- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Neurologie - Schädelhirntrauma - Therapie eines Schädelhirntraumas

Therapie eines Schädelhirntraumas

Nach einem Unfall mit Gewalteinwirkung auf den Kopf jeglicher Art, ist bereits am Unfallort äußerste Vorsicht geboten. Auch wenn der Patient von sich aus bewegungsfähig und ansprechbar ist, kann ein Schädelhirntrauma nicht von vornherein ausgeschlossen werden.

Aus diesem Grund sollte der Patient nach Möglichkeit nicht bewegt werden, da durch den Stoß oder Schlag auf den Kopf, auch bei Kommunikations- und Bewegungsfähigkeit des Patienten, verspätete Hirnblutungen oder Verletzungen der Halswirbelsäule vorliegen können.

Nur bei längerer Bewusstlosigkeit ist eine Umlagerung in die stabile Seitenlage erforderlich, um bei möglichem Erbrechen des Patienten mit einem Schädelhirntrauma einem starken Hustenreiz und Ersticken vorzubeugen.

Therapie bei einer Gehirnerschütterung – Schädelhirntrauma 1. Grades

Hat der behandelnde Arzt ein leichtes Schädelhirntrauma diagnostiziert, so wird in den meisten Fällen ein Krankenhausaufenthalt von mindestens 24 Stunden empfohlen. Je nach Schwere des Schädelhirntraumas kommt es in den ersten Stunden nach dem Unfall häufig zu Begleiterscheinungen wie starken Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Kreislaufproblemen mit einhergehenden Schwindelgefühlen.

Zur Therapie des Schädelhirntraumas 1. Grades werden im Regelfall Schmerzmittel zur Linderung der Symptome verabreicht. Die wichtigste Maßnahme der Therapie bei einem Schädelhirntrauma ist strenge Bettruhe für den Patienten, bei der in den ersten 24 Stunden regelmäßig die körperlichen Funktionen, wie Blutdruck, Pulsschlag und Herzfrequenz, gemessen werden sollten.

Sofern sich die Symptome des leichten Schädelhirntraumas in der ersten Nacht nach dem Unfall bessern, ist in der Regel keine weitere Therapie notwendig. Bei den meisten Patienten kehrt die eventuell verschwommene Erinnerung an den Unfallhergang schnell zurück und die Symptome lassen sukzessive nach. Nach ein paar Tagen Ruhe und Schonung sollte sich der Zustand eines Schädelhirntrauma-Patienten normalisiert haben.

In seltenen Fällen kann jedoch auch ein Schädelhirntrauma 1. Grades langwierigere Folgen nach sich ziehen. Für 10 bis 20 Prozent der Patienten ist eine weiterführende Therapie notwendig, wenn auch Tage nach dem Unfall weiterhin Kopfschmerzen, Leistungsminderung und Befindlichkeitsstörungen mit depressiven Verstimmungen auftreten. Mediziner sprechen in solchen Fällen von einem chronischen posttraumatischen Syndrom bei einem Schädelhirntrauma. Zur Therapie werden neben medikamentöser Behandlung auch Entspannungstechniken und Krankengymnastik des Schulter- und Nackenbereichs herangezogen.

Therapie bei Schädelhirntrauma des 2. und 3. Grades

Besteht bereits am Unfallort der Verdacht auf ein mittelschweres bis schweres Schädelhirntrauma, ist der Transport in einem notarztbesetzten Rettungswagen notwendig. So können bereits kurze Zeit nach dem Unfall kreislauf- und blutdruckstabilisierende Maßnahmen ergriffen und der Patient auf eine eventuell notwendige Operation vorbereitet werden.

In dieser Phase ist vor allem die Sauerstoffzufuhr für den Patienten mit Schädelhirntrauma enorm wichtig, da ein Sauerstoffmangel des Gehirns schwerwiegende Folgeschäden nach sich ziehen kann. Bei bewusstlosen Patienten mit einem mittelschweren bis schweren Schädelhirntrauma wird deshalb bereits am Unfallort mit der künstlichen Beatmung begonnen.

Für die Therapie des Schädelhirntraumas ist in der Klinik zunächst eine Computertomografie notwendig, um die Schwere und die Art der Verletzung zu bestimmen. Bei diagnostizierten Gehirnblutungen und verschobenen Schädelbrüchen muss anschließend schnellstmöglich operiert werden, um weitreichende Folgeschäden zu verhindern und das Leben des Patienten zu retten. Bei sogenannten fissuralen Brüchen des Schädels, die meist fugen- oder spaltenförmig vorliegen und nicht gegeneinander verschoben sind, ist meist keine Operation notwendig.

Bei einem Schädelhirntrauma des 2. oder 3. Grades werden Betroffene intensiv auf einer neurochirurgischen oder neurologischen Station betreut. Dabei ist die ständige Kontrolle des Blutdrucks, der Atmung und der Herztätigkeit ebenso über einen längeren Zeitraum notwendig wie die Messung des Hirndrucks. Vor allem die Hirndruckmessung anhand einer Sonde am oder im Gehirninneren lässt mögliche später auftretende Blutungen erkennen und im Notfall sofort eine Operation einleiten. Zur Stabilisierung des Patienten mit Schädelhirntrauma werden zudem wasser- und mineralstoffhaltige Infusionen verabreicht. Zum Schutz vor gefährlichen Infektionen wird außerdem Antibiotika eingesetzt.

Rehabilitationsmaßnahmen nach einem Schädelhirntrauma des 2. und 3. Grades

Für Patienten mit einem Schädelhirntrauma des 2. oder 3. Grades sind nach der stationären Therapie weitergehende Rehabilitationsmaßnahmen notwendig. Je nach Schwere des Schädelhirntraumas und der Dauer der Bewusstlosigkeit infolge der Gewalteinwirkung auf den Kopf sind häufig schwerwiegende Folgeerscheinungen zu behandeln.

Deshalb ist es besonders wichtig, bereits frühzeitig mit der Eingliederung in einen normalen Tagesablauf zu beginnen und, soweit möglich, den Patienten bei täglichen Aufgaben aktiv einzubinden. Eine zu lange andauernde Schonung und Bettlägerigkeit des Patienten ist nach einem Schädelhirntrauma nicht ratsam.

Die Therapie nach einem Klinikaufenthalt gliedert sich in die Abschnitte der Intensivversorgung, anschließenden Früh- sowie Langzeitrehabilitation und kann in einer ambulanten Nachsorge im heimischen Umfeld des Patienten münden.

Rehabilitationskliniken haben sich auf Folgeschäden eines Schädelhirntraumas, wie epileptischen Anfällen, neurologischen Schädigungen sowie Sprach- und Bewusstseinsstörungen spezialisiert. Die Therapie erfolgt individuell nach dem Schweregrad des Schädelhirntraumas und den Krankheitssymptomen des Patienten. Die Erfolgssaussichten, nach einem schweren Schädelhirntrauma wieder vollständig “der Alte” zu werden, sind von Patient zu Patient verschieden und meist erst nach einer langwierigen Therapie von zwei bis drei Jahren abschätzbar.

Sabrina Mandel

11.05.17

Nähere Informationen zur Behandlung finden Sie in der Leitlinie

Therapie
Newsletter An-/Abmeldung

Code: TSVN