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Mit Immuntherapie triple-negativen Brustkrebs bekämpfen

Das triple-negative Mammakarzinom gilt als besonders aggressiv. Dieser Art des Brustkrebstumors fehlen der Östrogenrezeptor (ER), der Progesteronrezeptor (PR) und der Wachstumsfaktorrezeptor 2 (HER2), weshalb die Bezeichnung triple-negativ verwandt wird. In der Folge greifen bei dieser Art des Karzinoms die sonst eingesetzten zielgerichteten Medikamente nicht. Hier ist, neben einer Operation, die Chemotherapie i. d. R. die gängigste Therapieoption. Schlägt diese nicht wie gewünscht an, gibt es kaum Möglichkeiten, den Tumor einzudämmen.

In Studien hat sich gezeigt, dass Therapien mit sog. Immuntherapeutika beim triple-negativen Mammakarzinom große Erfolge erzielen. „Die ersten Ergebnisse sind sehr vielversprechend“, betont Prof. Dr. Jens Huober, Universitätsklinikum Ulm.

Aktivierung des Immunsystems

Mithilfe dieser Immuntherapien soll das körpereigene Immunsystem angeregt werden, den Tumor zu bekämpfen. Denn die Krebszellen entschärfen die Immunantwort: Sie entschärfen die Immunantwort des Körpers, werden damit nicht mehr als Feinde erkannt und können ungehemmt wachsen. In der Immuntherapie werden den Betroffenen deshalb Antikörper verabreicht, die dafür sorgen sollen, dass das Immunsystem wieder funktioniert und so den Krebs selbst bekämpfen kann.

Diese Immuntherapie hat sich beim triple-negativen Brustkrebs in ersten kleinen Studien als wirksam erwiesen. Bei einem Viertel der Patientinnen, die bereits viele Vortherapien durchlaufen hatten, konnte das Tumorwachstum gestoppt werden. Noch effektiver ist die Immuntherapie, wenn vorab nicht so viele Vortherapien erfolgt sind. Möglich ist die Gabe von Antikörpern als Monotherapie oder in Kombination mit einer Chemotherapie. Unterschiedliche Studien sind deshalb gerade begonnen worden, die diese Immuntherapeutika bei einer größeren Anzahl an Patientinnen untersuchen. Erst danach kann abschließend die Wirksamkeit dieser neuen Medikamente beim triple-negtiven Brustkrebs beurteilt werden.

Mögliche Nebenwirkungen sind Autoimmunreaktionen des Körpers, also eine überschießende Antwort des Immunsystems, das dann Leber, Niere oder Schilddrüse beeinträchtigen kann. „Werden diese Nebenwirkungen aber frühzeitig erkannt, können sie gut mit Kortison behandelt werden“, erklärt Prof. Huober. Schwere Nebenwirkungen treten nur sehr selten auf. Mediziner hoffen nun, dass Immuntherapien auch bald bei Brustkrebs zur Verfügung stehen; vorausgesetzt die Studien belegen die erhoffte Wirksamkeit.

Quelle: Leben? Leben! 4/2017

22.12.17