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Allergie

Liv friis-larsen / Shutterstock

Als Allergie bezeichnet man die übermäßige und teilweise heftige Abwehrreaktion des Immunsystems auf körperfremde Stoffe (Antigene).

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Normalerweise kann der Körper harmlose und gefährliche Antigene voneinander unterscheiden, allerdings findet bei einer Allergie eine „Überreaktion“ des Immunsystems gegen bestimmte Antigene (Allergene) statt.

Bei einer „normalen“ Abwehrreaktion“ bildet der Körper Antikörper, die an die Antigene andocken und sie dadurch unschädlich machen (es entsteht ein Antigen-Antikörper-Komplex, der dann von bestimmte weißen Blutkörperchen „gefressen“ wird).

Das Immunsystem „merkt“ sich die Substanz, die sie mit der Bildung von Antikörpern bekämpfen musste und produziert bei einem erneuten Kontakt eine noch größere Anzahl, was man dann schon Allergie nennt.

Bei einer „Überreaktion“ bildet das Immunsystem also übermäßig viele Antikörper, um den Körper vor einem „anaphylaktischen Schock“ zu schützen. (Ein anaphylaktischer Schock ist eine extreme Abwehrreaktion des ganzen Körpers, bei der der Blutdruck abfällt und es zu einer lebensgefährlichen Verkrampfung der Bronchialmuskulatur kommen kann).

Durch die hohe Anzahl an Antigen-Antikörper-Komplexen, entstehen entsprechend viele weiße Blutkörperchen, die unter anderem als Nebenprodukt das Hormon Histamin bilden, dass für die bekannten allergischen Reaktionen wie Anschwellen der Nasenschleimschleimhäute oder Hautirritationen verantwortlich ist.

Symptome

Verschiedene Symptome können bei einer Allergie auch in Kombination auftreten:

  • Atemwegserkrankungen (z. B. „Heuschnupfen“, Asthma bronchiale, Schwellung der Schleimhäute)
  • Rötung und Tränen der Augen
  • Müdigkeitsgefühl
  • Konzentrationsstörungen
  • Hautreaktionen (z. B. Ekzeme, Neurodermitis)
  • Fieber
  • Bindehautentzündung

wobei die Aufnahme des Allergens nicht unbedingt entscheidend ist für die Reaktion des Immunsystems (z. B. löst ein über die Luft aufgenommenes Allergen nicht automatisch eine Reaktion der Atemwege aus).

Typ I, Soforttyp

Bei diesem Allergie-Typ findet eine unmittelbare Reaktion des Immunsystems auf das Allergen statt (teilweise innerhalb von Sekunden oder Minuten). Es handelt sich dabei meistens um ein Eiweißstoff, der wie oben beschrieben mit Antikörpern gebunden wird. Die Reaktion des Körpers kann bis hin zu einem anaphylaktischen Schock führen.

Auslöser können verschiedene Allergene sein:

  • Pollen
  • Nahrungsmittel
  • Insektengift
  • Arzneimittel
  • Schimmelpilz
  • Tierhaare
  • Hausstaubmilben

Typ II, zytotoxischer Typ

Hier kann eine Reaktion innerhalb von Minuten oder Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen eintreten. Im Blutkreislauf entstehen Antigen-Antikörper-Komplexe mit körpereigenen IgG-Antikörpern, die ihrerseits zytotoxische Zellen aktivieren. Diese zerstören wiederum körpereigene Zellen. Die Zahl von roten und weißen Blutkörperchen kann dadurch auf ein gefährliches Niveau sinken.

Meist kommt diese seltene Form der Reaktion bei einer Allergie gegen bestimmte Medikamente vor.

Typ III, Immunkomplex-Typ

Auch bei diesem Typ entstehen die Symptome erst nach ein paar Stunden oder Tagen des Allegenkontaktes statt. Es findet eine „Verklumpung“ von Antigenen und Antikörpern statt, die in Gewebe eindringen, es angreifen und allergische Gefäßentzündungen hervorrufen kann. So entsteht z. B. die Farmer-Lunge oder die Serumkrankheit.

Typ IV, Spättyp

Eine Reaktion beim Spättyp kann nach Stunden oder Tagen entstehen. Statt der Antikörper werden aber sogenannte T-Zellen (T-Lymphozyten) freigesetzt.

Weiße Blutkörperchen, die an den Ort des Allergens gelangen, führen zu einer Entzündung an dieser Stelle (Hautrötungen, nässende Ausschläge etc.), weshalb man auch von einer Kontaktallergie spricht.

Chemikalien und Metalle sind meistens die Auslöser. Typische Formen sind die Reinigungsmittelallergie, Allergie gegen Metalle, Allergie gegen Medikamente, Latex- und Chlorallergie.

Diagnose

Es gibt verschiedene Arten eine oder mehrere Allergien festzustellen.

Hauttest

Standardmäßig wird zunächst ein Hauttest durchgeführt. Dies ist ein Provokationstest, bei dem bekannte Allergene in konzentrierter Form mit der Haut in Kontakt gebracht werden.

Bei einer vorliegenden Allergie wird Histamin an der Kontaktstelle freigesetzt, was zu einer Entzündung führt. Durch die Intensität der Hautreaktion kann der Grad der allergischen Reaktion ermittelt werden.

