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Parkinson

Was ist Parkinson?

Bei der Parkinson-Krankheit handelt es sich um eine Erkrankung des Nervensystems, die langsam fortschreitet. Verursacht werden die typischen Parkinson-Symptome durch eine Störung in einem kleinen, eng begrenzten Gebiet tief im Inneren des Gehirns, der sogenannten „schwarzen Substanz“ (lat. Substantia nigra). In der Substantia nigra wird der Botenstoff Dopamin hergestellt.

Botenstoffe (Neurotransmitter) übertragen die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen. Die Neurotransmitter werden von einer Zelle abgegeben („ausgeschüttet“) und docken dann an den Empfängerstellen der anderen Nervenzelle an, um die Information weiterzugeben. Ist wie bei der Parkinson-Krankheit nicht genug Botenstoff vorhanden, ist die Informationsübertragung gestört.

Die das Dopamin herstellende schwarze Substanz steht unter anderem mit dem Hirnareal Striatum (dt.: Streifenkörper) in Verbindung, wohin das Dopamin seine Informationen überträgt. Der Streifenkörper enthält zwei weitere Botenstoffe, nämlich Acetylcholin und Glutamat. Bei der Parkinson-Krankheit entsteht durch das langsame Absterben von Zellen in der Substantia Nigra ein Mangel am Botenstoff Dopamin, dadurch kommt es zu einem Ungleichgewicht der Neurotransmitter im Gehirn. Acetylcholin und Glutamat geraten ins Übergewicht.

Da aber das Gleichgewicht der Botenstoffe die Voraussetzung für gut koordinierte Bewegungen sind, ist die harmonische Steuerung der Bewegung gestört. Das führt zu den typischen Symptomen der Parkinson-Krankheit. Das fehlende Dopamin kann durch Medikamente ersetzt werden, wodurch auch die Symptome gelindert werden. Eine Heilung ist derzeit nicht möglich.

Die Erkrankung wurde erstmals im Jahre 1817 von dem englischen Arzt James Parkinson beschrieben. In seiner Monografie „An essay on the Shaking Palsy“ (Eine Abhandlung über die Schüttellähmung) wies er bereits auf das langsame Fortschreiten der Krankheit hin.

Ursachen

Die konkreten Ursachen für das Zugrundegehen der Zellen in der schwarzen Substanz sind bis heute nicht bekannt. Daher spricht man auch vom idiopathischen Parkinson-Syndrom (IPS). Es gibt genetische Untersuchungen, die zeigen, dass Veränderungen im Erbgut des Menschen vorhanden sein können, die zur Parkinson-Erkrankung führen können. Dies ist jedoch sehr selten der Fall. Es gibt einige Hinweise darauf, dass es mehrere Risikofaktoren gibt, die bei der Entstehung der Krankheit zusammenspielen. Dazu gehören z. B. die verstärkte Belastung durch Giftstoffe wie Pestizide und Schwermetalle, Medikamente oder eine Hirnerkrankung.

Symptome

Es gibt vier Hauptsymptome oder Kardinalsymptome, die die Parkinson-Krankheit kennzeichnen:

  • Rigor (Muskelsteifheit, Rigidität)
  • Tremor (Ruhezittern, Ruhetremor)
  • Akinese (auch Bradykinese oder Hypokinese; Bewegungshemmung, -armut)
  • Posturale-Instabilität (Störung der Halte- und Stellreflexe)

Diese Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sich unterschiedlich schnell entwickeln. Hinzu kommt häufig eine Störung der Gleichgewichtsreaktion.

Der Rigor, die Muskelsteifigkeit durch erhöhte Muskelspannung, tritt ebenfalls unwillkürlich auf und äußert sich als Steifigkeitsgefühl in den Extremitäten. Bewegungen fallen schwer, die Glieder bewegen sich ruckartig. In der Fachsprache wird dies als Zahnradphänomen bezeichnet. Aus dieser Steifigkeit können Schmerzen im Hals- und Schulterbereich resultieren. Durch die Spannung der Rumpfmuskulatur kommt es häufig zu einer Beugung des Rumpfs nach vorne, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.

Der Ruhetremor, also das Zittern in Ruhe, ist bei ca. der Hälfte aller Patienten das erste sichtbare Symptom der Erkrankung, denn er tritt meist bei körperlicher Entspannung auf und wird durch innere Anspannung verstärkt. Betroffen sind meist Hände und Füße. Im Schlaf verschwindet er in der Regel gänzlich.

Die Akinese kann sich z. B. in einem verlangsamten Bewegungsablauf oder einer deutlich geschwächten Beweglichkeit äußern. Dieses Symptom kann sich sehr unterschiedlich zeigen und beeinflusst fast immer das Gehen. Typischerweise wird der Gang schwungloser, es zeigt sich eine reduzierte Mitbewegung der Arme und die Schrittlänge nimmt stark ab, der Betroffene trippelt.

Die Störungen der Halte- und Stellreflexe äußern sich darin, dass Parkinson-Patienten zunehmend unsicher darin werden, ihre Körperhaltung zu kontrollieren. Da die Halte- und Stellreflexe dafür verantwortlich sind, dass der Mensch seinen Körper automatisch ausbalancieren kann. Sind diese Reflexe gestört, wird es problematisch, plötzliche und unvorhergesehene Bewegungen abzufangen. Das kann zu Gangunsicherheit und erhöhter Sturzanfälligkeit führen.

