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Psoriasis-Schüben vorbeugen – ist das möglich?

Bei Schuppenflechte wechseln sich Zeiten relativer Beschwerdefreiheit mit Phasen ab, in denen die Beschwerden sehr stark sind: den Psoriasis-Schüben. Diese sind i. d. R. sehr belastend für die Betroffenen – sowohl körperlich als auch seelisch. Wann ein solcher Schub eintritt, lässt sich meist nicht vorhersagen, genauso wenig wie man ihm hundertprozentig vorbeugen kann.

Es gibt jedoch einige Faktoren, die einen Psoriasis-Schub begünstigen können. Betroffene mit einer gewissen Krankheitserfahrung wissen aus Selbstbeobachtung oft recht gut, welche dieser Faktoren bei ihnen zum Tragen kommen und einen Schub mitverursachen kann. Nicht alle Risikofaktoren lassen sich immer und in jedem Fall komplett ausschalten. Doch wer darüber informiert ist, was einen Psoriasisschub u. U. auslösen kann, kann ihm zumindest bis zu einem gewissen Grad vorbeugen.

Gesund leben

Bei Psoriasis empfiehlt es sich, möglichst gesund zu leben. Rauchen etwa beeinflusst die Krankheit negativ und kann u. U. die Krankheitsaktivität erhöhen. Das ergaben verschiedene wissenschaftliche Studien, darunter eine 2015 im British Journal of Dermatology veröffentliche Untersuchung, die herausfand, dass eine Psoriasistherapie effektiver bei Patienten war, die gar nicht oder weniger als zehn Zigaretten pro Tag rauchten. Wer mit dem Rauchen aufhört, tut nicht nur seiner Haut etwas Gutes, sondern seinem gesamten Organismus, denn Rauchen schädigt die Lunge und ist eine der Hauptursachen für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Auch der übermäßige Konsum von Alkohol wirkt sich vermutlich negativ auf den Hautzustand von Psoriasispatienten aus. Alkohol sollten Menschen mit Schuppenflechte daher möglichst nur in geringen Mengen zu sich nehmen. Wer merkt, dass selbst geringe Mengen Alkohol Einfluss auf den Hautzustand haben, sollte komplett auf das Trinken von Wein, Bier oder Spirituosen verzichten.

Ernährung und Schuppenflechte

Eine spezielle Diät zur Vorbeugung von Schüben gibt es nicht. Allerdings begünstigt Übergewicht die Entstehung der Psoriasis und die Verschlechterung von Hautzuständen, wie auch eine dänische Studie, die im April in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology veröffentlicht wurde, gezeigt hat. Eine Gewichtsabnahme kann Psoriasis deshalb u. U. positiv beeinflussen, Schüben vorbeugen und dazu führen, dass eine medikamentöse Therapie besser anschlägt.

Stress vermeiden und abbauen

Auch Stress wird mit Psoriasis-Schüben in Verbindung gebracht. Viele Patienten berichten, dass psychische Belastungen ihren Hautzustand verschlechtern. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, Stresshormone im Belastungsfall abzubauen. Besonders gut lässt sich Stress durch Sport und gezielte Entspannung abbauen. Zugleich hat Sport noch eine positive Wirkung auf das Körpergewicht. Wer von Psoriasis betroffen ist, sollte sich daher die Zeit für regelmäßige Bewegung, Yoga, autogenes Training oder das Ausüben einer anderen Entspannungsmethode nehmen. Daneben können Psoriasisbetroffene einiges dafür tun, Stress nicht aufkommen zu lassen. Im Privatleben können Menschen mit Psoriasis ggf. öfter einmal Nein sagen, wenn sie an ihre Belastungsgrenze kommen. Wem das schwerfällt, kann das Neinsagen mit Unterstützung eines Psychotherapeuten oder auch eines Coachs lernen. Zudem hilft es, Prioritäten zu setzen.

Das Köbner-Phänomen bei Psoriasis

Auch durch das sog. Köbner-Phänomen bei Psoriasis kann sich der Hautzustand von Menschen mit Psoriasis verschlechtern. Unter dieser Bezeichnung verstehen Mediziner die Tatsache, dass sich bei Psoriasisbetroffenen Hautreaktionen an Stellen zeigen können, die kurz zuvor besonders gereizt wurden. Das Wort „Reiz“ umfasst dabei viele verschiedene Auslöser, etwa das Auftreten von Wunden, z. B. durch das Aufkratzen der Haut, Insektenstiche, Bisse von Tieren, Verbrennungen oder auch Narben. Genauso kann sich die Psoriasis an Hautstellen entwickeln, die zuvor rasiert oder epiliert oder an denen auf andere Weise Haare entfernt wurden. Auch andere Reize, z. B. Reibung von Kleidung oder Schmuck auf der Haut, Tätowierungen, Piercings u. Ä. können das Köbner-Phänomen in Gang setzen, genauso wie Sonnenbrand, Substanzen aus Medikamenten oder auch Erkrankungen der Haut wie Herpes oder Windpocken.

Vorbeugen lässt sich dem Köbner-Phänomen nur in gewissem Rahmen, etwa durch den Schutz der Haut vor der Sonne, vor Reibung oder Insektenstichen. Auf Tätowierungen und Piercings sollten Menschen mit Psoriasis nicht nur wegen des Köbner-Phänomens besser verzichten. Hautpflegeprodukte sollten möglichst hypoallergen sein. Vor Verletzungen und Erkrankungen lässt sich die Haut zur Vorbeugung des Köbner-Phänomens jedoch nicht immer schützen.

Quelle: allergikus 3/2016

30.11.16

Weiterführende Informationen zur Vorbeugung von Schüben bei Psoriasis
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