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Mangelernährung bei Krebs

Mangelernährung bei Krebspatienten kommt relativ häufig vor. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) ist etwa jeder zweite Krebspatient davon betroffen, bei einigen Krebsarten liegt der Anteil sogar noch höher. Besonders oft kommt ein ungewollter Gewichtsverlust in höherem Ausmaß bei Kopf-Hals-Tumoren, bei Tumoren im oberen Magen-Darmbereich, bei sehr aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen und bei kleinzelligem Lungenkrebs vor. Bei anderen Krebsarten wie Brustkrebs kommt eine Mangelernährung hingegen seltener vor.

Von der sog. Tumorkachexie spricht man, wenn Fett- und Muskelmasse abgebaut wird. Oft ist dieser Zustand vom Patienten selbst nicht gewollt – sie möchten gerne essen, können aber nicht. Mangelernährung ist in allen Stadien möglich, so die DKG. Viele Patienten zeigen die Symptome bereits vor der eigentlichen Krebsdiagnose.

Von einer Tumorkachexie spricht man laut DKG bei folgenden Kriterien: bei einem ungewolltem Gewichtsverlust in den letzten sechs Monaten von mehr als 5 % oder bei einem Body-Mass-Index (BMI) der niedriger als 20 kg/(m)² ist und einem ungewollten Gewichtsverlust in den letzten sechs Monaten von mehr als 2 % oder einem starken Muskelabbau in Armen, Beinen, Schultern und Beckengürtel und einem ungewollten Gewichtsverlust im letzten halben Jahr von mehr als 2 %.

Vielfältige Ursachen für eine Mangelernährung

Die Ursachen für Mangelernährung bzw. Tumorkachexie sind vielfältig: So können Krebstumoren den Stoffwechsel so beeinflussen, dass, obwohl man Fett und Muskeln verliert, nicht vermehrt Hunger verspürt. Zudem fördern bestimmte Proteine des Immunsystems, die bei Krebs besonders aktiv sind, gezielt den Abbau der Muskulatur. Die Nahrung selbst wird darüber hinaus nicht mehr so gut verwertet und die Betroffenen haben nur wenig Appetit. Nebenwirkungen der Erkrankung sowie der Krebstherapie wie Übelkeit, Mukositis, Pilzinfektionen der Mundschleimhaut, Verstopfung oder Durchfall, Schluckbeschwerden oder Geruchsstörungen können hinzukommen.

Der ungewollte Gewichtsverlust wirkt sich ungünstig auf die Prognose aus: Schätzungen zufolge
sterben bis zu 25 % der Tumorpatienten nicht an ihrer Krebserkrankung, sondern an den Folgen der körperlichen Auszehrung, so die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie. Durch den Abbau der Muskelmasse kommt es zudem zu Schwäche und einer starken Einschränkung der Lebensqualität. Darüber hinaus ist der Körper anfälliger für Infekte und auch die Krebstherapien selbst wirken häufig nicht mehr so gut.

Behandlung der Mangelernährung

Einer Mangelernährung kann man besten vorbeugen, indem die Tumorpatienten so lange wie möglich möglichst normal essen – doch wenn dies nicht mehr möglich ist, gibt es noch weitere Möglichkeiten. So können Medikamente eingesetzt werden, die den Appetit steigern oder die die ungünstigen Stoffwechselprozesse der Tumorerkrankung hemmen. Weitere medikamentöse Optionen sind z. B. Steroide, nicht-steridale antientzündliche Mittel oder Aminosäuren, so die DKG. Oftmals werden die verschiedenen Wirkstoffe auch kombiniert.

Laut DKG können unterstützend Ernährungsberatung, auf den Patienten abgestimmte Ernährungspläne mit kalorienreicher und eiweißhaltiger Nahrung, gezieltes Training und psychologische Hilfe bei Stress, Ängsten oder Depressionen hinzukommen. Daneben sollte auch eine Behandlung der Nebenwirkungen erfolgen, die das Essen schwer machen, wie Übelkeit oder Schleimhautentzündungen. Gegessen werden sollte, was der Patient gern mag und verträgt – in Zusammenarbeit mit einem Ernährungsberater lässt sich so ein individueller Speiseplan erstellen, der die notwendigen Vitamine und Nährstoffe enthält und auf dem Nahrungsmittel, die für Übelkeit und Schleimhautreizungen sorgen können, vermieden werden, so die DKG.

Mitunter ist jedoch auch eine künstliche Ernährung sinnvoll. Laut Krebsinformationsdienst ist damit die Anwendung jeder Form von zusätzlicher Nahrung gemeint: Das beinhaltet sowohl Nahrungsergänzung, die man normal über den Mund aufnehmen kann, als auch die sog. enterale Ernährung über Sonden, die in den Verdauungstrakt führen. Die sog. parentale Ernährung bezeichnet indes die Zufuhr von Nährstoffen per Infusion direkt ins Blut. Wenn der Patient vor allem Probleme hat, feste Nahrung zu sich zu nehmen, kann Trinknahrung eine Alternative sein.

Quelle: Befund Krebs 2/2016

13.07.16

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