Aufgrund der beschriebenen Symptome haben die Patienten außerdem oft Probleme beim Lagewechsel, besonders das Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen fällt schwer. Außerdem kann es schwer fallen, gezielt Dinge zu heben oder kleine Bewegungen auszuführen (z. B. Schneiden des Fleischs auf dem Teller). Insgesamt sind dies Probleme bei den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL). Typisch ist auch die verkleinerte, zittrige Handschrift. Auch die Stimme verändert sich, denn die Akinese beeinträchtigt auch die Sprech- und Atemmuskulatur. Das Sprechen kann zusätzlich durch einen gestörten Schluckmechanismus beeinträchtigt werden. Auch die Gesichtsmuskulatur ist von der Bewegungsarmut betroffen, die Mimik wird reduziert, man spricht von einem so genannten Maskengesicht.

Zusätzlich zu diesen motorischen Symptomen kann es zu vegetativen Störungen kommen. Dazu gehören Speichelfluss („Pseudohypersalivation“) als Folge der Schluckstörung, obwohl Parkinson-Patienten objektiv gesehen weniger Speichel produzieren als Gesunde. Gesteigerte Talgproduktion kann zu dem so genannten Salbengesicht führen. Außerdem können Kreislaufregulationsstörungen, Blasenfunktionsstörungen, Sexualfunktionsstörungen, Bewegungsstörungen des Magen-Darm-Trakts und Temperaturstörungen auftreten.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind die psychopathologischen Veränderungen, die die Betroffenen im Alltag erheblich behindern können und die häufig unterschätzt werden, weil sie nicht so augenfällig sind wie die physischen Störungen. Bei mindestens 35-45 % der Patienten tritt eine niedergedrückte Stimmung auf, die häufig als Frühsymptom der Diagnose Jahre vorausgehen kann. Kognitive Störungen, meist beginnend mit einer Verlangsamung der Denkabläufe, treten eher bei fortgeschrittener Erkrankung auf. Optische Halluzinationen werden meistens durch die Medikation hervorgerufen. Sie deuten auf eine hirnorganische Beeinträchtigung hin und können bis zu äußerst bedrohlich empfundenem szenischen Erleben reichen.

Diagnose

Neben den offensichtlichen physischen Kardinalsymptomen sollte der behandelnde Arzt weitere Untersuchungen vornehmen. Mit diesen Untersuchungen kann er andere Krankheiten ausschließen, deren Symptome zunächst auf eine Parkinson-Erkrankung hinzudeuten scheinen.

Bei den Untersuchungen handelt es sich um den L-Dopa-Test, der überprüft, ob sich die Beschwerden verbessern, wenn der Spiegel von Dopamin im Blut steigt. Mit einer Blutuntersuchung kann festgestellt werden, ob bestimmte Stoffe, wie etwa das Schilddrüsenhormon, in der richtigen Menge vorhanden sind. Mit bildgebenden Verfahren wie Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT), Positronen-Emissions-Tomografie (PET) oder Einzelphotonen-Emissions-Computertomografie (SPECT) wird die bildliche Darstellung des Kopfes geprüft. Dabei zeigt sich, ob es sichtbare Veränderungen des Gehirns gibt.

Therapie

Da die Ursachen der Parkinson-Krankheit weitestgehend nicht bekannt sind, ist eine ursächliche Behandlung welche das Absterben der Zellen in der Substantia nigra aufhält oder vehindert, nicht möglich. Daher beschränkt sich die Therapie auf die Behandlung der Symptome. Die einfachste Methode, den charakteristischen Dopaminmangel auszugleichen, wäre die künstliche Zuführung von Dopamin. Dies geschieht hauptsächlich durch die Gabe von L-Dopa oder auch Levodopa. L-Dopa ist eine Vorstufe von Dopamin und kann im Gegensatz zu Dopamin selbst die Blut-Hirn-Schranke überwinden.

Neben der medikamentösen Behandlung können auch Operationen durchgeführt werden. Allerdings sind diese immer mit einem Risiko verbunden. Zudem kommt nicht jeder Patient für eine OP infrage. Eine Operationslösung ist die Tiefenhirnstimulation, bei der einer Art „Hirnschrittmacher“ ins Gehirn eingesetzt wird. Die positive Wirkung ist gut, wenn der schwierige und nicht ungefährliche Eingriff, der bis zu 10 Stunden dauern kann, gelingt.

Durch Sport und Krankengymnastik kann die Beweglichkeit erhalten und mögliche Unsicherheiten hinsichtlich der Körperbewegung abgebaut werden. Spezielle Physiotherapie kann gute Effekte erzielen. Dadurch, dass ein Physiotherapeut die Bewegungen überwacht, wird zudem verhindert, dass sich falsche Bewegungsmuster einschleichen und den Erfolg der Übungen verhindern. Durch eine Bewegungstherapie kann dem Parkinson-Patienten mehr Sicherheit und Selbstvertrauen im Alltag vermittelt werden.

Miriam Funk
Myriam Spätling

07.04.14

Parkinson
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