gegebenenfalls invasive weiterführende Untersuchungen durchgeführt, die zum Teil auch ambulant in enger Zusammenarbeit mit dem Haus- und Facharzt koordiniert werden können um den Krankenhausaufenthalt so kurz und komfortabel wie möglich zu gestalten.
Ziel der präoperativen Untersuchungen ist es:
Diagnostik
Allgemein:
Bildgebende Verfahren:
Nuklearmedizinische Untersuchungen:
Kardiologische Untersuchungen:
Pneumologische Untersuchungen:
Endoskopische Verfahren:
Mediastinoskopie:
Sind alle Untersuchungen abgeschlossen so kann man im günstigsten Fall bereits vor einer Operation den Tumor entsprechend standardisierter, internationaler Vereinbarungen in 4 mögliche Stadien einteilen (Stadium I – IV nach UICC).
Grundlage hierfür ist das sog. T N M – System, welches vor einem Eingriff definiert und postoperativ endgültig festgelegt werden kann:
T = Tumorgröße (T1 – T4)
N = Lymphknotenstatus (N0 – N3)
M = Fernmetastasen (M0, M1)
Alle möglichen Behandlungsmaßnahmen richten sich nach der individuellen Stadiierung. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Spezialisten sind alle genannten Untersuchungsverfahren wie auch modernste Behandlungsmöglichkeiten unter einem Dach an der Medizinischen Fakultät der Universitätsklinik zu Köln möglich.
Dr. Khosro Hekmat
Klinikum der Universität zu Köln
25.04.06