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Aus Susan G. Komen wurde Aktion Pink Deutschland

Vorausschauender geht es nicht, die Zeichen der Zeit zu erkennen: Die Entscheidung für eine Trennung unseres deutschen gemeinnützigen Vereins von der gleichnamigen US-Foundation war nicht nur eine Punktlandung, sondern organisatorisch auch ein Meisterstück. Am 22.02. letztes Jahr beschlossen und am 31.3. umgesetzt: Aus Susan G. Komen Deutschland wurde Aktion Pink Deutschland. Seit der Namensänderung arbeiten wir ebenso fleißig weiter, wie in den vergangenen 18 Jahren. Es ist uns gelungen, unsere Erfolge fortzuführen und alles Gute beizubehalten. Wir können jetzt aber auch die Gelegenheit nutzen, zu wachsen, uns weiter zu entwickeln, neue Kooperationen einzugehen und Freundschaften zu begründen.

Dank der Kooperation mit Komen International wurden wir nach unserer Vereinsgründung in vielen Bereichen Vorreiter. Erstmals gab es Pink Info-Taschen für die Betroffenen, die auf Anfragen der Krankenhäuser und Brustzentren kostenlos versendet und an die Patienten verteilt wurden. Die anonymisierten Rückmeldungen der Betroffenen wurden seit 2007 gesammelt und in einer Datenbank eingegeben und so konnten wir schon vor Jahren eine „Bedarfsstudie“ über einen Fünfjahreszeitraum erstellen, die die Situation der Brustkrebs-Betroffenen widerspiegelte.

Erstmals wurden sog. Duschkarten produziert und verteilt, die das Thema „Vorsorge“ in die Haushalte brachten. Über den Pink Tie-Ball – den ausschließlich Ehrenamtliche des Vereins organisiert haben – konnten wir die kostspieligen Races organisieren, die – ebenfalls von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern, Freunden und Helfern geschaffen – die Betroffenen nachweislich in Bewegung bringen. Die spezifische Herangehensweise, ein Thema voranzubringen, eine große Kraft freizusetzen, ließ uns gemeinsam mit den modernen Unternehmen, die unsere Aktionen unterstützen, viel bewegen. Die durch die Kooperation aufgebauten internationalen Kontakte zu Wissenschaft und Forschung boten dem Verein den notwendigen Überblick.

Wie bei allem ist aber nicht nur die „Aktion“, sondern eben auch die Achtsamkeit ein Schlüssel zum Erfolg. Achtsamkeit bei der Vorsorge, Achtsamkeit bei der Wahl der Partnerschaften, Achtsamkeit, wenn Parameter sich ändern. Das Thema „Brustkrebs“ bekannt zu machen, ist – wie es scheint – erfolgreich abgearbeitet. In kaum einem anderen Land sind so viele Informationen über Vorsorge und Behandlung frei zugänglich und meist kostenfrei erhältlich wie hierzulande. Durch unsere langjährigen Aufklärungskampagnen und Vorträge, die wir auch in Unternehmen halten, wurde uns deutlich, wie gut die Frauen und Männer informiert sind. Groß und klein wissen zwischenzeitlich, dass Rauchen, Alkohol, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel gefährliche Risiken darstellen.

Die kooperierenden Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern viele Möglichkeiten zur Verbesserung des Lebensstils – hier ist ein Richtungswechsel deutlich erkennbar und sollte auch anerkannt werden. Es gibt staatliche Krebsregister, Kapitalgesellschaften, die sich um die Generierung von Daten bemühen, zielgerichtete Publikationen, die alle Belange ausführlich reflektieren wie u. a. diese Zeitschrift. Es gibt unzählige Informationsangebote von gemeinnützigen Organisationen, Hotlines für Ratsuchende – wie z. B. vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg angeboten – und erstklassig organisierte Patiententage oder Fachveranstaltungen, die deutschlandweit gut besucht sind. Die heutigen Patienten sind – wenn sie es wünschen – sehr gut informiert und unsere Mediziner tun alles, um die bestmöglichen Lösungen bei der Krebsbehandlung anbieten zu können.

