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Kompressionsstrümpfe bei Lymphödemen exakt anpassen

Im Anschluss an einer Operation kann es passieren, dass Patientinnen ein Lymphödem entwickeln, weil ihnen Lymphknoten entnommen worden sind. Ein Lymphödem sollte in jedem Fall behandelt werden. Kompressionsstrümpfe leisten dabei Unterstützung. Betroffene Frauen sollten darauf achten, dass die Strümpfe exakt ausgemessen und angepasst werden.

„Bei vielen Brustkrebspatientinnen macht sich das Lymphödem erst bemerkbar, wenn sie sich zu viel bewegen und der Körper stark durchblutet ist. Es ist dann also sinnvoll hin- und wieder eine Pause, z. B. bei der Hausarbeit einzulegen“, sagt Dr. Anne Egbe, Jena. Bei anderen liegt ein dauerhaftes Lymphödem vor. Bei ihnen sollte die Lymphe mithilfe der manuellen Lymphdrainage umgeleitet werden über andere Lymphbahnen. Der Physiotherapeut schiebt hierbei das Gewebewasser in eine andere Region, sodass gesunde Lymphgefäße das Wasser abtransportieren können.

„Die manuelle Lymphdrainage kann aber nur einen vorhandenen Lymphstau beiseiteschieben. Man kann einem Lymphödem mit dieser manuellen Lymphdrainage nicht vorbeugen. Um eine dauerhafte Reduktion des Lymphödems zu bewirken, muss man die Therapie auf drei Säulen aufbauen: Bewegung, Kompressionstherapie mit Kompressionsstrümpfen oder Bandagen und manuelle Lymphdrainage“, sagt Dr. Egbe. Die Kompressionstherapie wird dem Körperteil angepasst, wo das Lymphödem entsteht. Dafür gibt es Kompressionshandschuhe, Arm oder Beinstrümpfe und für den Rumpf gibt es das Bustier. Das Material wird nach Stärke des Lymphödems ausgesucht. Also, es gibt rundgestrickte und flachgestrickte Kompressionsstrümpfe.

Das richtige Material ist wichtig

„I. d. R. verwendet man einen maßangefertigten flachgestrickten Strumpf der Kompressionsklasse II. Bei rundgestricktem Strumpfgewebe hat das Material mehr Möglichkeit nachzugeben oder auch Falten zu bilden. Das ist bei der Kompressionstherapie nicht gewollt, weil es dann wieder zu Abschnürungen kommt. Die flachgestrickten Strümpfe sind starr und bewirken eine sehr gute Kompression“, sagt Dr. Egbe. Der Strumpf sollte gut ausgemessen werden, damit er komprimiert ohne Falten zu bilden. Weder rutscht noch einschnürt. Im Sanitätshaus sind die Mitarbeiter auch gut ausgebildet, um den Strumpf ausmessen und gut anzupassen. Um das Anziehen des Kompressionsstrumpfes zu erleichtern, gibt es dafür vorgesehene Anziehhilfen.

Kompressionsstrumpf am besten nach der Lymphdrainage anlegen

„Der Strumpf bewirkt eine Kompression der Lymphspalten und der kleinen Lymphgefäße. Dadurch wird ein Volllaufen dieser Räume verhindert. Idealerweise sollte der Kompressionsstrumpf nach einer Lymphdrainage angelegt werden, um den schlanken Zustand zu erhalten“, so Dr. Egbe. Es ist wichtig, dass die Patientin den Strumpf nach einer erfolgten Lymphdrainage anpassen lässt, weil dies der gewünschte Zustand ist. „Bei einem leichten Lymphödem sollte der Strumpf auch morgens angelegt werden, wenn die Gliedmaßen noch nicht geschwollen sind. Die Patientin sollte den Strumpf den ganzen Tag tragen“, rät Dr. Egbe.

Ein Lymphödem ist eine übermäßige Ansammlung von Lymphe im Gewebe, das prinzipiell an jeder Körperstelle auftreten kann. Ausgeprägte Lymphödeme lassen sich leicht diagnostiziert, indem man den Umfang misst und die Differenz zu gesunden Extremität bestimmt. Häufig ist es auch sichtbar und tastbar: Bei Druck mit dem Daumen bleibt diese Stelle eingedrückt. Aber, es gibt auch Lymphödeme, die nicht so einfach messbar sind und trotzdem Beschwerden verursachen. Betroffene beschreiben das dann als ein Druckgefühl. Es ist wichtig, auch solche leichten Lymphödeme ernst zu nehmen. Leichte Lymphödeme sind im Ruhezustand kaum vorhanden, tauchen aber bei stärkerer körperlicher Belastung auf.

„Das Gewebewasser (Lymphe) entsteht bei jedem Menschen und an jeder Körperstelle. Es existiert ein Lymphsystemnetz im Körper und von den kleinen Lymphspalten, Gewebespalten wird die Lymphe zu Sammelgefäßen geführt. Auf diesem Weg wird die Lymphe u. a. auch durch Lymphknoten geleitet, die einen wichtigen Part im Immunsystem spielen“, erklärt Dr. Egbe. Die Lymphe im Gewebewasser stammt aus dem Blutgefäßsystem. Das arterielle Gefäßsystem, welches das Blut in die Peripherie bringt, ist ein Hochdrucksystem und das venöse ist ein Niederdrucksystem. Die Flüssigkeit, die im Gewebe zurückbleibt, wird letztendlich vom Lymphgefäßsystem aufgefangen.

Quelle: Leben? Leben! 2/2014

08.06.17

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