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Neuropathien als Folge der Krebstherapie

Ein Kribbeln in den Fingerspitzen oder Taubheit oder gar Schmerzen in den Füßen – diese oft sehr unangenehmen Symptome weisen auf Nervenschäden, sog. Neuropathien hin. Sie können aufgrund bestimmter Medikamente der Chemotherapie auftreten.

Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) gehören zu den typischen Symptomen bei Schädigungen der sog. sensorischen Nervenbahnen Gefühlsstörungen in Fußsohlen und Fingerspitzen, die bis zu Knöcheln und Handgelenken reichen können, eine starke Empfindlichkeit auch auf zarte Berührungen, Kribbeln (Ameisen) in den Fußsohlen und Fingerspitzen oder ein pelziges, taubes, eingeschlafenes Gefühl der Hände und Füße. Mit fortschreitender Schädigung der Nerven wird das Gefühl der Taubheit i. d. R. immer stärker, Betroffene empfinden dann weder Schmerzen noch Wärme oder Kälte.

Neuropathien können den Alltag stark beeinträchtigen

Laut Krebsinformationsdienst kann gerade diese Taubheit auch zu Einschränkungen im Alltag führen, da die Feinmotorik dadurch beeinträchtigt wird. Dann fällt es schwer, einen Verschluss auf- und zuzudrehen oder mit der Hand zu schreiben. Wenn hingegen die Füße beeinträchtigt sind, kann das auch zu Gleichgewichtsstörungen und sogar Stürzen führen. Ein weiteres Problem, gerade an den Füßen: Bei zunehmender Taubheit werden kleine Wunden, die man sich beim Nägelschneiden oder Barfußlaufen zuziehen kann, nicht mehr bemerkt. Diese können sich dann leichter infizieren.

Wenn indes vor allem motorische Nervenbahnen betroffen sind, die u. a. für die Aktivierung von Muskeln zuständig sind, äußeren sich Neuropathien durch Muskelzuckungen, Krämpfen oder Kraftlosigkeit beim Greifen oder Heben. Darüber hinaus können aber auch Nerven des Gehirns von Neuropathien betroffen sein – Seh- und Hörstörungen sind die Folge.

Behandlungsmöglichkeiten bei Neuropathien

Es gibt verschiedene Methoden, um Neuropathien zu diagnostizieren, u. a. das Messen des Achillessehnenreflexes, des Vibrationsempfindens oder die Elektroneurografie, mit der der Arzt die Nervenleitgeschwindigkeit messen kann, so der Krebsinformationsdienst. Die Therapie ist indes schwierig, da es kaum in ihrer Wirksamkeit belegte Medikamente gibt, die die Nervenschädigung als Folge der Chemotherapie direkt beheben können.

Wenn die Neuropathie so weit fortgeschritten ist, dass der Betroffene starke Schmerzen hat, gibt es mittlerweile eine Reihe von Medikamente, die dagegen helfen können – dazu zählen der Wirkstoff Duloxetin, Opioide sowie Wirkstoffe aus den Medikamentenkategorien der Antidepressiva und Antikonvulsiva (Mittel gegen Krampfanfälle). Auch die Akupunktur wird gegen Schmerzen eingesetzt, ihre Wirksamkeit ist aber noch nicht belegt. Linderung kann zudem durch Physiotherapie, Ergotherapie, Elektrotherapie oder durch therapeutische Bäder erreicht werden. Laut Krebsinformationsdienst liegen aber auch hier noch keine großen Studien vor, die die Wirksamkeit solcher Methoden belegen.

Das können Betroffene tun

Wer unter Neuropathien leidet, sollte einige Verhaltensmaßnahmen beachten, damit die Beschwerden nicht noch stärker werden, so der Krebsinformationsdienst. So sollte man starke Kältereize meiden, kalte (gefrorene) Gegenstände möglichst nicht mit nackten Fingern anfassen und sich im Winter draußen mit Handschuhen und Mütze schützen. Verletzungen und mögliche Infektionen sollte man mit Vorsicht im Alltag vermeiden: Schuhe und Strümpfe sollten gut sitzen und man sollte bei Haushaltsarbeiten Schutzhandschuhe tragen. Wer Gleichgewichtsprobleme hat, sollte auf gutes, rutschfestes Schuhwerk achten und die Wohnung auf mögliche Stolperfallen überprüfen.

Quelle: Befund Krebs 2/2017

27.07.17

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