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Sonnenbrand

Sonnenbrand auf dem Rücken

Shutterstock

Was ist Sonnenbrand?

Medizinisch betrachtet ist der Sonnenbrand eine Erkrankung, auch wenn er häufig nicht als eine solche angesehen wird. Für manche Menschen gehört ein Sonnenbrand zum Urlaub oder zum Sommer einfach dazu – leider. Diese Denkweise ist völlig falsch und kann der Gesundheit enorm schaden. Der Sonnenbrand wird in der Fachsprache als Dermatitis solaris bezeichnet und ist eine durch UV-Strahlung verursachte Entzündung der Haut. Auch wenn der Sonnenbrand an sich häufig gut verheilt und zunächst keine sichtbaren Schäden hinterlässt, so können Folgeerkrankungen auftreten. Eine davon ist Hautkrebs. Bereits ohne sichtbaren Sonnenbrand beeinflussen UV-Strahlen die Haut und schädigen das Erbgut der Zellen, die DNS. Der Körper kann diese Schäden im Normalfall reparieren. Problematisch wird es jedoch, wenn sie zu häufig und in zu großem Ausmaß auftreten.

Die Haut

Die Haut ist das flächenmäßig größte Organ des Menschen. Sie grenzt das Körperinnere gegen die äußere Umwelt ab und wird deshalb auch als Hüllorgan bezeichnet. Die Haut nimmt eine Vielzahl von Funktionen war, zum Beispiel:

  • Schutzfunktion, Abschirmen des Körperinneren als mechanische, thermische und chemische Barriere
  • Temperaturregulation durch Verengung oder Erweiterung der in der Haut befindlichen Blutgefäße
  • Regulierung des Wasserhaushalts, z.B. durch Abgabe von Flüssigkeit und Salzen (Schwitzen)
  • Sinnesfunktion, z.B. durch Wahrnehmung von thermischen Reizen, Berührungen, Schmerzen
  • Immunfunktion, z.B. im Rahmen von Infektionserkrankungen und Allergien
  • Kommunikation, z.B. durch Erröten oder Erblassen

Um diese vielfältigen Funktionen wahrnehmen zu können, ist ein spezieller Aufbau notwenig. Die Haut ist deshalb in verschiedene Schichten unterteilt, ähnlich einer Zwiebel. In jeder Schicht befinden sich bestimmte Zellen und Strukturen, die bestimmte Aufgaben übernehmen. Von innen nach außen ist die Haut folgendermaßen geschichtet:

  • Subcutis (Unterhaut)
  • Dermis (Corium, Lederhaut)
  • Epidermis (Oberhaut)

Die Barrierefunktion der Haut

Die äußere Schicht der Haut ist die Epidermis. Sie besteht an der Oberfläche aus verhornten Zellen, dem so genannten Stratum corneum. Dieses stellt eine physikalische Barriere dar. Zum einen schützt es den Organismus vor dem Eindringen äußerer Einflüsse ins Innere, zum anderen verhindert es, dass Inneres ungewollt nach außen gelangt. Die Barrierefunktion der Haut ist sowohl thermischer, chemischer als auch mechanischer Natur. Sie schützt unter anderem auch vor UV-Strahlung, die den Sonnenbrand auslöst, wenn auch nur zeitlich begrenzt.

Sonnenbrand und Schatten

Es ist wichtig zu wissen, dass UV-Strahlen, die einen Sonnenbrand auslösen, Wolken durchdringen und auch im Schatten wirksam sind. Man kann also nicht nur dann einen Sonnenbrand bekommen, wenn man sich in der prallen Sonne befindet. Vor allem Sand, Wasser und Gebäude reflektieren die Strahlung, sodass man sich ihr unbemerkt aussetzt. Dies ist besonders für sehr empfindliche Menschen wichtig und sollte entsprechend berücksichtigt werden.

Sonnenbrand und Wasser

Wasser lässt in normaler Schwimmtiefe bis zu 60 % der UV-Strahlung des Sonnenlichts durchtreten. Die Haut wird also im Wasser genauso geschädigt wie an der Luft. Nur ist das Wasser trügerisch – da es die Haut kühlt, wird ein entstehender Sonnenbrand häufig nicht bemerkt. Besonders oft entstehen starke Sonnenbrände beim Schnorcheln. Es ist daher ratsam, auch wenn es auf den ersten Blick merkwürdig aussieht, dabei ein T-Shirt zu tragen.

Folgeerkrankungen

Sonnenbrände können die Entstehung von Hauttumoren begünstigen, auch wenn sie schon Jahrzehnte zurückliegen. Die Tumoren sind oftmals bösartig, denn Sonnenbrand ist einer der Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Hautkrebs. Es kann schwarzer Hautkrebs, das sogenannte Melanom entstehen. Auch Basaliome (Basalzell-Hautkrebs) und Spinaliome (Stachelzell-Hautkrebs) können die Folge sein.

Auch nach einem einzigen schweren Sonnenbrand können Folgen zurückbleiben. Leichte Sonnenbrände sind in der Regel nach ein oder zwei Wochen verheilt. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich beim Sonnenbrand um Verbrennungen ersten Grades, die gut abheilen. Tritt jedoch eine Blasenbildung auf, so ist dies ein Anzeichen für eine Verbrennung zweiten Grades. Sie kann helle, depigmentierte Narben und Hautverdickungen zurücklassen.

Neben verschiedenen Erkrankungen haben häufige Sonnenbrände auch kosmetische Folgen. Wer heute wiederholt zu lange in der Sonne war, wird es wahrscheinlich in einigen Jahren bereuen. Denn durch die übermäßige Strahleneinwirkung und die daraus resultierende Schädigung altert die Haut vorschnell. Das Ergebnis ist eine frühe Faltenbildung und eine vorzeitige Entstehung von Altersflecken.

Neben der Haut können auch die Augen bei häufiger ungeschützter Einwirkung von UV-Strahlen erkranken. Zu den Krankheiten, deren Entstehung durch das Einwirken von UV-Strahlen stark begünstigt wird, zählt der graue Star. Dabei handelt es sich um eine Trübung der Augenlinse.

Lydia Köper

28.04.11

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