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Hilfsmittel bei Krebs

Menschen mit Krebs können unter vielfältigen Einschränkungen durch die Krebstherapie oder die Erkrankung selbst leiden und benötigen dann häufig bestimmte Hilfsmittel. Hilfsmittel sind nach Angaben des Krebsinformationsdienstes Produkte, die den Umgang mit einer Erkrankung erleichtern oder zur Versorgung und Pflege notwendig sind. Das können beispielsweise Kontinenzeinlagen sein, Geräte zum Inhalieren oder Atemhilfen oder auch Ernährungssonden, heißt es weiter.

Hilfsmittel werden vom Arzt verschrieben. Für eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ist zudem eine Genehmigung durch diese notwendig. Zudem sei „die Kostenübernahme für Hilfsmittel durch die gesetzliche Krankenversicherung nur möglich, wenn die Produkte im Hilfsmittelverzeichnis gelistet sind“, informiert der GKV Spitzenverband, die zentrale Interessensvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland. Betroffene sollten wissen, dass sie einen Anspruch auf Hilfsmittel haben, wenn diese den Erfolg der Behandlung sichern, einer möglichen Behinderung vorbeugen oder eine bereits bestehende Behinderung ausgleichen. Patienten sollten daher auf jeden Fall Rücksprache mit Ihrem Arzt halten, um die Möglichkeit der Erstattung von Hilfsmitteln zu nutzen.

Krebspatienten können die Hilfsmittel in Apotheken und Sanitätshäusern bekommen, so der Krebsinformationsdienst, oder auch bei den Lieferanten selbst, wenn die Krankenkasse mit diesen Verträge abgeschlossen hat. Hier sollte man sich bei der jeweiligen Krankenkasse direkt erkundigen, wie der Ablauf für den Bezug des jeweiligen Hilfsmittels aussieht.

Spezielle Hilfsmittel bei Krebs

Perücken bei Haarausfall

Haarausfall ist eine häufige Nebenwirkung von Chemo- oder Strahlentherapie. Es gibt jedoch die Möglichkeit, diesen mithilfe einer Perücke zu kaschieren. Die Kosten werden bei Frauen teilweise von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, bei Männern ist dies nicht bei allen Krankenkassen der Fall. Laut Krebsinformationsdienst sollten sich Krebspatienten vor der Therapie erkundigen, bis zu welchem Anteil die Kasse die Kosten übernimmt. Zudem wird ein Rezept vom Arzt benötigt. Es gibt Perücken aus Kunst- und Echthaar. Nach Angaben des Krebsinformationsdienstes lassen sich diese optisch nicht unterscheiden, die Kosten sind allerdings unterschiedlich.

Inkontinenzprodukte

Krebs kann auch zu Inkontinenz führen, beispielsweise nach Operationen an der Prostata oder auch im Bereich des Darmes. Auch hier gibt es verschiedene Hilfsmittel. Für Patienten mit stärkerer Inkontinenz gibt es beispielsweise anatomisch geformte Vorlagen, die auch speziell für Männer angeboten werden. Sog. Windelslips sind sowohl für Harn- als auch Stuhlinkontinenz verwendbar, saugen sicher auf und halten die Haut trocken. Auch diese gibt es in unterschiedlichen Größen und Saugstärken. Bei Stuhlinkontinenz können auch sog. Analtampons zum Einsatz kommen.

Sprechhilfen

Bei Kehlkopfkrebs verlieren die Betroffenen nach einer operativen Entfernung des Kehlkopfes ihre natürliche Stimme. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, danach eine neue Stimme zu bilden. Eine davon sind sog. elektronische Sprechhilfen. Diese funktionieren durch vibrierende Membrane und werden von außen an den Hals gelegt. Dadurch übertragen sich die Schwingungen in den Rachen und Töne entstehen, die dann im Mund mit Lippen und Zunge zu Wörtern geformt werden können. Auch das sog. Shunt-Ventil gehört zu den Hilfsmitteln: Diese Stimmprothese wird operativ zwischen oberem Luftröhrenabschnitt und Speiseröhre eingesetzt. Mit dem implantierten Ventil ist eine Stimmbildung möglich, wenn man das Tracheostoma (Öffnung, die bei der Operation des Kehlkopfes am Hals verbleibt) mit dem Finger verschließt.

Stoma

Ein Stoma kann an verschiedenen Körperstellen notwendig werden. So gibt es den Anus Praeter, den künstlichen Darmausgang, das Ureostoma, bei dem der Harn aus der Blase abgeleitet wird, oder das Tracheostoma bei Kehlkopfkrebs. Auch hier gibt es verschiedene Hilfsmittel: Auffangbeutel für den Stuhl oder den Urin, Stomaklappen zur Abdeckung der künstlichen Körperöffnung, Basisplatten zur Befestigung von Stomabeuteln oder spezielle Pflegemittel für die Haut wie Puder, Pasten oder Lotionen, Haftspray sowie Hautschutztücher bzw. -schwämme.

Atemhilfen und Inhalationsgeräte

Menschen mit Lungenkrebs oder Krebs im Hals-Rachen-Bereich benötigen mitunter Unterstützung beim Atmen oder leiden unter zähen Schleimansammlungen. Inhalationen können bei Verschleimungen der Atemwege und dem Gefühl, nicht abhusten zu können, hilfreich sein. Hilfsmittel aus diesem Bereich sind beispielsweise Aerosol-Inhalationsgeräte, Sauerstofftherapiegeräte sowie Atemtherapiegeräte.

Quelle: Befund Krebs 2/2016

15.07.16

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