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Deutsche Diabetes Föderation: Strategien für 2017

Prävention, Digitalisierung und der gemeinsame Dialog mit anderen Selbsthilfeverbänden – das hat sich die Deutsche Diabetes Föderation (DDF) für die Zukunft vorgenommen. „Es ist wichtig, dass die Selbsthilfe gegenüber der Politik mit einer Stimme spricht“, erklärt Dr. Klaus-Dieter Warz, Vorsitzender der DDF. „Wir wünschen uns daher ein Bündnis mit den anderen Organisationen in der Diabetes-Selbsthilfe, um die etwa acht Mio. Menschen mit Diabetes in Deutschland angemessen auch vor gesundheitspolitischen Entscheidungsträgern vertreten zu können. Wichtig ist uns aber, an der föderalen Struktur festzuhalten.“ Auch die Synchronisierung von ähnlichen Projekten der verschiedenen Selbsthilfeverbände, etwa die Fortbildung für Lehrer im Umgang mit Diabetes, könnten sinnvoll sein.

Die DDF hat ca. 20.000 Mitglieder – sie umfasst derzeit bereits fünf Landesorganisationen, den Bund für Kinder und Jugendliche (BdKJ) sowie den Fachverband für Pankreatektomierte (AdP). Aktuell steht die Selbsthilfe vor großen Herausforderungen, sagt Dr. Warz: „Ein großes Problem in der Selbsthilfe ist die Altersstruktur – viele Engagierte und die Gruppenleiter sind bereits im fortgeschrittenem Alter. Es ist daher essenziell, auch die Jugend anzusprechen und für die Selbsthilfe zu gewinnen. Es gibt in Deutschland acht Mio. Menschen mit Diabetes, von denen nur ca. 0,4 % in der Selbsthilfe organisiert sind – da ist also noch viel Potenzial.“

Digitalisierung als Zukunftsstrategie

Eine Strategie für die Zukunft der Selbsthilfe, gerade was das Gewinnen von jungen Menschen betrifft, soll daher die Digitalisierung sein, erklärt Dr. Warz: Geplant ist der Aufbau eines sozialen Netzwerkes, das ähnlich wie Facebook funktioniert. Hier soll es möglich sein, anhand der von den Nutzern eingegebenen Profile Gruppen beizutreten und Nutzer im gleichen Alter, mit gleicher Diabeteserkrankung und in der gleichen Region wohnend, zusammenzubringen – virtuell, aber möglichst auch analog, im wirklichen Leben. Wichtig hierbei, betont Dr. Warz, ist das Thema Datenschutz, gerade, weil es auch um gesundheitsbezogene Daten gehe: Der Serverstandort sei daher in Deutschland, das Netzwerk verschlüsselt. Und um den derzeit viel diskutierten „Fake News“ vorzubeugen, werden Chats zu bestimmten Themen von Diabeteslotsen und in besonderen Fällen von Experten moderiert, so Dr. Warz.

Ein weiteres wichtiges Projekt der DDF für die Zukunft ist die Prävention: „Die Prävention von Diabetes ist uns sehr wichtig – denn wenn die Zahl der Erkrankten weiterhin stark steigt, haben wir in Zukunft ein Versorgungsproblem bzw. können die derzeitige Versorgungsqualität nicht mehr aufrechterhalten“, betont Dr. Warz. Auch in diesem Punkt setzt der DDF auf einen digitalen Ansatz: Um Zielgruppen übergreifend alle gefährdeten Personen anzusprechen und sich selbst auf ein mögliches Diabetesrisiko einfach und unkompliziert zu testen, wurde als zentrales Instrument der Kampagne eine Webseite zum GesundheitsCheck DIABETES ins Leben gerufen. Der Inhalt der Seite basiert auf dem Fragebogen Fragebogen FINDRISC (FINnish Diabetes RIsk Score), eingedeutscht FINDRISK („Finde Dein Risiko“), der von der Deutschen Diabetes Stiftung in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Peter E. H. Schwarz, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, entwickelt worden ist.

Hierbei gehe es in erster Linie um gefährdete Personen für den Typ-2-Diabetes. Das Besondere: „Dem Nutzer werden gleich Handlungsempfehlungen angezeigt, beispielsweise, wo sportliche Bewegungsprogramme, Meditationsprogramme, ein Ernährungskurs in der Nähe stattfinden oder auch der Verweis auf die regionale Hotline der Mitgliedsorganisation, bei der man rund um das Thema Diabetes beraten wird“, erklärt Dr. Warz. Der DDF hofft, mit diesem Ansatz bereits Menschen aufzufangen, die von ihrer Diabeteserkrankung noch nichts wissen und durch eine Umstellung des Lebensstils eine medikamentöse Therapie vermeiden bzw. verzögern können, um eventuelle Folgeerkrankungen einzudämmen.

Quelle: Befund Diabetes 1/2017

23.05.17

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