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Durchfall als Nebenwirkung der Krebstherapie

Durchfall bei Krebspatienten kann verschiedene Ursachen haben. So kann der Tumor selbst den Durchfall verursachen, ebenso kann eine Operation dazu führen. Häufig ist Durchfall aber eine Nebenwirkung der Chemotherapie, da es bei dieser zu Schäden an den Schleimhäuten kommen kann – auch an der Darmschleimhaut.

Schleimhautzellen gehören zu den schnell wachsenden und sich schnell teilenden Körperzellen – und auf diese zielt die Chemotherapie in erster Linie ab. Doch wirkt diese nicht nur an den Zellen des Tumors, sondern schädigt auch gesunde Körperzellen. Laute der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) kommt es im Magen-Darmtrakt dann dazu, dass nicht ausreichend Flüssigkeit aus dem Darm zurückgefiltert wird – und das führt zu Durchfall. Dieser kann aber auch bei einer Strahlentherapie auftreten (sog. Strahlenenteritis).

Ernährung anpassen

Durchfall ist bei Krebspatienten nicht immer harmlos. Wie die Felix-Burda-Stiftung auf ihrer Internetseite zum Thema Darmkrebs betont, kann der Körper durch den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust geschwächt werden, es kann zu Schwindel, Müdigkeit und Blutdruckabfall kommen. Die DKG listet neben diesen Kreislauf- auch noch Nierenprobleme als mögliche Folge auf. Daher sollte man den behandelnden Arzt frühzeitig über die Durchfallerkrankung informieren – von Durchfall spricht man übrigens dann, wenn mehr als drei Mal am Tag wässriger Stuhlgang aufgetreten ist.

Es gibt aber auch einige Dinge, auf die betroffene Krebspatienten achten können. Die DKG rät dazu, keine Nahrungsmittel zu essen, die die Verdauung anregen: Dazu gehören Vollkornprodukte, Nüsse, rohes Obst und Gemüse, Fette, scharfe und blähende Speisen. Ebenfalls gemieden werden sollten Kaffee, Alkohol und Tabak. Auch Säfte, Getränke mit Kohlensäure und Frischmilch sind nicht empfehlenswert. Light-Getränke können laut DKG durch Zuckeraustauschstoffe ebenfalls Durchfall verursachen.

Stattdessen sollte man mehrere (etwa fünf) kleinere Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen, dabei langsam essen und gut kauen. Wichtig ist es auch, viel zu trinken. Geeignet sind zwei bis drei Liter stilles Mineralwasser, ungesüßter Tee oder fettarme Brühe. Ballaststoffarme bzw. eher stopfende Nahrungsmittel können dem Durchfall ebenfalls Einhalt gebieten und wirken regulierend, z. B. Breie aus Weizen, Hafer oder Reis, Knäckebrot, Toast, ungezuckerter Zwieback, Sauermilchprodukte wie Joghurt, Kefir, Dickmilch oder Magerquark. Bei Milch-Unverträglichkeit gibt es mit laktosefreiem Joghurt oder Sojamilchprodukten Alternativen, so die Felix-Burda-Stiftung. Als Obst und Gemüse können zudem zerdrückte Bananen, geriebene Äpfel und gekochte Möhren bzw. Karottensuppe verzehrt werden. Fleisch sollte eher mager sein, daher besser Geflügel und Fisch auf den Teller bringen als Schwein oder Rind.

Medikamentöse Behandlung bei Durchfall

In schwereren Fällen kann es auch notwendig sein, Medikamente gegen den Durchfall einzunehmen. Darüber wird der behandelnde Arzt entscheiden – wichtig ist es jedoch, dass sich Krebspatienten mit akutem Durchfall sofort mit diesem in Verbindung setzen. Ein Wirkstoff, der bei Durchfall häufig verschrieben wird, ist Loperamid. Loperamid wirkt an den Opioid-Rezeptoren im Darm und reduziert die Bewegungen des Darmes, wodurch der Durchfall gemildert wird bzw. abklingt. Weitere Wirkstoffe, die bei akutem Durchfall unter Chemotherapie zum Einsatz kommen können, sind laut Pharmazeutischer Zeitung z. B. Octreotid und Budesonid.

Quelle: Befund Krebs 4/2014

22.10.14

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