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Prostatakrebs

Unter Prostatakrebs ist ein bösartiger Tumor der Vorsteherdrüse zu verstehen. Prostatakrebs gilt als eine der am häufigsten auftretenden bösartigen Tumoren beim Mann in Deutschland und betrifft vor allem Männer in höherem Lebensalter. Das Durchschnittsalter für Prostatakrebs-Erkrankungen liegt hierzulande bei ca. 69 Jahren. Jedes Jahr erkranken ca. 64.000 Männer neu an einem Prostatakarzinom. Da die Funktion der Prostata vom Testosteron, dem männlichen Sexualhormon, gesteuert wird und sich die Hormonproduktion ab dem 40. Lebensjahr langsam verringert, kommt es im fortschreitenden Alter häufig zu einer Vergrößerung der Prostata, die ggf. zu Prostatakrebs führen kann.

In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um eine gutartige Vergrößerung (benigne Prostatahyperlasie) und keinen Prostatakrebs. Bei der Vergrößerung kann es im Anfangsstadium zu einer Einengung der Harnröhre, die durch die Prostata verläuft, kommen. Bemerkbar macht sich die Prostatavergrößerung im Frühstadium dann dadurch, dass der Harnstrahl schwächer wird, der Urin nur noch stockend abgesetzt werden kann, es zu unangenehmem Nachträufeln kommt oder sich vermehrt nächtlicher Urindrang zeigt. Der Prostatakrebs macht sich hingegen im Frühstadium meist nicht bemerkbar und wird oft im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung festgestellt.

Prostatakrebs: Anatomische Lage der Prostata

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, gehört zum männlichen Urogenitalsystem. Zu finden ist sie unter dem Bauchfell, oberhalb der Harnblase – am sogenannten Hals der Harnblase – und wird zum Rücken hin durch den Mastdarm begrenzt. Zum Bauch hin begrenzt die Schambeinfuge die Prostata, mit der sie zudem durch ein Band verbunden ist. Mitten durch die Vorsteherdrüse verläuft die Harnröhre. Das erklärt auch die Problematiken beim Wasserlassen, bei einer (krankhaften) Vergrößerung der Prostata und könnte so Hinweis auf eine mögliche Prostatakrebs-Erkrankung sein. Ebenfalls durch die Prostata hindurch verläuft der paarig angelegte Ductus ejaculatorius, der sogenannte Spritzkanal, durch den während der Ejakulation das Ejakulat aus den Nebenhoden und der Samenblase fließt – insgesamt gut 70 % des Ejakulatvolumens. Auch hier sind die Auswirkungen bei einer Verengung durch eine Vergrößerung der Prostata spürbar.

Prostatakrebs: Aufgaben der Prostata

Als exokrine Drüse, also jener Drüsen, die ihr Sekret nicht an das Blut (endokrine Drüse), sondern an einen Körperhohlraum oder die Hautoberfläche abgeben, besteht die Hauptaufgabe der Prostata in der Sekretproduktion. Die Prostata besteht dabei aus mehreren zig Einzeldrüsen, deren Ausführungsgänge in der Harnröhre liegen. So wird das produzierte Sekret bei der Ejakulation in die Harnröhre geleitet und kann sich dort mit den Spermien vermischen. Ein wichtiger Schachzug der Natur, denn das Milieu in der Vagina ist zum Schutz vor Infektionen sehr sauer und würde die Überlebenschancen der Spermien rapide senken.

Das Sekret der Vorsteherdrüse, das etwa 30 % des Ejakulats ausmacht, senkt den pH-Wert und sichert den Spermien das Überleben in der Vagina. Eine weitere wichtige Aufgabe des Prostatasekrets ist es, die Spermien regelrecht anzuspornen, sozusagen zum Leben zu erwecken. Durch im Sekret enthaltene Spermien wird nämlich die Bewegung der Spermin ausgelöst. Außerdem sondern die Zellen der auskleidenden Haut (Epithelzellen) der Prostata ein bestimmtes Enzym ab. Dieses als PSA bezeichnete und als wichtiger Blutparameter zur Erkennung von Prostataerkrankungen (vorwiegend Prostatakrebs) herangezogene Enzym macht das Ejakulat dünnflüssiger und somit fließfähiger.

Prostatakrebs in Zahlen

Jedes Jahr erkranken deutschlandweit ca. 64.000 Männer an Prostatakrebs. Bei allen diagnostizierten Krebserkrankungen bei Männern belegt Prostatakrebs mit ca. 25,4 % dabei den ersten Platz. In Bezug auf den tödlichen Verlauf von Tumorerkrankungen nimmt das Prostatakarzinom mit 10,1 % den dritten Platz ein. Vergleicht man die Mortalitätsrate hingegen mit allen Todesursachen, steht der Prostatakrebs auf dem siebten Platz. Das mittlere Alter bei denen an Prostatakrebs erkrankten Männern liegt in Deutschland bei ca. 69 Jahren. Jedes Jahr sterben hierzulande ca. 12.000 Patienten infolge des Prostatakrebses.

Prostatakrebs – Erkrankungsrisiko

Das Risiko, irgendwann im Leben an einem Prostatakrebs zu erkranken, liegt innerhalb der westlichen Industrienationen bei etwa 40 %. Allerdings werden nur bei 10 % die typischen Symptome beobachtet und nur bei 3 % der Prostatakrebs als todesursächlich angesehen. Nach wie vor gelten Herz- und Gefäßkrankheiten als Todesursache Nummer eins in den westlichen Industrieländern. Grund für die geringe Mortalitätsrate durch Prostatakrebs ist das langsame Wachstum des Tumors. Da Prostatakrebs im Anfangsstadium aber keine Beschwerden verursacht, sollte die Prävention von Prostatakrebs ab dem vierzigsten Lebensjahr beginnen. Die Kosten zur Früherkennung von Prostatakrebs werden von den Krankenkassen ab dem 45. Lebensjahr getragen (rektale Tastuntersuchung) und können durch eine Selbstzahlerleistung (PSA-Bluttest) ergänzt werden.

Judith Schomaker

19.07.13

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