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Formen von COPD: „Pink Puffer“ und „Blue Bloater“

Jede COPD ist anders. Ihr Schweregrad kann von leichten Beeinträchtigungen bis hin zu schwerer Behinderung reichen; daneben unterscheidet sich auch die Art der auftretenden Symptome. Zwei Haupttypen, die bereits in den 1950er-Jahren beschrieben wurden, sind die „Blue Bloater“ („Blaue Huster“ bezeichnet) und „Pink Puffer“ (Rosa Schnaufer). Sowohl ihr äußeres Erscheinungsbild als auch der Zustand ihrer Lunge haben auf den ersten Blick wenig miteinander gemein: Bei Blue Bloater ist eine chronisch-obstruktive Bronchitis (COB) im Vordergrund. Bei den Pink Puffer steht ein Lungenemphysem im Vordergrund. So hat die Behandlung beider Ausprägungen verschiedene Schwerpunkte, und auch die möglichen Komplikationen unterscheiden sich.

Blue Bloater: Der produktive Huster

Bei den Blue Bloater überwiegen die Symptome einer Bronchitis: Die Bronchien sind dauerhaft verengt und fallen beim Ausatmen regelrecht zusammen. Ihre Lunge produziert am laufenden Band Schleim. Meist ist der Blue Bloater übergewichtig und leidet unter starkem Auswurf beim Husten, vor allem morgens nach dem Aufwachen. Da der Blutdruck im Lungenkreislauf erhöht ist, entwickelt sich als häufige Komplikation ein sog. Cor pulmonale („Lungenherz“) mit Druckgefühl auf der Brust und Rechtsherzinsuffizienz. Durch die verschlechterte Sauerstoffaufnahme im Blut kommt es zu der namensgebenden blauen Verfärbung von Haut und Schleimhäuten (Zyanose).

Atemnot hingegen spüren die Blue Bloater meist nur unter Belastung; allerdings ist eine häufige Begleiterscheinung die Schlafapnoe, also zeitweise verringerte Atmung bis hin zu kurzem Atemstillstand während des Schlafens. Blue Bloater profitieren nachweislich von einer Gewichtsabnahme. Deshalb spielt eine speziell abgestimmte Ernährung bei ihrer Therapie eine große Rolle.

Pink Puffer: Keine Luft trotz voller Lunge

Bei einem Lungenemphysem sind die Lungenbläschen nicht mehr elastisch, sondern überblähen: Die Lunge ist voller Luft, aber das Ausatmen funktioniert nicht mehr richtig. Patienten dieses Typs neigen zu schnellem, flachem Atmen, daher auch die Bezeichnung „Rosa Schnaufer“. Durch den permanenten Luftstau wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Oft sind Pink Puffer sehr schlank, zuweilen regelrecht ausgezehrt.

Bei akuten Verschlimmerungen der Krankheit und Zweitinfektionen ist Untergewicht ein zusätzliches Risiko, deshalb spielt auch bei Pink Puffer die Ernährungsberatung eine wichtige Rolle. Hier ist das Ziel, an Gewicht zuzulegen oder wenigstens nicht weiter abzunehmen. Manchen Betroffenen kann eine operative Lungenvolumenreduktion Erleichterung verschaffen: Dabei werden besonders stark veränderte Gewebeteile aus der Lunge entfernt, sodass sich das Volumen insgesamt verringert und der Patient gegen weniger aufgeblähte Luft „anatmen“ muss. Pink Puffer entwickeln häufiger als andere COPD-Betroffene psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen. Insgesamt haben Patienten mit ausgeprägtem Lungenemphysem eine etwas schlechtere Prognose als solche, bei denen „nur“ eine chronische Bronchitis vorliegt.

Auch für den Arzt ist nicht immer offensichtlich, ob ein Pink Puffer oder Blue Bloater vorliegt, vor allem in frühen Krankheitsstadien. Darüber hinaus gibt es verschiedene Mischformen und auch Krankheitsfälle, die sich atypisch entwickeln.

Quelle: COPD und Asthma 2/2017

05.10.17

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