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Allergische Rhinokonjunktivitis

Die allergische Rhinokonjunktivitis (AR) ist eine der häufigsten allergischen Erkrankungen. Der Begriff beschreibt einen allergischen Schnupfen, der mit Bindehautentzündung einhergeht. Dazu gehören einerseits der Heuschnupfen und anderseits der ganzjährige Schnupfen. Die Erkrankung beginnt meist in der frühen Kindheit, führt nicht selten über Jahrzehnte zu lästigen Symptomen und hat oft Auswirkungen auf das Sozialleben, die schulische Leistungsfähigkeit und die Arbeitsproduktivität der Patienten.

Oft tritt die AR in Verbindung mit weiteren Erkrankungen auf, wie Asthma, Nahrungsmittelallergie, atopisches Ekzem (atopische Dermatitis, Neurodermitis), Sinusitis und anderen. Das Risiko eines Asthmaleidens ist bei AR-Patienten dreimal höher als in der Normalbevölkerung. Bei der Erkrankung treten allergische Reaktionen beispielsweise gegen Staub, Pollen oder andere Allergene auf. Zu den typischen Befunden gehören starker Juckreiz, vermehrter Tränenfluss und häufig ausgeprägte Lidschwellung.

Neuere Erkenntnisse haben gezeigt, dass die allergische Rhinokonjunktivitis als Teil einer systemischen Erkrankung zu betrachten ist. Sie wird klinisch definiert als eine symptomatische Überempfindlichkeitsreaktion der Nase, ausgelöst durch eine Entzündung der Nasenschleimhaut. Lange wurde sie in eine saisonale, ganzjährige oder berufsbedingte Form unterteilt. Doch saisonale Allergene wie Pollen oder Schimmelpilzsporen können über viele Monate des Jahres präsent sein, und ganzjährige Allergene wie Milben zeigen saisonale Schwankungen bezüglich ihrer Konzentration. Daher stehen heute die Dauer und Schwere der Symptomatik im Vordergrund, also ihre Ausprägung und ihre Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten.

Die nasale Hyperreaktivität ist ein wichtiges Merkmal der AR. In der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) ist sie definiert als eine verstärkte Antwort auf unspezifische Reize (Tabakrauch, Stäube, Geruchsstoffe, Temperaturänderungen, Anstrengung) mit der Folge von Niesen, nasaler Obstruktion und/oder Sekretion. Etwa ein Drittel der AR-Patienten leiden unter einer persistierenden Form, bei der die Symptome an mehr als vier Tagen pro Woche und länger als vier Wochen auftreten, zwei Drittel unter einer intermittierenden Form (weniger als vier Tage bzw. vier Wochen).

Diagnose einer allergischen Rhinokonjunktivitis

Zur Diagnose einer allergischen Rhinokonjunktivitis gehört neben der Anamnese (im Gespräch mit dem Patienten werden auch Fragen zum familiären Umfeld, zu Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität einbezogen) auch die klinische Untersuchung, etwa die Nasen-Endoskopie. Um die Hautreaktion zu testen, wird eine kleine Menge einer Allergenlösung auf die Haut getropft (Pricktest). Dann wird die Haut unter dem Tropfen oberflächlich angeritzt, um das Eindringen des Allergens zu ermöglichen. Eine Sensibilisierung zeigt sich nach 20 Minuten als Quaddel mit Rötung. Zu den weiteren Diagnoseverfahren, die unter Umständen angewendet werden müssen, gehört der Nasale Provokationstest, bei dem das vermutete Allergen auf die Nasenschleimhaut gebracht wird.

Therapie einer allergischen Rhinokonjunktivitis

Als beste Behandlungsform der allergischen Rhinokonjunktivitis gilt die Allergenkarenz, also die Vermeidung der allergieauslösenden Stoffe. Je nach Allergen kann dies zum Beispiel die Anschaffung neuer Matratzen (bei allergischer Reaktion auf Hausstaubmilben) oder das tägliche Haarewaschen (bei Pollen) bedeuten. Doch ist es in den meisten Fällen nicht möglich, allen Allergenen aus dem Weg zu gehen.

Für die medikamentöse Therapie gibt es inzwischen zahlreiche Arzneimittel, etwa Antihistaminika. Sie werden durch den Mund eingenommen oder örtlich (Nase bzw. Augen) angewandt. Moderne Antihistaminika erfüllen gemäß den Leitlinien der DGAI zur allergischen Rhinokonjunktivitis die folgenden Kriterien:

  • Wirksamkeit über 24 Stunden, einmalige tägliche Gabe, schneller Eintritt der Wirkung
  • keine störenden Wirkungen (Interferenzen) mit Nahrungsaufnahme, anderen Arzneistoffen oder intestinalen (Darm-)Transportproteinen
  • additive antiallergische Effekte (nachgewiesen am Patienten)
  • spezifischer, potenter H1-Rezeptorantagonismus (H1-Antihistaminika der „dritten Generation“)
  • Wirkung auf alle Symptome der allergischen Rhinokonjunktivitis, einschließlich der nasalen Obstruktion (Verstopfung der Nase)
  • keine beruhigende Wirkung (Sedierung) oder Beeinträchtigung der psychomotorischen Leistungen
  • keine das Herz schädigenden (kardiotoxischen) Effekte
  • keine anderen Nebenwirkungen wie anticholinerge Effekte, Gewichtszunahme, Leber- und Nierentoxizität

Zu den Therapeutika der „ersten Wahl“ bei AR gehören neben den Antihistaminika auch die sog. topischen Glukokortikoide. Ihr regelmäßiger Einsatz vermindert die nasalen Symptome stärker als orale Antihistaminika und verringert nachhaltig die Konzentration verschiedener Entzündungsauslöser in der Nasenschleimhaut. Allerdings sind sie den oralen Antihistaminika bei der Unterdrückung der allergischen Augensymptome unterlegen. Deshalb kann eine Kombination von nasalem topischen Glukokortikoiden und systemischem Antihistaminikum sinnvoll sein.

Weitere in der Therapie der AR verwendete Medikamente sind Cromone, Leukotrien-Rezeptorantagonisten und abschwellende Mittel (Dekongestiva). Sie werden in speziellen Fällen bzw. in Verbindung mit anderen Mitteln eingesetzt.

Die Spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung genannt, sollte möglichst früh im Krankheitsverlauf genutzt werden. Bei dieser Methode werden in zunehmenden zeitlichen Abständen steigende Dosen des jeweiligen Allergens zugeführt (meist durch Spritzen unter die Haut), um einen Gewöhnungseffekt auszulösen. Die SIT kann auch bei gleichzeitig bestehendem Asthma eingesetzt werden und reduziert die nasalen und bronchialen Symptome einer allergischen Rhinokonjunktivitis.

Die Therapie ist z.B. bei Allergenen wie Baum- oder Gräserpollen, Hausstaubmilben oder Katzenallergen geeignet. Eine Hyposensibilisierung sollte nur von allergologisch erfahrenen Ärzten durchgeführt werden. Für Patienten, die auf die Behandlung ansprechen, wird derzeit eine mindestens dreijährige Therapiedauer empfohlen.

Quelle: Allergikus 1/2011

02.05.11

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