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Metabolische Chirurgie

Eine Operation gegen das Übergewicht?

Menschen mit Typ-2-Diabetes bringen häufig einige Kilos zuviel auf die Waage. Vielen hilft Sport und eine gesunde Ernährung dabei, abzunehmen und auch den Blutzuckerspiegel zu verbessern. Doch manche Menschen mit Typ-2-Diabetes haben nicht „nur“ fünf oder zehn Kilo Übergewicht, sondern wesentlich mehr. Für sie kann u. U. eine Operation sinnvoll sein.

Von Adipositas spricht man laut der interdisziplinären S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“ ab einem BMI von 30 kg/(m)² (das entspricht bei 1,80 Meter Körpergröße bei einem Mann etwa 98 kg und mehr, bei einer Frau von 1,65 m ca. 82 kg). Begleiterkrankungen, wie z. B. Diabetes, aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder Gelenkerkrankungen treten bei adipösen Menschen oft gemeinsam auf – und bessern sich i. d. R., wenn das Übergewicht abgebaut wird. Nicht zuletzt leiden viele Menschen mit Adipositas auch psychologisch unter ihren Kilos, haben ein negatives Körperbild, entwickeln Essstörungen und/oder neigen zu depressiven Verstimmungen.

Beim Abnehmen helfen die üblichen Methoden wie gesunde Ernährung und mehr Sport bzw. Bewegung jedoch nicht immer – die Betroffenen nehmen manchmal schnell wieder zu und wiegen mitunter sogar mehr als vorher (Jo-Jo-Effekt). Zudem kann Adipositas auch auf eine genetische Veranlagung, eine Erkrankung der Schilddrüse oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten wie Psychopharmaka zurückzuführen sein – ob das Abnehmen klappt oder nicht, liegt also nicht immer im Einflussbereich des Betroffenen.

Wann kommt metabolische Chirurgie zum Einsatz?

In manchen dieser Fälle kann die sog. metabolische Chirurgie, auch als Adipositas-Chirurgie oder bariatrische Chirurgie bekannt, eine Möglichkeit sein, endlich die erhoffte Gewichtsabnahme zu erreichen – und zugleich auch die Blutzuckerwerte zu verbessern, in manchen Fällen sogar den Diabetes zu „heilen“, sprich normale HbA1c-Werte zu erreichen, wie mehrere Untersuchungen ergeben haben.

Doch wann genau ist eine Operation gegen Übergewicht angezeigt? Laut Leitlinie ist dies der Fall, wenn alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten (Ernährungsumstellung, Sport, Verhaltenstherapie) zur Gewichtsabnahme ausgeschöpft sind und der BMI größer ist als 40 oder wenn er größer ist als 35 und Begleiterkrankungen hinzukommen – dies kann auch ein Diabetes sein. Bei sehr schweren Begleiterkrankungen, einem BMI von mehr als 50 oder großen psychosozialen Problemen, die eine Gewichtsabnahme auf „normalem“ Wege sehr unwahrscheinlich machen, kann u. U. auch ohne vorherige konservative Therapie operiert werden.

Folgende Verfahren stehen zur Verfügung:

  • Magenband, aus Silikon bestehend, das um den oberen Teil des Magens gelegt wird
  • Schlauchmagen, d. h., operative Verkleinerung des Magenvolumens um 80–90 %
  • Roux-Y-Magen-Bypass, hierbei trennt der Operateur einen großen Teil des Magens ab, ein kleiner Teil verbleibt (sog. Pouch) und wird unter Umgehung des Zwölf-Finger-Darms neu mit dem Dünndarm verbunden
  • biliopankreatische Teilung mit sog. duodenalem Switch: Hier wird der Magen ebenfalls verkleinert und ein großer Teil des Dünndarms wird von der Nahrungsaufnahme ausgeschlossen. Der sog. Magenpförtner bleibt erhalten, was bestimmte Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Schweißausbrüche reduziert.

Welches Verfahren für welchen Patienten geeignet ist, wird individuell entschieden. Zudem muss der Patient vorab genau über Chancen, Risiken und Folgen einer solchen Operation informiert werden. Nach der OP sollte eine lebenslange Nachsorge stattfinden. Auch wenn das Abnehmen nach der Operation meist wesentlich leichter fällt – die Patienten sollten dennoch weiterhin in puncto gesunde Lebensführung, Ernährung und Bewegung betreut werden.

Quelle: Befund Diabetes 4/2016

16.02.17

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