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Folge- und Begleiterkrankungen bei COPD

Viele COPD-Betroffene leiden unter weiteren behandlungsbedürftigen Krankheiten (Komorbidität). Diese Begleiterkrankungen wirken sich negativ auf die Lebensqualität sowie den Verlauf der COPD aus und erhöhen die Sterblichkeit.

COPD ist eine Systemerkrankung

Unter dem Begriff COPD fasst man chronische Erkrankungen der Atemwege zusammen, bei der die Lungenventilation zunehmend eingeschränkt wird. Allerdings kann eine COPD auch Auswirkungen auf andere Organe wie Muskulatur, Herz und Gefäße haben. Denn bei der COPD handelt es sich um eine systemische Entzündung. Die Entzündungsreaktion in der Lunge wird durch verschiedene Partikel oder Gase wie beispielsweise Zigarettenrauch ausgelöst, die sich dann mithilfe körpereigener Stoffe, den sog. Entzündungsmediatoren, von der Lunge auf den gesamten Körper ausbreitet. Des Weiteren beeinflusst die eingeschränkte Lungenfunktion bereits vorhandene Begleiterkrankungen. Die Summe der Beschwerden (Symptomatik) ergibt sich aus dem Zusammenspiel der COPD mit den Begleiterkrankungen.

COPD-Erkrankte leiden überdurchschnittlich häufig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einer krankhaften, sehr starken Abmagerung (Kachexie), Muskelschwund (Muskelatrophie) und -schwäche, Knochenschwund (Osteoporose), Lungenkrebs, Depressionen sowie Angststörungen und dem metabolischen Syndrom. Letzteres ist ein Bezeichnung für verschiedene Erkrankungen, die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen. Beim metabolischen Symptom treten Bluthochdruck, starkes Übergewicht, erhöhter Blutzuckerspiegel (Diabetes) und Fettstoffwechselstörungen auf.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine besondere Bedeutung haben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da diese bei COPD-Patienten besonders häufig auftreten. COPD-Patienten leiden beispielsweise häufiger an einer koronaren Herzkrankheit (14 % versus 7 %), Herzrhythmusstörungen (16 % versus 7 %) und Herzschwäche (8 % versus 2 %) als Menschen ohne COPD. Zudem ist das Risiko für COPD-Betroffene, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu versterben, im Vergleich zu Nicht-Betroffenen gleichen Alters und Geschlechts erhöht. Dabei sind die Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einer reduzierten Lungenfunktion verbunden, so das Ergebnis verschiedener Studien, die den Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen erforschen. Sinkt die Lungenfunktion, erhöht sich auch das Risiko an einer Herzkrankheit zu versterben. Zudem haben COPD-Betroffene mit akuten Verschlechterungen (Exazerbation) ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt. Dieses Risiko steigt mit zunehmender Anzahl an Exazerbationen.

Osteoporose

Laut Priv.-Doz. Dr. Christian Clarenbach, Zürich, leiden etwa 30 % der Frauen und 11 % der Männer mit schwerer COPD an Knochenschwund (Osteoporose). Diese Krankheit ist gekennzeichnet durch einen übermäßigen Abbau der Knochen: Die Knochen werden brüchiger. Aber auch Menschen mit moderater COPD haben ein höheres Osteoporose-Risiko als Menschen ohne COPD. Grund hierfür ist, dass COPD-Erkrankte sich häufig weniger bewegen, untergewichtig sind und/oder Rauchen – alles auch Risikofaktoren für Osteoporose. Hinzu kommt, dass Patienten mit schwerer COPD Kortison als Tabletten einnehmen. Als Tablette eingenommen, verringert Kortison die Knochendichte. Und sich die systemische Entzündung, an der COPD-Betroffene leiden, wirkt sich negativ auf den Knochenstoffwechsel aus.

Lungenkrebs

Bei COPD-Betroffenen tritt überdurchschnittlich häufig Lungenkrebs auf. Neben den krebserzeugenden Effekten des Zigarettenrauchs soll die dauerhafte Entzündung in den Bronchien, wie es bei COPD der Fall ist, Veränderungen in dem Erbgut und damit auch die Krebsentstehung fördern. Um ihr Risiko zu minimieren, sollten COPD-Betroffene daher den Tabakkonsum einstellen.

Depression

Etwa 40 % der COPD-Erkrankten weisen – laut Bundesverband der Pneumologen – eine erhöhte Depressivität auf, wobei dies unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung ist. Oft bleiben diese Depressionen unerkannt und damit auch unbehandelt. Depressive Menschen mit COPD haben jedoch ein doppelt so hohes Sterberisiko als nichtdepressive COPD-Betroffene. Zudem beeinträchtigen Depressionen die Therapietreue der COPD-Betroffenen deutlich. Was wiederum zur Folge hat, dass sich der Krankheitsverlauf und die Prognose verschlechtern.

Quelle: COPD und Asthma 2/2017

21.08.17

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