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Blasenkrebs

Blasenkrebs ist auch unter den Begriffen Harnblasenkrebs, Blasenkarzinom oder Harnblasenkarzinom geläufig. Jährlich erkranken etwa 11.400 Männer und 4.200 Frauen in Deutschland an Blasenkrebs. In den meisten Fällen entwickelt sich der Tumor aus Schleimhautzellen der Blase, dem sogenannten Urothel.

Die Blase

Das Ausscheiden flüssiger Stoffe aus dem Körper, die nicht verwertet werden können, erfolgt über den sogenannten Urogenitaltrakt. Dazu zählen alle Organe, die mit dem Harn in Verbindung stehen: Niere, Harnleiter, Blase und Harnröhre. Der Harn entsteht in der Niere durch Filtrationsprozesse, wird über die Harnleiter zur Blase geführt und dort dann gesammelt, bis er über die Harnröhre abgegeben wird. Die Abgabe des Harns aus der Blase wird über Muskeln kontrolliert, die den Blasenausgang verschließen und nur dann, wenn es vom Menschen gewollt ist, den Harn austreten lassen.

Die Blase selbst liegt im Beckenbereich. Sie ist dehnbar und verändert ihre Größe, je nach Füllungszustand. Die menschliche Blase kann beim Mann bis zu 750 ml Harn aufnehmen, das Gefühl von Harndrang setzt allerdings bereits bei etwa 300 ml ein. Am unteren Ende der Blase befindet sich der Blasenhals, der für das Öffnen und Schließen des Organs verantwortlich ist und in die Harnröhre mündet.

Die Blase besteht aus drei Gewebeschichten. Die äußere Schicht der Blase enthält Nerven, Blut- und Lymphgefäße, die mittlere besteht aus Muskelgewebe. Die innere Schicht der Blase, das Urothel, ist eine Schleimhaut, die das Organ vor dem Urin schützt und es komplett auskleidet.

Formen von Blasenkrebs

Bei Blasenkrebs können verschiedene Formen unterschieden werden. Die Einteilung von Blasenkrebs erfolgt abhängig davon, aus welchen Zellen sich der Tumor entwickelt. Die weitaus häufigste Form von Blasenkrebs ist das Übergangszellkarzinom oder Urothelkarzinom. Es entwickelt sich aus dem Urothel, also der Schleimhaut, die die Blase innen auskleidet. Man bezeichnet die Zellen dort auch als Übergangszellen, daher der Begriff Übergangszellkarzinom.

Andere Formen von Blasenkrebs treten sehr viel seltener auf. Dabei bildet sich der Krebs aus anderen Zelltypen als dem Urothel. Mögliche Formen von Blasenkrebs sind zum Beispiel das Plattenepithelkarzinom oder das Adenokarzinom. Ersteres bildet sich aus Plattenepithelzellen, letzteres aus Drüsenzellen.

Wachstumsformen von Blasenkrebs

Nicht nur in Bezug auf die Zelltypen aus denen sich Blasenkrebs entwickelt, sondern auch bei der Form des Wachstums lassen sich Unterscheidungen feststellen. 75 % der Fälle von Blasenkrebs, die bei einer Erstuntersuchung diagnostiziert werden, gehören dem oberflächlichen Krebs der Blase an. Diese Form von Blasenkrebs ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die bösartigen Zellen nur oberflächlich ausgebreitet haben. Es kann jedoch zu einem Vordringen in tiefere Schichten kommen, dann spricht man vom sogenannten infiltrierenden Blasenkrebs. Er erreicht die unter dem Urothel gelegene Muskelschicht der Blase und kann sich im weiteren Verlauf auf andere Organe, wie Prostata oder Gebärmutter, ausbreiten. Ein oberflächlicher Blasenkrebs kennzeichnet ein recht frühes Stadium. Liegt hingegen eine infiltrierende Form vor, so ist der Blasenkrebs bereits fortgeschritten.