  • Der Pricktest ist wohl die am häufigsten angewandte Methode, bei der die Allergiekonzentrate auf die Haut (meistens der Rücken oder die Arme) aufgetragen wird und die Haut an dieser Stelle leicht eingestochen wird, sodass das Allergen ca. 1 mm unter die Haut gelangen kann. Dieser Test stellt ausschließlich Allergene organischer Art fest und bildet meist nur den Beginn einer Testreihe, wenn der allergieauslösende Stoff nicht zu den „klassischen“ gehört.
  • Beim Scratchtest dagegen wird die Haut ca. 5 mm „angeritzt“, sodass das Allergen in die Haut eindringen kann. Dies wird am Unterarm (in der Beugung) durchgeführt.
  • Bei sehr empfindlichen Menschen greift man auf den Reibetest zurück, wobei der Testperson das Konzentrat kräftig an die Innenseite des Unterarms gerieben wird.
  • Eine schmerzhaftere Testform ist der Intrakutantest, bei der das Allergen mit einer Kanüle direkt in die Haut gespritzt wird
  • Beim Pflastertest wird auf Kontaktallergene gestestet, wobei die Pflaster, die das Allergenkonzentrat tragen, ca 2-3 Tage auf der Haut getragen werden müssen

Weitere Provokationstests

Außer den Hautprovokationstests kann der Testperson das potentielle Allergen auch auf anderem Wege zugeführt werden. Das kann z. B. über die Atemwege (als Inhalation oder Nasenspray) geschehen.

Bluttests

Ein Bluttest kann als Alternative oder ergänzend zum Hauttest vorgenommen werden. Beim Bluttest wird Immunglobulin E im Blut nachgewiesen. Da alle Antikörper Immunglobuline sind, kann man nur das Vorliegen einer Allergie diagnostizieren, nicht aber den Auslöser festmachen.

Es kann allerdings auch eine Blutuntersuchung auf ein spezifisches Immunglobulin durchgeführt werden. Dies kann aber nur durch einen vorhergehenden Hauttest belegt werden, bei dem das Allergen schon festgestellt wurde.

Entstehung

Die genauen Gründe für die Entstehung einer Allergie sind noch nicht vollständig geklärt, aber es gibt eine Reihe von Studien und Untersuchungen, die auf unterschiedliche Auslöser hinweisen:

  • genetische Vererbung durch Eltern und Großeltern
  • Ernährung, die Allergien fördern kann
  • Das Immunsystem wird in der Kindheit, also in der Entwicklungsphase nicht genug gefordert, da zu geringer Kontakt mit bakteriellen Erregern zu Stande kommt (z. B. durch starke Desinfektion der Lebensräume).
  • Wegfall von, in der Vergangenheit, weit verbreiteten Infektionen
  • Erhöhte Pollenkonzentration als noch vor Jahrzehnten
  • Erhöhte Aufnahme von Antibiotika durch die Nahrung und dadurch eine Beeinflussung der Darmflora

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung ist natürlich sich dem Kontakt mit dem entsprechenden Allergen zu entziehen. Dies ist uns allerdings in den meisten Fällen nicht möglich (z. B. Hausstaubmilbenallergiker, Pollenallergiker). Trotzdem kann man die Konzentration der Allegene durch entsprechende Maßnahmen verringern.

  • bei Hausstaubmilbenallergie sollte man die Wohnung den Umständen anpassen, d. h. z. B. Laminat oder Parkett anstatt Teppich verlegen und häufiger feucht wischen; Matratzen und Bettwäsche für Allergiker benutzen; wenige Polstermöbel anschaffen.
  • Liegt eine Schimmelpilzallergie vor, sollte die Wohnung auf Schimmelbefall hin untersucht und saniert werden (gerade kalte Stellen an der Mauer und weniges Lüften kann zu Schimmelbildung führen)
  • Säuglinge mit erhöhtem Allergierisiko (da eines der Elternteile oder beide bereits Allergiker sind) sollten mindestens 6 Monate gestillt oder mit hypoallergener Nahrung ernährt werden.
  • Pollenallergiker haben es am schwersten, sich den Allergieauslösern zu entziehen, da man einen Kontakt fast nicht umgehen kann. Trotzdem können auch sie verschiedene Möglichkeiten nutzen, den Kontakt zu vermindern: z. B. durch Pollenfilter, die an den Fenstern der Wohnung oder im Auto angebracht werden; Kleidung die außerhalb getragen wurde nicht im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer ablegen; vor dem Schlafengehen die Haare waschen – also die „eingeschleppten“ Pollen möglichst nicht in der Wohnung zu verteilen.
  • Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt, der Ihnen noch weitere Tipps geben kann

Therapie

  • Allergologen können mit einer Hyposensibilisierung den Körper auf den Kontakt mit dem entsprechenden Allergen vorbereiten, sodass dieser nicht mehr allergisch reagiert. Dabei wird das Allergen in geringer Konzentration in die Unterhaut gespritzt und die Dosis bei jeder Behandlung geringfügig erhöht. Der Körper soll so lernen sich auf das Allergen einzustellen und nicht „überzureagieren“. Diese Therapie kann bis zu drei Jahre dauern.
  • Bei der medikamentösen Behandlung wird durch Antihistaminika und Kortisone die Allergie unterdrückt, sodass die Symptome schwächer oder gar nicht auftreten. Allerdings wird hierbei die Allergie nicht bekämpft, sodass eine regelmäßige Einnahme der Medikamente erforderlich ist. Sie gibt es z. B. in Form von Tabletten, Sprays und Augentropfen.
  • allergenreduzierte Ernährung (z. B. auf Nüsse verzichten, andere Apfelsorten), sprechen Sie hier mit Ihrem behandelnden Arzt

16.12.13

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