Schilddrüsenkrebs
16.02.09.
Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)
Als Schilddrüsenkrebs werden bösartige Tumoren bezeichnet, die aus den Zellen der Schilddrüse entstehen. Je nachdem, aus welchen Zellen sich der Schilddrüsenkrebs entwickelt, werden differenzierte Karzinome (papilläre und follikuläre Karzinome), undifferenzierte Karzinome und medulläre Karzinome (auch C-Zell-Karzinome) und sonstige bösartige Neubildungen (z. B. Lymphome, Sarkome) unterschieden. In rund 80 % der Fälle treten differenzierte Schilddrüsenkarzinome auf.
Schilddrüsenkrebs ist eine seltene Tumorerkrankung
Schilddrüsenkrebs gehört zu den seltenen Krebsformen. Pro Jahr erkranken in Deutschland – so das Robert Koch-Institut (RKI) – ca. 5.000 Menschen an Schilddrüsenkrebs. Frauen sind von dieser Krebsart deutlich häufiger betroffen als Männer: Rund 70 % der Betroffenen sind weiblichen Geschlechts. Im Mittel sind betroffene Frauen zum Zeitpunkt der Diagnose 54 Jahre und Männer 57 Jahre alt.
Kurz erläutert: Aufbau und Funktion der Schilddrüse
Die Schilddrüse (lat. Glandula thyroidea) befindet sich etwas unterhalb des Kehlkopfes. Sie hat die Form eines Schmetterlings und wiegt bei Erwachsenen zwischen 20 und 60 g. Hinter der Schilddrüse sind vier kleinere Nebenschilddrüsen lokalisiert. Die Schilddrüse produziert mehrere Schilddrüsenhormone: Thyroxin und Trijodthyronin sowie das Peptidhormon Kalcitonin. Außerdem dient die Schilddrüse als Speicher für Jod.
Thyroxin und Trijodthyronin wird in den Follikelzellen der Schilddrüse (kleinen Bläschen) produziert und gespeichert. Die sog. C-Zellen stellen das Kalcitonin her, das den Kalziumhaushalt reguliert. Für die Bildung von Thyroxin und Trijodthyronin wird Jod benötigt, das dem Körper über die Nahrung zugeführt werden muss. Bei Jodmangel kann es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse kommen (sog. Kropf oder auch Struma).
Jodbedarf des Menschen
Der tägliche Jodbedarf eines Jugendlichen und Erwachsenen beträgt ca. 100 bis 150 mg. Um eine ausreichende Zufuhr zu gewährleisten, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zweimal wöchentlich Seefisch zu essen und jodiertes Speisesalz zu verwenden.
ah