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Misteltherapie bei Brustkrebs

Die Misteltherapie ist eine Therapiemethode aus dem Bereich der integrativen oder komplementären Onkologie. Eingesetzt wird die Misteltherapie im Anschluss an die adjuvante Tumortherapie. Sie kann allerdings auch schon vor der schulmedizinischen Therapie begonnen werden und kann dadurch die Nebenwirkungen der Chemotherapie reduzieren. Insgesamt kann sie bis zu fünf Jahre angewendet werden.

Zusammensetzung der Mistelpräparate

Die Mistelpräparate werden in zwei Gruppen unterteilt: die standardisierten Mistelpräparate und die anthroposophisch hergestellten Mistelpräparate. „Als Pflanze enthält die Mistel viele Inhaltsstoffe, die beiden wichtigsten sind Mistellektine und Viscotoxine. Im Winter überwiegen als Inhaltsstoffe die Mistellektine, im Sommer die Viscotoxine. Wenn der Presssaft von den verschiedenen Ernten gemischt wird, hat man ein ausgewogenes Verhältnis von allen Inhaltsstoffen“, erläutert Dr. Doreen Jaenichen, Jena.

Erhältlich sind die Präparate in Form von Ampullen und der Inhaltsstoff muss von den Patientinnen unter die Haut injiziert werden. Viele Patienten empfinden es als schwierig, nach Beendigung der schulmedizinischen Therapie, bis zur nächsten Untersuchung warten zu müssen. Deswegen ist es für viele hilfreich, selbst etwas tun zu können, indem sie mit der Misteltherapie fortfahren. „Die Therapie regt das körpereigene Immunsystem an und kann das Allgemeinbefinden der Patienten verbessern: Sie können besser schlafen, haben weniger Schmerzen, haben wieder Appetit und fühlen sich leistungsfähiger. Die Symptome der Fatigue lassen sich dadurch auch bessern“, sagt Dr. Jaenichen.

Die Misteltherapie wird häufig empfohlen, gehört aber nicht zur Standardtherapie. „In Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Lebensqualität der Patienten mithilfe der Misteltherapie gebessert werden konnte“, sagt Dr. Jaenichen. Allerdings gibt es auch andere Studien, welche den Nutzen nicht belegen, weshalb die Misteltherapie von der Schulmedizin auch noch nicht als Standardtherapie eingesetzt wird.

Immunsystem aktivieren

Einige Patientinnen reagieren auch allergisch auf die Mistelpräparate, deswegen sollte sie immer in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden. „Bevor mit der Misteltherapie begonnen wird, sollte zu allererst ein Allergietest gemacht werden. Kleine allergische Reaktionen, beispielsweise eine Rötung an der Einstichstelle oder eine Erhöhung der Körpertemperatur bis zu einem Grad sind normal und sogar erwünscht“, sagt Dr. Jaenichen. Daran lässt sich ablesen, ob das Immunsystem auf die Behandlung reagiert. Bei bestimmten Tumorerkrankungen, wie Leukämie, Lymphome, Nierenzellkarzinome und dem malignen Melanom sollte die Misteltherapie jedoch gar nicht erst verabreicht werden. „Pausieren sollte man, wenn eine Operation ansteht, also bis zu zwei Wochen davor und bis zum Abschluss der Wundheilung. Bei akuten Infektionen und bei Allergien gegen den Mistelextrakt sollte ebenfalls darauf verzichtet werden“, warnt Dr. Jaenichen. Die Kosten für die Misteltherapie werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen, meist nur noch für die palliative Behandlung.

Quelle: Leben? Leben! 01/2014

09.05.17

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