- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Hauterkrankungen - Neurodermitis - Juckreiz bei Neurodermitis lindern

Juckreiz bei Neurodermitis lindern

Juckreiz zählt zu den unangenehmten Symptomen bei Neurodermitis. Wer dem Juckreiz nachgibt, verschlimmert damit häufig noch die Krankheit, z. B. durch Aufkratzen der Haut. Denn in die kleinen Wunden können Krankheitserreger eindringen, was wiederum zu Infektionen führen kann, welche die Einnahme weiterer Medikamente notwendig machen können. Hinzukommt, dass Infektionen häufig auch den Juckreiz verstärken. Ein Teufelskreis, den es zu unterbrechen gilt.

Sinnvoll ist es, dem Juckreiz schon im Vorfeld so weit wie möglich vorzubeugen – durch die regelmäßige Pflege der von der Neurodermitis betroffenen Hautstellen. Die Haut regelmäßig mit rückfettenden Cremes einzucremen, ist dabei ein Muss. Es gilt: Je trockener die Haut, umso fettreicher darf die Creme sein. Auf feuchte, nässende Hautstellen hingegen gehören eher feuchte, wässrige Cremes. Die Feuchtigkeit verdunstet z. T. nach dem Auftragen und die dabei entstehende Verdunstungskälte lindert Beschwerden und auch den Juckreiz. Es versteht sich von selbst, dass die verwendeten Cremes keine Duftstoffe und möglichst keine oder nur wenige Konservierungsstoffe enthalten, da diese die Haut zusätzlich reizen können. Harnstoff als Zusatzstoff in einer Creme hingegen kann u. U. helfen, den Juckreiz zu lindern. Für Kinder jedoch sollte die Harnstoffkonzentration maximal zwei bis vier Prozent betragen. Am besten ist es bei Kindern ohnehin, zuvor den Arzt zu fragen, ob eine Salbe mit Harnstoff für sie in Betracht kommt.

Maßnahmen gegen den Juckreiz

Kleidung kann Juckreiz verstärken oder mindern. Menschen mit Neurodermitis profitieren von Kleidung aus luftdurchlässigen Materialen. Am geeignetsten sind Materialien wie Baumwolle, Seide und bestimmte Mikrofaserstoffe. Auf Kleidung aus Synthetik und vor allem aus Schurwolle sollten Neurodermitis-Betroffene verzichten, da diese den Juckreiz verschlimmern kann. Wichtig ist auch, dass die Kleidung vor dem ersten Tragen gewaschen wird – am besten mit einem Waschmittel für empfindliche Haut, das keine Duftstoffe enthält, die die Haut zusätzlich reizen.

Auch Kälte lindert den Juckreiz wirkungsvoll. Vielen Betroffenen hilft es, die juckenden Hautstellen mit einem feuchten Baumwolltuch, das in kaltem Wasser (jedoch nicht in Eiswasser!) getränkt wurde, sanft abzutupfen oder das feuchte, kühlende Tuch zeitweilig auf die Hautstellen zu legen. Warmes Wasser hingegen ist nicht zu empfehlen, da Wärme die Haut austrocknet. Auch Kühlpacks, die kurzzeitig auf die betroffenen Hautstellen gelegt werden, können Linderung verschaffen.

Wenn es mal gar nicht anders geht und die Haut gekratzt werden muss, weil der Juckreiz zu groß wird, sollte am besten mit einem in kaltes Wasser getränkten Waschhandschuh, der über die Hand gezogen wird, gekratzt werden. Auf diese Weise verhindert man, dass die Haut aufgekratzt wird, und beugt Infektionen durch Bakterien oder andere Krankheitserreger vor. Doch diese Maßnahme sollte man nur im Ausnahmefall ergreifen. Stattdessen kann es sinnvoll sein, eine Entspannungsmethode (z. B. Yoga, Meditation, Progressive Muskelentspannung) zu erlernen. Gezielte Entspannung lenkt die Aufmerksamkeit weg von den juckenden Hautstellen.

In manchen Fällen helfen auch oral einzunehmende Antihistaminika gegen den Juckreiz, die der Arzt verordnen kann. Doch nicht bei allen von Neurodermitis Betroffenen schlagen diese Medikamente an.

Hilfe für Kinder

Der Juckreiz bei Neurodermitis ist vor allem für Kinder belastend, die oft noch nicht verstehen, warum sie sich nicht kratzen sollen. Eltern können ihren Kindern helfen, indem sie z. B. leichten Druck auf die betroffenen Hautstellen ausüben oder sanft mit der ganzen Handfläche darüber streichen. Auch gezielte Ablenkung hilft Kindern – wenn sie nicht mehr an den Juckreiz denken, ist er oft weniger schlimm. Die Fingernägel der Kinder sollten in jedem Fall kurz geschnitten sein, damit sie sich die Haut nicht aufkratzen. Für die Nacht hat sich für Kinder das Tragen spezieller Schlafanzüge mit integrierten Fäustlingen oder spezieller Handschuhe bewährt, um dem Kratzen vorzubeugen.

Quelle: allergikus 1/2016

12.05.16

Weitere Informationen zur Linderung von Juckreiz bei Neurodermitis
Newsletter An-/Abmeldung

Code: PMRP