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Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen sind Unregelmäßigkeiten in der Abfolge des Herzschlags. Herzrhythmusstörungen werden auch Arrhythmie genannt. Dies leitet sich vom Griechischen her ab und bedeutet in etwa „unrhythmisch“. Herzrhythmusstörungen führen dazu, dass das Herz entweder zu langsam, zu schnell oder unregelmäßig schlägt.

Im Falle der schnellen Herzrhythmusstörungen, die auch Tachykardien genannt werden, liegt der Herzschlag bei über 100 Schlägen in der Minute. Die langsamen Herzrhythmusstörungen nennt man auch Bradykardien. Hier geht der Herzschlag nicht über 60 Schläge in der Minute hinaus. Manchmal sind Herzrhythmusstörungen nicht besorgniserregend, aber manche Formen der Herzrhythmusstörungen können lebensbedrohlich werden. Daher ist es bedeutsam, bei ersten Beschwerden, die auf Herzrhythmusstörungen hindeuten, einen Arzt zu konsultieren.

Herzrhythmusstörungen: Das menschliche Herz

Das menschliche Herz ist gewissermaßen der Motor des menschlichen Kreislaufs und schlägt am Tag etwa 100.000 Mal, im Laufe eines durchschnittlichen Menschenlebens etwa drei Milliarden Mal. Das Herz hat etwa die Größe der Faust des betreffenden Menschen. Das Herz muss man sich als Muskel vorstellen, der innen hohl ist. Es sitzt zwischen den beiden Lungenflügeln, meist etwas versetzt nach links. Durch den Herzbeutel aus Bindegewebe bleibt das Herz an seinem Platz. Das Herz und die Blutgefäße bilden das Herz-Kreislaufsystem des Menschen. Es pumpt etwa fünf Liter Blut in der Minute durch dieses System und vollzieht dafür rhythmische Kontraktionen. Das Herz zieht sich also zusammen und dehnt sich wieder.

Zur Funktion des Herzens

Das Herz wird gebildet aus zwei Pumpen, die im gleichen Rhythmus schlagen. Diese werden durch die Herzscheidewand getrennt. Jede der beiden Hälften des Herzens hat zwei Hohlräume: den Vorhof (Atrium) und die Herzkammer (Ventrikel). Innerhalb des rechten Vorhofs sammelt sich das sauerstoffarme Blut, das aus dem Blutkreislauf kommt, und die rechte Herzkammer pumpt dieses Blut in den Lungenkreislauf. Im linken Vorhof sammelt sich das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge, das wiederum von der linken Herzkammer über die Aorta (die Hauptschlagader) in den gesamten Kreislauf des menschlichen Körpers gepumpt wird. Dies bedeutet, dass die linke Herzkammer die größte Last zu tragen hat, daher ist sie von einer starken Schicht aus Muskelgewebe umschlossen. Die links gelegene Pumpe versorgt also alle Zellen des Körpers mit Nährstoffen und vor allem mit Sauerstoff. Endprodukte aus dem Stoffwechsel der Zellen wie Kohlendioxid werden abtransportiert. Die Herzkammern werden mit den Herzklappen geschlossen. Sie regeln den Zu- und Abfluss des Herzens und lenken das Blut in die gewünschte Richtung. Sie unterbinden auch, dass das Blut in die Vorhöfe zurückfließt. Die Herzklappe muss sich also gut verschließen, um den Rückfluss zu verhindern, sich aber auch weit genug öffnen, damit eine ausreichende Blutmenge in den Kreislauf kommt.

Zur genaueren Spezifikation von Herzrhythmusstörungen

In Ruhephasen schlägt das gesunde Herz etwa 60-80 Mal in der Minute. Bei Aufregung oder körperlicher Anstrengung (wie etwa Treppensteigen oder Sport) erhöht sich der Puls, also die Anzahl der Schläge in der Minute. Im Schlaf verlangsamt sich der Puls. Diese Veränderungen des Herzschlags werden durch das autonome Nervensystem ausgelöst. Dieses Nervensystem übt Einfluss auf den Sinusknoten aus, welcher im oberen Bereich des rechten Vorhofs angesiedelt und der Taktgeber des Herzens ist. Von ihm geht die elektrische Aktivität aus, die die Kontraktionsbewegung des Herzens und auch die Herzschläge auslöst. Vom Sinusknoten aus werden die Impulse über die Vorhofwände weitergeleitet zum Atrioventrikularknoten und über bestimmte Bahnen in die Herzmuskulatur.

Zu den Herzrhythmusstörungen zählt jede Veränderung der Regelmäßigkeit des Herzschlags; leichte und seltene Herzrhythmusstörungen werden oft nicht bemerkt. Manchmal machen sich die Herzrhythmusstörungen als Herzstolpern oder Herzrasen bemerkbar. Bei Herzrhythmusstörungen können unter anderem Schwindel, Bewusstlosigkeit, Schmerzen und Enge in der Brust, Ohnmachtsanfälle oder Krämpfe auftreten. Auch Schockzustände sind in seltenen Fällen der Herzrhythmusstörungen möglich.

Mit einem EKG (Elektrokardiogramm) kann man Herzrhythmusstörungen diagnostizieren. Der Arzt kann anhand der Herzstromkurve feststellen, ob der sogenannte normale Sinusrhythmus vorliegt, oder ob Herzrhythmusstörungen zu verzeichnen sind. Bei Herzrhythmusstörungen kann der Puls unregelmäßig sein (arrhythmisch), zu langsam (bradykard) oder zu schnell (tachykard). Zu den besonders oft auftretenden Herzrhythmusstörungen gehören Extrasystolen (also Extraschläge des Herzens) und das Vorhofflimmern.

Die Therapie von Herzrhythmusstörungen erfolgt in Abhängigkeit von der jeweiligen Ursache. Zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen gibt es Medikamente und elektrotherapeutische Therapien. Entscheidend ist, dass die Ursache der Herzrhythmusstörungen erkannt und behoben wird.

Fedor Singer

25.01.13

Herzrhythmusstörungen
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