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Pollenallergie|Heuschnupfen

Wenn die Temperaturen im Frühjahr steigen, die Pflanzen in der Natur nach dem langen Winter zu grünen und zu blühen beginnen, atmen die meisten Menschen auf. Für Pollenallergiker beginnt jedoch die für sie unangenehmste Jahreszeit. Juckende, tränende Augen, eine laufende oder verstopfte Nase, starker Niesreiz bis hin zu schwerwiegenden Atemwegsproblemen können den Betroffenen die Freude an schönem Frühlingswetter verderben. Grund hierfür ist eine Erkrankung des Immunsystems, welches nun auf bestimmte, eigentlich harmlose Eiweißstoffe in den Blütenpollen reagiert und Abwehrmaßnahmen einleitet: eine Pollenallergie oder Heuschnupfen.

Warum sind Pollen in der Luft?

Auch Pflanzen streben danach, sich zu vermehren. Während der Blütezeit produzieren die Pflanzen männliche Pollenkörner welche auf verschiedenen Wegen zu den weiblichen Empfangsorganen gelangen können, um über die Bestäubung und Befruchtung zur Fortpflanzung führen. Die Übertragung kann zum einen z. B. über Insekten erfolgen, zum anderen können die Pollen über den Wind verbreitet werden. Letztere Möglichkeit stellt die Hauptproblematik für Allergiker, da Windblütler häufig eine große Menge an Blütenstaub in die Luft entlassen, welcher sich mit dem Wind über weite Distanzen verbreiten kann. Somit kann die Konzentration an Pollen in der Luft kurzzeitig sehr hoch sein und zu einer starken Belastung der Atemwege bei Pollenallergikern führen.

Heuschnupfen – Ein weit verbreitetes Problem

Heuschnupfen, saisonale allergische Rhinitis, allergische Rhinokonjunktivitis, Pollinosis, allergische Rhinopathie – die Pollenallergie ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt. In den westlichen Industrieländern ist sie, mit einem Anteil von etwa 60% an den allergischen Erkrankungen eine häufig auftretende Erscheinung. Weltweit leiden etwa 500 Millionen Menschen an einer Pollenallergie. Allein in Deutschland sind etwa 12 Millionen Menschen von betroffen, zum Teil bereits im Kindesalter und mit zunehmender Tendenz. In Frankreich ist ein Anstieg der Erkrankungen seit dem Jahr 1968 von 3,8% auf schätzungsweise 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung dokumentiert.

Formen der Pollenallergie

Bei der Pollenallergie handelt es sich, nach der Einteilung von Coombs und Gell, um eine sogenannte allergische Reaktion vom Typ 1 (Soforttyp). Der Erstkontakt mit einem Allergen verläuft zunächst offensichtlich folgenlos und ohne typische Symptome. Der Körper bildet jedoch bereits spezifische Allergieantikörper, das Immunglobulin E (IgE).

Kommt es danach zu einem wiederholten Kontakt mit dem speziellen Allergen, wird eine sofortige Immunantwort ausgelöst, welche innerhalb von Sekunden oder Minuten zu den allergischen Symptomen führt. Nicht jeder Pollenallergiker reagiert jedoch auf den gleichen Auslöser. Einige Betroffene zeigen allergische Symptome bei Kontakt mit beispielsweise dem Blütenstaub der Birke, reagieren jedoch nicht auf Gräserpollen und umgekehrt.

Andererseits kann es auch vorkommen, dass allergische Reaktionen bei mehreren verschiedenen Allergenen auftreten. Bei einigen Betroffenen beschränkt sich die allergische Reaktion auf einen gelegentlich auftretenden Niesreiz, andere klagen über eine starke Schnupfensymptomatik bis hin zu allergischem Asthma. Die Auslöser und Erscheinungsformen der Pollenallergie können somit vielfältig sein.

Häufige Allergene

Eine Vielzahl der heimischen Pflanzenarten nutzt den Wind zur Verbreitung ihrer männlichen Sporen. Die teilweise sehr hohe Konzentration von Pollen in der Luft ist für Allergiker eine starke Belastung. Jedoch reagiert nicht jeder Pollenallergiker auf dieselben Auslöser.

In Deutschland sind beispielsweise die Pollen frühblühender Bäume wie Haselnuss, Birke und Erle eine häufige Ursache für die Heuschnupfensymptomatik. Jedoch auch Pollen anderer Bäume wie beispielsweise Ulme, Buche, Pappel oder Eiche können eine allergische Reaktion bei Sensibilisierten hervorrufen.

Neben den Pollen der verschiedenen Baumarten können auch Gräser- und Getreidepollen sowie Pollen verschiedener Wildpflanzen wie Beifuß, Spitzwegerich, Ambrosia oder auch Brennnessel problematisch sein. Insbesondere die Pollen der Ambrosiapflanze werden als äußerst aggressiv beschrieben. Aus Italien wurde bereits eine starke Vermehrung der Pflanze und damit einhergehend ein hoher Anstieg an allergischen Reaktionen berichtet. Obwohl die Verbreitung der Ambrosia zzt. in Deutschland noch keinen Anlass zur Sorge gibt, sollte die Entwicklung beobachtet werden.

Wichtig für Pollenallergiker ist es zudem zu wissen, wann eine hohe Pollenkonzentration in der Luft, abhängig von den jeweiligen Blütezeiten der betreffenden Pflanzen zu erwarten ist. Zu diesem Zweck wurden spezielle sogenannte Pollenflugkalender erarbeitet, welche Anhaltspunkte bieten, in welchem Monat des Jahres sich die verschiedenen Pollenarten in der Luft befinden. Beginnend mit den frühblühenden Bäumen ab Januar, wie beispielsweise Hasel oder Erle, über Birke, Buche, Eiche etc. mit der Hauptblütezeit in den Monaten April und Mai bis hin zu der Gräser- und Getreidepollenbelastung in den Monaten Mai bis teilweise August und anschließend der Ambrosia (August bis September) kann der Pollenflugkalender eine Hilfe für die Pollenallergiker sein, um eine zu starke Belastung zu vermeiden.

Nicole Breuer

01.06.15

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