Häufigkeit von Blasenkrebs

Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen an Blasenkrebs liegt in Deutschland bei etwa 16.000. Männer sind dabei dreimal so oft betroffen wie Frauen. Damit liegt der Blasenkrebs bei Männern in der Liste der häufigsten Krebserkrankungen deutlich weiter vorne – nämlich auf dem vierten Platz, hinter dem Lungen-, Prostata- und Darmkrebs. Blasenkrebs ist dadurch gekennzeichnet, dass er fast ausschließlich in höherem Alter, in etwa zwischen dem 65. und 85. Lebensjahr, auftritt. Das mittlere Alter bei Diagnosestellung von Blasenkrebs beträgt bei Männern 72 Jahre und bei Frauen 74 Jahre. Im mittleren oder jungen Erwachsenenalter kommt Blasenkrebs kaum vor.

Symptome und Diagnose bei Blasenkrebs

Symptome, die auf Harnblasenkrebs hindeuten können, sind Blut im Urin und Schmerzen beim Wasserlassen. Bei der Feststellung dieser Anzeichen sollte ein Arzt zur Abklärung der Symptome aufgesucht werden, besonders weil die Erkrankung oft lange keine Symptome zeigt. Die Diagnose findet in der Regel mittels Blasenspiegelung und Gewebeentnahmen (Biopsien) statt. Weitere Verfahren sind Röntgen, Computertomographie und Kernspinuntersuchung.

Hauptrisikofaktoren

Der größte Risikofaktor für die Erkrankung an Blasenkrebs ist das Rauchen von Zigaretten. Auch Passivrauchen trägt zum Risiko bei. Raucher haben je nach Häufigkeit und Dauer des Tabakkonsums ein zwei- bis sechsfaches Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken. Daneben herrscht ein Zusammenhang zwischen der Tumorbildung und dem Kontakt mit bestimmten krebserregenden chemischen Stoffen, sogenannten aromatischen Aminen, denen berufsbedingt beispielsweise Zahntechniker oder Friseure ausgesetzt sind. Bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts gilt Blasenkrebs durch den Kontakt mit aromatischen Aminen – damit der am längsten bekannte Risikofaktor – als Berufskrankheit und hat in der Häufigkeit seitdem zugenommen.

Weitere Risikofaktoren, die zur Entstehung von Blasenkrebs führen können

Auch genetische Ursachen, Bestrahlungsbehandlungen und der Gebrauch bestimmter Medikamente können Blasenkrebs bedingen. Der Konsum bestimmter Lebensmittel wird als Ursache für Blasenkrebs noch untersucht. Eine weitere Beziehung konnte zwischen dem chronischen Auftreten von Blasenentzündung (Zystitis) und der Tumorentstehung festgestellt werden, was für eine unmittelbare Behandlung von Blasenentzündung spricht. In einigen Teilen der Welt sind auch durch Parasiten verursachte Infektionen eine Ursache für Blasenkrebs.

Wenn man an Blasenkrebs erkrankt

Beim Blasenkrebs spielt die Früherkennung eine entscheidende Rolle. Je früher Blasenkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Sichtbares oder unsichtbares Blut im Urin ist neben häufigem oder schmerzhaftem Wasserlassen das Haupt- und Frühsymptom von Blasenkrebs. Wer eine solche Veränderung bei sich feststellt, sollte einen Arzt aufsuchen, um die genaue Ursache zu klären. Oft stecken andere Erkrankungen hinter den Beschwerden – dies kann aber nur der Arzt feststellen.

Wird Blasenkrebs diagnostiziert, so ist neben der eigentlichen Therapie auch der richtige Umgang mit der Erkrankung wichtig. Die Blasenkrebs-Diagnose ändert das Leben schlagartig, sie löst Ängste und Unsicherheiten aus. Die Betroffenen müssen lernen, ihre Krankheit als Schicksalsschlag zu akzeptieren und nach vorne zu schauen. Nur so kann der Kampf gegen die Erkrankung aufgenommen werden. Menschen aus dem direkten Umfeld sollten die Betroffenen wo immer möglich unterstützen.

