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Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs, auch als Ösophaguskarzinom bezeichnet, ist eine bösartige Veränderung der Schleimhautzellen, welche die Speiseröhre auskleiden. Durch die Speiseröhre (Ösophagus) wird die im Mund zerkleinerte Nahrung in den Magen geleitet. Beim Schlucken öffnet sich der obere Schließmuskel und lässt den Nahrungsbrei in die Speiseröhre hineingleiten. Die ringförmige Muskulatur, welche die Speiseröhre umgibt, zieht sich nun der Reihe nach von oben nach unten zusammen und befördert die Nahrung in Richtung Magen. Der untere Schließmuskel lässt die zerkleinerte Nahrung passieren, schließt sich jedoch sofort wieder, damit die Magensäure und der Speisebrei im Magen verbleiben und der Prozess der Verdauung im weiteren Verlauf stattfinden kann.

Aufbau der Speiseröhre

Die Speiseröhre selbst ist ein in etwa 25 cm langes Hohlorgan und liegt in Längsrichtung gesehen zwischen Wirbelsäule und Luftröhre. Sie kann in drei Bereiche unterteilt werden. Deren Bezeichnung richtet sich nach der Lage der Speiseröhre im Körper bzw. nach verschiedenen Längenabschnitten. Der erste Abschnitt umfasst den Bereich vom Rachen bis zum Eintritt in den Brustkorb (Halsabschnitt). Der Brustabschnitt verläuft vom Eintritt in den Brustkorb bis zur Höhe der Luftröhrengabelung. Der dritte Abschnitt, der Bauchabschnitt, ist der Bereich von der Luftröhrengabelung bis zum Mageneingang. Die Speiseröhre ist im Normalfall mit einer dünnen Schleimhautschicht ausgekleidet, welche als Plattenepithel bezeichnet wird. In bestimmten Fällen kann im Bauchabschnitt, also im unteren Drittel der Speiseröhre eine Veränderung der Zellstruktur vorhanden sein, sodass in diesem Bereich ein sog. Zylinderepithel zu finden ist (Barrett-Syndrom).

Plattenepithelkarzinome und Adenokarzinome

Das Ösophaguskarzinom, also der Speiseröhrenkrebs, befällt zumeist das mittlere und das untere Drittel der Speiseröhre. Je nach betroffener Zellstruktur wird die Art des Krebses unterschieden. Ist ein Bereich betroffen, welcher von Schleimhautzellen bedeckt ist, wird von einem Plattenepithelkarzinom gesprochen. Befindet sich im unteren Drittel der Speiseröhre kein Plattenepithel sondern durch eine Zellfehlbildung ein Zylinderepithel, welches Drüsenzellen ähnlich derer die im Inneren des Magens vorkommen enthält, und entwickelt sich daraus Krebs, so spricht man hier von einem Adenokarzinom.

Durch die krankhafte Wucherung der Zellen wird die Speiseröhre letztlich verengt und kann dadurch die Nahrungsaufnahme erheblich erschweren. Im fortgeschrittenen Stadium neigt der Speiseröhrenkrebs dazu, Tochtergeschwülste (Metastasen) zu bilden. Diese Krebszellen können sowohl über die Lymphbahnen als auch auf dem Blutweg an andere Organe übertragen werden. Lunge und Leber sind in diesen Fällen von Metastasierungen vorwiegend betroffen.

Symptome von Speiseröhrenkrebs

Die Speiseröhre besteht entsprechend ihrer Funktion aus elastischem Gewebe, welches sich in Querrichtung ausweiten kann, um auch größere Nahrung passieren zu lassen. Dieser Umstand ist ein Faktor, der eine frühe Diagnose von Speiseröhrenkrebs erschwert. Vor allem, wenn sich das Plattenepithelkarzinom in Längsrichtung ausbreitet, kann die Nahrungsaufnahme vorerst völlig beschwerdefrei erfolgen. Erschwerend kommt hinzu, dass die eventuell zunächst empfundenen Beschwerden wie Sodbrennen oder vermehrter Speichelfluss auch Begleiterscheinungen gutartiger Erkrankungen sein können.

Der häufigste Anlass, einen Arzt aufzusuchen, ist das Vorhandensein von Schluckbeschwerden (Dysphagie). Da durch die Dehnbarkeit der Speiseröhre bereits mindestens die Hälfte des Durchmessers durch den Tumor blockiert sein muss, um die Nahrungspassage zu behindern, wird Speiseröhrenkrebs in den meisten Fällen erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Später können, je nach Lage des Tumors und fortgeschrittener Erkrankung weitere Symptome wie Schmerzen hinter dem Brustbein, Heiserkeit bei Ausbreitung des Karzinoms bis zum Kehlkopf, Erbrechen von Nahrung und eventuell Husten durch das Einatmen von Nahrungspartikeln auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu starkem Gewichtsverlust und zur Auszehrung des Patienten kommen.

Wer ist gefährdet, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken?

Grundsätzlich gesehen ist Speiseröhrenkrebs eine eher seltene Krebserkrankung. Männer erkranken in etwa dreimal häufiger als Frauen. Ab 60 Jahren steigt das Risiko der Männer für diese Krebserkrankung erheblich, Frauen sind zumeist erst ab dem 70. Lebensjahr von Speiseröhrenkrebs betroffen. Das Plattenepithelkarzinom ist die häufigste Form der bösartigen Zellwucherungen. Mit 50-60 % der Erkrankungen ist es das meist verbreitete Ösophaguskarzinom. Das Adenokarzinom tritt in mehr als ein Drittel aller Fälle auf, wobei hier in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme der Neuerkrankungen zu verzeichnen ist.

Die festgestellten Verhältnismäßigkeiten beziehen sich auf den europäischen Raum, da es in der Häufigkeit von Erkrankungen an Speiseröhrenkrebs starke geografisch bedingte Unterschiede gibt. So kann man beispielsweise eine erhöhte Anzahl von Erkrankungen im südostasiatischen Raum feststellen. Die genauen Ursachen für die Entstehung von Speiseröhrenkrebs sind nicht eindeutig nachgewiesen. Bestimmte Ernährungsgewohnheiten, ein bestehendes Barrett-Syndrom sowie starker Alkohol- und Nikotinkonsum können jedoch die Bildung eines Ösophaguskarzinoms begünstigen.

Nicole Breuer

21.04.17

Speiseröhrenkrebs
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