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Diabetes im Wandel der Zeit

Noch vor etwa 40 Jahren, als ich meine Ausbildung in der Krankenpflege machte, war Diabetes bei Weitem nicht so erforscht wie heute. Bevor man die Entdeckung des Insulins machte, waren Ärzte bemüht, die Zuckerausscheidung zu vermeiden. Dies wurde versucht durch Weglassen des Zuckers sowie aller Kohlenhydrate mit einer reinen Fett-Eiweiß-Diät. Dies führte aber in einigen Fällen zu einer Fett-Eiweißstoffwechselstörung. Es gab sogar Menschen, die daran starben.

Das änderte sich erst, als dann in den Jahren 1921 und 1922 an der University of Toronto das Insulin von Dr. Frederick Banting entdeckt wurde. Ebenso mitbeteiligt waren der Medizinstudent Charles Best sowie die Prof. John Macleod und James Bertram Collip. Das Insulin verbesserte wesentlich die Zuckerverwertung im Körper. Damit war das Risiko an Diabetes zu sterben zwar noch nicht gebannt, aber reduziert. Denn es bestand die Gefahr eines diabetischen oder hypoglykämischen Komas, wenn das Insulin oder die Kohlenhydratzufuhr weggelassen wurde.

Früher dachte man, dass Diabetes immer ein Versagen der Bauchspeicheldrüse ist. Heute weiß man, dass es auch andere Ursachen haben kann. Wie z. B. Störungen des Zwischenhirns, der Hypophyse (Hormondrüse) oder auch der Nebennieren. Auch weiß man heute, der Auslöser für einen Diabetes kann unterschiedlich sein. So kann eine Schilddrüsenerkrankung, eine Vererbung oder eine Autoimmunerkrankung verantwortlich sein.

Ein Diabetiker musste damals die Nahrungsmitteltabellen fast auswendig wissen. Es wurden auch alle Nahrungsmittel, die man aß, abgewogen und in BE umgerechnet. Sicher ist das auch heute in manchen Fällen noch nötig. Dennoch kann ich sagen, es ist doch einiges leichter geworden. Heute wird, je nach Befund, vom Arzt entschieden, ob ein Patient eventuell mit einer oralen Medikation auskommt, ob er ein schnell wirkendes Insulin bekommt oder ein langsam wirkendes. Auch die Methode, seinen Blutzucker zu messen, beschränkt sich heute nicht nur auf Urin-Teststeifen. Es gibt viele gute und genaue Blutzuckermessgeräte.

Was aber bei allem Wissen und technischen Möglichkeiten geblieben ist, ist bei nicht gut eingestelltem Diabetes die große Gefahr der Folgeerkrankungen. Nur ein gutes Zusammenspiel zwischen Arzt und Patient kann das Schlimmste verhindern oder stoppen. Nur so kann man auch mit Diabetes alt werden und sein Leben genießen.

Außer dem Arzt Ihres Vertrauens, stehen Ihnen bei Fragen auch gerne die Diabetiker-Selbsthilfegruppen in den Landes- und Bezirksverbänden als Ansprechpartner zur Verfügung.

Elke Gebhardt
Gruppenleiterin der Selbsthilfegruppe Ebersbach

Quelle: Befund Diabetes 02/2013

14.11.13

Selbsthilfe bei Diabetes
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