Leben mit Blasenkrebs

Auch nach einer erfolgreichen Therapie ist das Kapitel Blasenkrebs für die Betroffenen keineswegs vorüber. Die Rückkehr in das alte, alltägliche Leben ist nach einer solchen Krankheit, die doch einige Veränderungen mit sich bringt, nicht einfach. Wichtig ist, dass die Betroffenen einen offenen Umgang mit dem Blasenkrebs und den daraus resultierenden Problemen und Auswirkungen finden. Nur wer spricht, kann Hilfe in Anspruch nehmen und muss seine Sorgen und Ängste nicht allein tragen. Es ist durchaus verständlich, dass jemand nach der Belastung der Therapie von Blasenkrebs das Bedürfnis hat, sich zurückzuziehen und sich in Ruhe von dem durchlebten Schicksalsschlag zu erholen. Dennoch ist ein Rückzug auf Dauer der falsche Weg.

Schrittweise Integration

Es verlangt niemand, sofort wie früher wieder am Leben der Menschen im eigenen Umfeld teilzunehmen. Es ist aber ebenso wichtig zu bedenken, dass die Rückkehr aus einem völligen Rückzug von Familie, Freunden und Verwandten immer schwerer wird. Es ist deshalb zu empfehlen, möglichst frühzeitig wieder am öffentlichen Leben und an gesellschaftlichen Anlässen teilzunehmen. Überwiegt die Erschöpfung, können Kompromisse gefunden werden. So muss an einem Familientreffen ja nicht gleich komplett teilgenommen werden, eine stundenweise Anwesenheit reicht zunächst auch aus – und stößt mit Sicherheit auf Verständnis. So kann nach und nach immer mehr des alten Lebens zurückgewonnen werden.

Selbsthilfegruppe

Insbesondere für Menschen, denen es einfacher fällt, mit fremden Menschen über die eigenen Probleme und Sorgen zu sprechen als mit der eigenen Familie und Freunden, empfiehlt es sich, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Aber auch allen anderen Menschen, die an Blasenkrebs erkrankt sind oder waren, kann eine solche Selbsthilfegruppe viel geben.

Dort begegnet man Menschen, die die eigenen Ängste und Sorgen genau verstehen – weil sie sie von sich selbst kennen. Nicht selten fühlen sich die Betroffenen unverstanden, weil die Menschen im direkten Umfeld nicht dasselbe erlebt haben und manche Dinge daher nur schwer einschätzen können. Ein weiterer Aspekt bei Blasenkrebs, der den Betroffenen oft Schwierigkeiten bereitet, ist das Sprechen über spezifische Folgen der Therapie wie Inkontinenz oder Erektionsstörung. Auch dies fällt häufig mit zunächst fremden Leuten, die ebenfalls an Blasenkrebs erkrankt sind, deutlich leichter.

Beeinträchtigung der Lebensqualität

Durch Blasenkrebs bzw. die daraus resultierende Therapie kann die Lebensqualität der Betroffenen dauerhaft eingeschränkt sein. Als besonders einschneidend werden in der Regel Inkontinenz und Erektionsstörungen bei Blasenkrebs empfunden. Es ist daher wichtig, mit dem behandelnden Arzt offen über diese möglichen Auswirkungen zu sprechen – vor und nach der Behandlung.

Treten entsprechende Probleme auf, ist es wichtig, mit dem Partner oder der Partnerin offen darüber zu sprechen. Eine liebevolle und zärtliche Beziehung kann trotz dieser Einschränkungen bestehen bleiben, wenn offen damit umgegangen wird. Es macht keinen Sinn, zu schweigen. Wer sich schwer tut, sollte Hilfe in Anspruch nehmen, zum Beispiel von einem Psychotherapeuten oder einem Psychoonkologen.

Lydia Köper, Barbara Kliem

21.05.15

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