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Genmutationen bei der Entstehung von Brustkrebs

Weitere Risikogene identifiziert

Einige Frauen haben ein besonders hohes Risiko, an Brust- und/oder Eierstockkrebs zu erkranken, denn sie tragen eine Mutation im sog. BRCA1- oder BRCA2-Gen in sich.

Genmutationen

Wird eine dieser Mutationen über eine Blutprobe nachgewiesen, können gesunden, d. h. noch nicht erkrankten, Frauen entsprechende intensivierte Früherkennungsprogramme und prophylaktische Operationen angeboten werden, bevor sie an Brust- und/oder Eierstockkrebs erkranken. „Jedoch sind noch zahlreiche weitere Mutationen beschrieben, bei denen bisher unklar ist, wie hoch das Erkrankungsrisiko ist und welche Maßnahmen bei einer Veränderung eingeleitet werden sollten“, erklärt Prof. Dr. Michael Patrick Lux, Universitätsklinik Erlangen. „Zudem sind zahlreiche genetische Varianten mit unklarer Bedeutung bereits beschrieben.“

Grundsätzlich können alle bekannten vererbbare Mutationen mit einer genetischen Untersuchung identifiziert werden. Genetische Analysen stellen daher eine sinnvolle und effektive Methode dar, um Informationen über eine Veranlagung für eine Krebserkrankung von Personen mit persönlicher oder familiärer Brust- und/oder Eierstockkrebshistorie zu erhalten.

Mithilfe einer statistischen Analyse von Ergebnissen multipler Gentests von bereits an Brustkrebs erkrankten Frauen – und deren Vergleich mit gesunden Kontrollen – konnten jetzt nützliche Daten über erblich bedingte Anlagen für Brustkrebs, deren Risiko bisher nicht klar bewertet wurde oder unklar blieb, zusammengetragen werden. „Betroffene von vererbten Mutationen in diesen Genen könnten nun davon profitieren“, betont Prof. Lux.

Auswertung von mehr als 180.000 Gentests

Für eine umfassende Analyse des mit bestimmten Mutationen assoziierten Brustkrebsrisikos wurden die Ergebnisse von rund 121.000 Ratsuchenden mit der Vorstellung zur genetischen Testung zwischen März 2012 und Juni 2016 weiter betrachtet. Davon waren 38.326 kaukasische Brustkrebspatientinnen (ethnische Gruppe) von 65.057 Getesteten für die weitere Analyse geeignet.

Im Ergebnis wurden in 9 % der Brustkrebspatientinnen relevante Mutationen gefunden. Dabei zeigten zwölf Gene eine signifikante Assoziation mit Brustkrebs. Von diesen konnte für die drei Gene BRCA1, BRCA2 und PALB2 ein sehr hohes Brustkrebsrisiko ermittelt werden.

Die Risikoverhältnisse (Odds Ratios) weiterer bereits beschriebener hoch penetranter Risikogene (wie TP53, PTEN und CDH1) wurden bestätigt. Weitere Gene, inklusive ATM, CHEK2 und RAD51D, waren mit einem moderaten Brustkrebsrisiko verbunden.

„Für die Gene, die ein hohes Risiko für eine Erkrankung mit sich bringen, können nun kumulative altersabhängige Risikomodelle entwickelt werden, auf deren Grundlage die Empfehlungen für das klinische Risikomanagement angepasst werden kann“, betont der Mediziner.

Die umfassende statistische Aufbereitung von Gentests ermöglicht damit insgesamt eine genauere Einschätzung des Risikos, bei vererbten Mutationen in Prädispositionsgenen tatsächlich an Krebs zu erkranken, und verbessert damit die Risikokalkulation für Betroffene. „Die Entscheidungsfindung von Ärzten und Betroffenen für Maßnahmen zur Früherkennung und deren Intervalle oder für vorbeugende Eingriffe, wie eine prophylaktische Mastektomie mit dem entsprechenden Angebot der Rekonstruktion, kann damit zukünftig erheblich erleichtert werden“, bilanziert Prof. Lux.

Quelle: Leben? Leben!

29.08.17

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