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Diagnose von Morbus Basedow

Leidet ein Patient unter Symptomen, die mit Morbus Basedow in Verbindung stehen könnten und wendet sich damit an einen Arzt, erfolgt zunächst ein allgemeiner Ablauf der Diagnose, wie dies bei einer anderen Erkrankung auch der Fall wäre. Es wird zunächst die Anamnese und eine allgemeine körperliche Untersuchung durchgeführt, bevor spezielle Verfahren aufgrund eines konkreten Verdachts auf Morbus Basedow zum Einsatz kommen.

Morbus Basedow: Anamnese und körperliche Untersuchung

Bei der Anamnese handelt es sich um die Erhebung der Krankengeschichte. Der Patient schildert dem Arzt in Ruhe seine Beschwerden und Symptome, wodurch der Arzt bereits erste Anhaltspunkte bekommt, ob es sich um Morbus Basedow handeln könnte. Bei Morbus Basedow stehen in diesem Zusammenhang die typischen Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion im Vordergrund, die aufgrund der vermehrten Produktion und Freisetzung von T3 und T4 entstehen. Sind die Augen in Form einer endokrinen Orbitopathie betroffen, wird dies bereits beim Anblick des Patienten einen deutlichen Hinweis auf einen Morbus Basedow geben.

Aber auch eine Beschreibung von Schweißausbrüchen, Hitzgefühl, Heißhunger bei gleichzeitigem Gewichtsverlust und einem beschleunigten Herzschlag wird den Arzt in der Regel schnell eine Schilddrüsenproblematik und damit ein möglicher Morbus Basedow vermuten lassen. Für den Arzt ist zudem wichtig zu wissen, wann die Symptome erstmals aufgetreten sind und ob sie in Verbindung mit bestimmten Umständen wie einer Schwangerschaft oder starkem Stress standen. Zudem wird ihn interessieren, ob in der Familie bereits Schilddrüsenerkrankungen aufgetreten sind und so eine genetische Vorbelastung bestehen könnte.

Wurde in der Anamnese bereits die Schilddrüse als mögliches Organ ausgemacht, welches die Symptome hervorruft, wird der Arzt es in der körperlichen Untersuchung genauer anschauen. Er wird die Größe und die Beschaffenheit der Schilddrüse analysieren, da ein Morbus Basedow oft mit einer Schilddrüsenvergrößerung und einer Kropfbildung einhergeht.

Morbus Basedow: Blutuntersuchung

Besteht der Verdacht auf Morbus Basedow, wird der Arzt eine Blutuntersuchung anordnen. Dazu wird Blut aus der Armvene entnommen und die darin enthaltene Konzentration der Schilddrüsenhormone T3 und T4 sowie von TSH bestimmt. Im Falle von Morbus Basedow sind typischerweise die T3- und T4-Spiegel erhöht, weil die Schilddrüse durch vorhandene Autoantikörper (TRAK) zur einer vermehrten Produktion und Freisetzung dieser Hormone angeregt wird. Aufgrund der natürlichen Regulationsmechanismen bewirken die hohen T3- und T4-Konzentrationen im Blut eine Reduzierung der TSH-Produktion, sodass die TSH-Konzentration bei Patienten mit Morbus Basedow normalerweise erniedrigt ist.

Die für die verstärkte Produktion und Freisetzung der Schilddrüse verantwortlichen Autoantikörper können zudem auch direkt in der Blutprobe nachgewiesen werden. Sind sie nicht vorhanden, schließt dies allerdings die Diagnose von Morbus Basedow nicht aus. In seltenen Fällen sind bei Morbus Basedow Erkrankten keine TRAK nachweisbar. In manchen Fällen können alternativ Autoantikörper gegen das Schilddrüsenenzym Peroxidase, sogenannte Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-AK) detektiert werden, die ebenfalls auf einen Morbus Basedow als Ursache der Beschwerden des Patienten hindeuten.

Morbus Basedow: Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse

Neben der Blutuntersuchung hat auch eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) einen Stellenwert bei der Diagnose von Morbus Basedow. Durch die Untersuchung kann der Arzt Veränderungen der Schilddrüse feststellen und ihre Größe ausmessen. Zudem kann eine spezielle Ultraschalluntersuchung, die Dopplersonografie, bei der Diagnose von Morbus Basedow zum Einsatz kommen. Mit diesem Verfahren kann die Durchblutung eines Organs bestimmt werden, die im Falle eines Morbus Basedow in der Schilddrüse typischerweise verstärkt ist.

Morbus Basedow: Weitere Untersuchungen

Ist die Diagnose Morbus Basedow trotz der bereits durchgeführten Untersuchungen nicht eindeutig oder müssen andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, können vom Arzt weitere diagnostische Verfahren eingesetzt werden. Eine der zur Verfügung stehenden Methoden zur Diagnose eines möglichen Morbus Basedow, ist die Schilddrüsen-Szintigrafie. Mit ihr kann die Funktionalität der Schilddrüse untersucht werden. Dazu wird dem Patienten ein schwach radioaktives Präparat, in den meisten Fällen Technetium, verabreicht. Es wird ähnlich wie natürlicherweise aufgenommenes Jod in der Schilddrüse eingelagert. Die aufgenommene Menge ist ein Maß für die Aktivität des Organs – je aktiver eine Schilddrüse ist, desto mehr des Präparats wird sie aufnehmen. Der Nachweis erfolgt über einen Detektor, der die radioaktive Strahlung misst. Bei einem Morbus Basedow ist es die gesamte Schilddrüse, die eine vermehrte Radioaktivität verzeichnet. Handelt es sich hingegen um eine Schilddrüsenautonomie, eine andere Form der Schilddrüsenüberfunktion, treten einzelne überaktive Bereiche auf, die als heiße Knoten bezeichnet werden. Liegt eine Thyreoiditis de Quervain vor, die ebenfalls durch eine Phase der Überfunktion gekennzeichnet ist, ist die Aufnahme des radioaktiven Präparates bei einer Schilddrüsen-Szintigrafie jedoch in der Regel vermindert. Eine Hashimoto-Thyreoiditis ist in der überaktiven Phase schwer abzugrenzen, führt aber langfristig im Gegensatz zum Morbus Basedow zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Lydia Köper

12.06.12

Diagnose
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