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Diagnose einer Gesichtslähmung

Die Diagnose einer Gesichtslähmung kann der Arzt i. d. R. bereits durch die bloße Betrachtung des Patienten in Erwägung ziehen, denn die Symptome sind relativ eindeutig. Schwieriger wird es für den Arzt, die Ursache der Gesichtslähmung zu ergründen, um eine gezielte Therapie einleiten zu können:

Welche Grunderkrankung liegt der Gesichtslähmung zugrunde? Ist eine Infektion mit Bakterien oder Viren für die Gesichtslähmung verantwortlich oder rührt sie eventuell von einem Schlaganfall? Ein Blutbild wird zur Diagnose angefertigt, außerdem wird eine gezielte Befragung des Patienten sowie eine Elektroenzephalografie (EEG) durchgeführt, um einen Schlaganfall ausschließen zu können.

Diagnosemethoden bei einer Gesichtslähmung

Damit der Arzt bei der Diagnose den genauen Umfang der Gesichtslähmung und die Schwere der Nervenfunktionsbeeinträchtigung feststellen kann, wird er den Patienten zunächst auffordern, bestimmte Dinge wie das Schließen der Augen, das Aufblasen der Wangen oder das Runzeln der Stirn auszuführen.

Gelingt es dem Patienten nicht oder nur in unzureichendem Maße, wird er die Diagnose Gesichtslähmung stellen. Ob auch der Geschmackssinn im Rahmen der Gesichtslähmung betroffen ist, stellt der Arzt durch einen Geschmackstest fest. Hierzu werden die Rezeptoren auf der Zunge mit einem Wattestäbchen stimuliert, die beim Gesunden eine Reizübertragung auslösen würden.

Zusätzlich zu diesen Untersuchungsmethoden gibt es noch die Möglichkeit einer Elektroneurographie. Sie dient dazu die Nervenleitungen im menschlichen Organismus zu untersuchen und hilft dem Arzt bei der Diagnose einer Gesichtslähmung bzw. hilft ihm dabei zu erkennen, an welcher Stelle und mit welchem Ausmaß der Gesichtsnerv beeinträchtigt wird.

Symptome einer Gesichtslähmung

Eine Gesichtslähmung kann sowohl beide Gesichtshälften gleichzeitig betreffen, was sehr selten ist, aber auch nur einseitig auftreten, was deutlich öfter vorkommt. Die typische Symptomatik einer Gesichtslähmung ist das schlaffe Herabhängen des Mundwinkels, die bei deutlicher Ausprägung der Gesichtslähmung meistens direkt ins Auge fällt.

Begleitet werden kann dieses Symptom von einem unwillkürlichen Herauslaufen des Speichels. Ist die Ausprägung der Gesichtslähmung nicht sehr stark, fällt die Lähmungserscheinung oft erst dann auf, wenn der Betroffene lacht und der Mund hierdurch „schief“ wirkt.

Augenscheinlich für eine Gesichtslähmung sind ebenfalls ein nicht oder nur unzureichend möglicher Lidschluss und die fehlende Fähigkeit, die Stirn in Falten zu legen. Für Außenstehende nicht ersichtlich, für den Patienten aber oft mit einer Gesichtslähmung verbunden, ist auch eine ungewöhnliche Mundtrockenheit, eine Trockenheit des betroffenen Auges sowie eine mögliche Geschmacksbeeinträchtigung. Selten können auch Schmerzen und eine Beeinträchtigung des Hörvermögens die Gesichtslähmung begleiten – Symptome, die dem Arzt die Diagnose erleichtern.

Frühzeitige Diagnose: Vorboten einer Gesichtslähmung

Eine periphere Gesichtslähmung tritt für gewöhnlich spontan auf, sofern sie nicht auf einen Bruch an der Schädelbasis oder einen operativen Eingriff zurückzuführen ist. Oft werden die typischen Symptome einer Gesichtslähmung ganz plötzlich nach dem morgendlichen Erwachen festgestellt.

Die Lähmung an sich kommt zwar plötzlich, die Vorboten spürt der Betroffene allerdings schon einige Tage zuvor, ordnet sie aber meistens nicht einer drohenden Gesichtslähmung zu. Häufig kann einige Tage vor den typischen Lähmungserscheinungen ein Schmerz hinter dem Ohr an der betroffenen Seite wahrgenommen werden, der sich durchaus bis zum Kiefer ziehen kann. Auch ein steifer, schmerzender Nacken kann ein Vorbote auf eine nahende Gesichtslähmung sein.

Verlauf einer Gesichtslähmung

Eine Gesichtslähmung, können neurologische Schädigungen wie z. B. Schlaganfall, Blutungen oder Tumoren ausgeschlossen werden, ist aus medizinischer Sicht eher nicht gefährlich.

Zwar verfällt der Patient bei der Diagnose Gesichtslähmung zunächst in Panik, der Therapeut kann jedoch meist schnell beruhigen. Denn hierbei handelt es sich um ein subjektiv als störend empfundenes Ereignis, das meist wieder verschwindet. Oft ist nämlich eine kleine Schwellung, ggf. bedingt durch eine Grunderkrankung, dafür verantwortlich, dass der Gesichtsnerv eingeklemmt wird und seiner Funktion, Reize weiterzuleiten, nicht mehr vollständig nachkommen kann.

Ist die Schwellung abgeklungen, u. U. eine Grunderkrankung überstanden, gehört meist auch der Druck auf den Nerv der Vergangenheit an und er kann seiner Aufgabe wieder ungehindert nachkommen. Problematischer ist eine verletzungsbedingte Gesichtslähmung, bei der der Gesichtsnerv nicht nur eingeklemmt, sondern beschädigt oder gar gänzlich durchtrennt wurde, etwa nach Traumata (Brüche) oder nach operativen Eingriffen.

Judith Schomaker

23.05.17

Diagnose
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