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Nahrungsergänzungsmittel als mögliche Therapieergänzung

Nahrungsergänzungsmittel gehören rechtlich betrachtet zu den Lebensmitteln und sind, wie der Name besagt, dazu bestimmt, die allgemeine Nahrung zu ergänzen. Von den normalen Lebensmitteln unterscheiden sie sich in erster Linie dadurch, dass sie in dosierter Form, z. B. in Form von Kapseln, Tabletten oder speziellen Trinkzubereitungen, in den Handel gebracht werden. Sie erinnern dadurch an Arzneimittel. Im Unterschied zu diesen unterliegen Nahrungsergänzungsmittel aber nicht den für Arzneimittel geltenden Zulassungsbestimmungen und dürfen auch keine krankheitsbezogenen Aussagen tragen. Erlaubt sind nur solche gesundheitsbezogenen Werbeaussagen, die in der sog. Health claims-Verordnung geregelt sind. Diese europäische Verordnung ist jedoch noch nicht abschließend bestätigt.

Sinnvolle Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln

Zu den typischen Nahrungsergänzungsmitteln gehören Vitamine, Mineralstoffe und einige Pflanzeninhaltsstoffe. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Personen, die sich ausgewogen ernähren, für nicht erforderlich. Trotzdem gibt es Situationen, bei denen die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein kann. Wie sieht es diesbezüglich für die Haut aus? Zu den Belastungen, denen auch die gesunde Haut ausgesetzt ist, gehört die uns mit dem Sonnenlicht erreichende UV-Strahlung. Wir brauchen diese einerseits zur Bildung von Vitamin D, andererseits kann übermäßige UV-Strahlung zu Hautalterung (Photoaging), Entzündungen (Sonnenbrand) bis hin zur Entstehung von Hautkrebs beitragen bzw. diese verursachen.

Als Nahrungsergänzungsmittel angebotene Carotinoide wie ß-Carotin, Lycopin und Lutein können bei ausreichender Dosierung (ca. 20 bis 25 mg pro Tag) und Anwendung über einen Zeitraum von acht bis zwölf Wochen den körpereigenen Lichtschutz erhöhen. Die Kombination der Carotinoide mit Vitamin C oder Vitamin E kann den Effekt verstärken. Trotzdem darf auf die Anwendung von auf die Haut aufzutragenden Sonnenschutzmitteln nicht verzichtet werden. Es sei darauf hingewiesen, dass ß-Carotin bei Rauchern negative Effekte hervorrufen kann. Studien zeigen, dass statt der erwarteten Senkung des Risikos für Lungenkrebs der gegenteilige Effekt auftrat.

Pflanzeninhaltsstoffe mit antioxidativer Wirkung

Durch Radikale bedingte oxidative Veränderungen von Hautbestandteilen, z. B. Fetten, Eiweißen oder der DNA, spielen bei der Hautalterung ebenfalls eine große Rolle. Radikale sind sehr reaktionsfähige Stoffe, die im Verlauf des Stoffwechsels gebildet werden und für die unser Körper geeignete Abbauwege besitzt. UV-Strahlen und andere externe Einflüsse können ebenfalls Radikale induzieren. Wenn das Gleichgewicht zwischen Bildung und Abbau von Radikalen gestört ist, kommt es zum sog. oxidativen Stress, der sich negativ auch auf die Haut auswirken kann. Um dem entgegenzuwirken, werden Antioxidantien oder Radikalfänger eingesetzt. Für die Vitamine C und E, einige Mineralstoffe wie Selen sowie zahlreiche Pflanzeninhaltsstoffe sind antioxidative und radikalfangende Eigenschaften belegt. Pflanzeninhaltsstoffe mit antioxidativer Wirkung besitzen häufig mehrere Hydroxylgruppen, sind also Polyphenole. Positive Wirkungen auf die Haut wurden z. B. für Polyphenole aus Kakao und grünem Tee nachgewiesen.

Biotin, das Haut-, Nagel- und Haarvitamin

Biotin, ein wasserlösliches Vitamin, wird auch als Vitamin H (Haut, Nagel- und Haarvitamin) bezeichnet. Es fördert u. a. die Bildung von Keratin, einer Festigungssubstanz in den Nägeln und Haaren, und wird bei Haut-, Nagel- und Haarproblemen angewendet. Ob die in Nahrungsergänzungsmitteln, oft in Kombination mit anderen Vitaminen und weiteren Bestandteilen, enthaltenen Biotinmengen für nachweisbare Effekte ausreichen, ist jedoch fraglich. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Nahrungsergänzungsmittel keinesfalls eine gesunde und ausgewogene Ernährung ersetzen können. In bestimmten Belastungssituationen können sie durchaus hilfreich sein.

Prof. Dr. Ulrike Lindequist
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Quelle: Patient und Haut 2/2014

23.04.15

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