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Magen-Darm-Grippe

Was ist eine Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis)?

Der Begriff der Gastroenteritis beschreibt medizinisch betrachtet eine Schleimhautentzündung des Magens (Gastritis) und des Dünndarms (Enteritis). In seltenen Fällen ist auch der Dickdarm mitbetroffen. Umgangssprachlich wird die Krankheit als Brech-Durchfall, Magen-Darm-Entzündung oder Magen-Darm-Grippe bezeichnet. Um eine echte Grippe, also eine Infektion mit einem Influenza-Virus, handelt es sich bei einer Magen-Darm-Grippe nicht. Eine Magen-Darm-Grippe kann verschiedene Ursachen haben, also sowohl durch bakterielle als auch durch virale Infektionen, aber auch durch Toxine und physikalische Ursachen hervorgerufen werden.

Symptome einer Magen-Darm-Grippe

Bei einer infektiösen Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) durchwandert der Erreger den Magen-Darm-Trakt von oben nach unten. Aus diesem Grund ist das erste Symptom, welches eine Magen-Darm-Grippe anzeigen kann, häufig Appetitlosigkeit. Es folgen meist Übelkeit und Erbrechen. Insbesondere bei Kindern kommt es häufig schon zu Beginn einer Magen-Darm-Grippe in einer solchen frühen Phase zu Auswirkungen auf das Körpergewicht, da der eigentlich vorhandene Gewichtsanstieg ins Stocken gerät. Nach einigen Stunden kommt meist Durchfall hinzu, während die Magensymptome unter Umständen schon wieder nachlassen.

Je nach Ausmaß der Schleimhautschädigung kann der Durchfall schleimig oder auch blutig sein. Größtes Problem eines starken Durchfalls ist der hohe Wasserverlust, der mehrere Liter betragen und bei Kindern lebensbedrohlich sein kann. Je jünger ein Kind ist, desto schwerer können sich Wasser- und Elektrolytverluste auf den gesamten Organismus auswirken. Aufgrund der stark gesteigerten Darmmotorik während des Durchfalls können krampfartige Bauchschmerzen auftreten. Gerade in einer späteren Phase einer Magen-Darm-Grippe kann es zudem zu Fieber, Schwindel und Erschöpfung kommen.

Bestehen das Erbrechen und der Durchfall länger, können Symptome einer Austrocknung (Dehydration, Exsikkose) auftreten. Dabei nimmt die Elastizität der Haut oft ab. Dies zeigt sich daran, dass gezogene Hautfalten nicht mehr sofort verstreichen, sondern länger bestehen bleiben. In schweren Fällen bzw. insbesondere bei Kindern kann eine starke Dehydration Krampfanfälle auslösen und die Betroffenen u. U. in einen Schockzustand verfallen lassen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Nierenversagen kommen.

Häufigkeit einer Magen-Darm-Grippe

Eine Magen-Darm-Grippe aufgrund unterschiedlicher Ursachen ist häufig Auslöser von Durchfall und Erbrechen bei Kindern und Erwachsenen. Im Jahre 2007 traten in Deutschland rund 400.000 Fälle einer Magen-Darm-Grippe auf. Gerade im Säuglings- und Kindesalter ist eine Magen-Darm-Grippe häufig anzutreffen. In den ersten drei Lebensjahren erkrankt ein Kind etwa zwei- bis dreimal jährlich an einer Magen-Darm-Grippe. Im Kindesalter ist sie allgemein betrachtet die zweithäufigste Krankheit hinter den Atemwegserkrankungen und stellt daher auch einen der häufigsten Gründe dar, einen Arzt aufzusuchen. Für das Jahr 2000 wurde die weltweite Kindersterblichkeit aufgrund von Durchfallerkrankungen auf 1,5 Millionen Fälle beziffert. Früher lag diese Zahl deutlich höher, der Rückgang ist auf ein verstärktes Augenmerk auf den hohen Wasserverlust und die dadurch notwenige Rehydratation (Auffüllen des Wasserhaushalts) begründet.

Verlauf einer Magen-Darm-Grippe

Eine Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) verläuft in der Regel ohne Komplikationen und die Betroffenen werden relativ schnell wieder ganz gesund. Treten schwere Formen auf, so sind diese meist durch eine starke Dehydration der Patienten begründet. Solch ein Verlauf betrifft vorwiegend Säuglinge, Kleinkinder und alte Menschen. Insbesondere bei ihnen kann der Flüssigkeitsverlust kritische Ausmaße annehmen, sodass schnelle therapeutische Maßnahmen erforderlich werden können. Bei normalem Verlauf dauert eine Magen-Darm-Grippe ca. zwei bis sechs Tage.

Eine mögliche Komplikation, die im Verlauf einer Magen-Darm-Grippe auftreten kann, ist ein hypovolämischer Schock, da durch den allgemeinen Flüssigkeitsmangel auch die Menge des zirkulierenden Blutes stark abnimmt. Zudem kann es zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie), einem Darmdurchbruch (Darmperforation) oder bei begünstigenden individuellen Faktoren zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen. Diesen Komplikationen lässt sich in der Regel durch eine gute medizinische Versorgung vorbeugen.

Einer Magen-Darm-Grippe vorbeugen

Einer Magen-Darm-Grippe kann vorgebeugt werden, indem Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Entscheidend ist das Händewaschen. Da manche Bakterien über die Nahrung in den Magen-Darm-Trakt gelangen, empfiehlt es sich, alle Speisen, insbesondere Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, gut durchzugaren.

In manchen Fällen kann auch eine Impfung vor einer Magen-Darm-Grippe schützen. Seit dem Jahre 2006 ist ein Impfstoff gegen Rotaviren verfügbar. Die ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut in Berlin hat bisher keine Impfempfehlung dafür ausgesprochen. Die Notwendigkeit einer solchen Impfung ist also derzeit umstritten. Wer sein Kind impfen lassen möchte, sollte vorher mit seiner Krankenkasse abklären, ob die Kosten dafür übernommen werden. Im Gegensatz zum Rotavirus steht für das Norovirus keine Impfung zur Verfügung. Bei Letzterem handelt es sich um die Form, die bei Erwachsenen am häufigsten auftritt.

Lydia Köper

13.06.12

Magen-Darm-Grippe
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