Aktuell gibt es vom Bundesministerium für Gesundheit den ersten „Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland“. Es scheint, als fühlten sich die Patienten mit der medizinischen Versorgung in Deutschland gut betreut, außer vielleicht, dass es in manchen Fällen noch zu lange dauert bis Ergebnisse vorliegen und dass manche Patienten auch nach Abschluss der Therapie mehr persönliche Gespräche mit dem Arzt wünschen. Dass unsere Mediziner alles daran setzen, die Heilungschancen weiter zu verbessern, davon können wir verbindlich ausgehen. Was wären nun also zukunftsorientierte Aufgaben von Nichtmedizinern? Wodurch könnte eine tief greifende Wandlung und Verbesserung erfolgen? Wie könnte das Erreichte nun neu geordnet und weiter entwickelt werden? Vielleicht wäre der verstärkte Fokus auch auf die Gesunderhaltung, die sich nicht nur an der früh erkannten Diagnose orientiert, angebracht. Vielleicht sollten zur Früherkennung zusätzlich neue Wege beschritten werden. Hier stehen wir vor großen Herausforderungen und viel Unbewältigtem, das wir angehen wollen.

Benefizläufe

Darüber hinaus ist die Revolution der Zärtlichkeit ein weiterer Aspekt bei der Verbesserung von Lebensumständen und den psychosozialen Beziehungen. Sie scheint in vollem Gange und diesbezüglich konnten und können wir Vieles neu gestalten. Was als zarte Bemühung um einen Benefizlauf begann, hat sich zu einem wahrhaften „Heilmittel“ entwickelt. Unsere Races waren schon immer ein Ort der wunderbaren Stimmung, aber die vielen neuen Freundschaften, die wir besonders im letzten Jahr schließen konnten, haben uns darin bestärkt, dieses „Heilmittel“ weiter zu entwickeln.

In Köln stand vor einigen Jahren der erste Mann als Survivor auf unserer Bühne. Das „Netzwerk der Männer mit Brustkrebs“ unter dem Dach der Frauenselbsthilfe nach Krebs, mit der wir freundschaftlich verbunden sind, zeigt einen unglaublichen Zusammenhalt. Zwischenzeitlich haben wir auch guten Kontakt zu den Partnern unserer Survivor, die mit der Kraft ihrer Liebe Unglaubliches bewirken: Töchter und Söhne von Betroffenen, die sich ehrenamtlich bei uns engagieren und ohne die die Races kaum zu organisieren wären, Mitglieder der Race-Komitees, die nach den Races alle erprobte Krisenmanager sind und die verlässliche Freundschaften begründet haben. Helfer, die sich bedanken, dabei sein zu können, und ihren Teil beitragen konnten, dass dieser Event ein Erfolg wurde.

Vorstände, die zum Dank für diese Hilfe für die Volunteers kochen. Dieses Projekt vollzieht gerade den Einzug in viele Unternehmen und soll „Dankesagen“ wieder zur Mode machen. Zu dem Kreis der Freunde gehören seit dem diesjährigen Race for Survival erstmals auch Witwer, die den Lauf als Ort der Erinnerung, dem liebevollen Gedenken sehen und sich an die gemeinsame Teilnahme mit der Frau ihres Herzens erinnern. Dies stimmt den Leser möglicherweise traurig, ist es aber nicht, denn die Liebe zu den Verstorbenen bringt auch Energie zurück, hilft einem selbst und anderen. Das Netzwerk dieser Männer bringt ebenfalls eine große Power mit zu unserem Event.

Zärtlichkeit in Form von „Fürsorge“ oder „Schutz“ sehen wir bei all unseren Vorträgen in den Unternehmen. So viel Mitgefühl unter Kollegen – auch für uns ist es stets eine Bereicherung, dort Gast sein zu dürfen. Und wieder sind es meist Töchter oder Schwestern, die ihre Arbeitgeber motivieren, derartige Veranstaltungen zu ermöglichen. Bei unserem diesjährigen Frankfurter Race for Survival waren 118 Teams dabei. Ärzte, die gemeinsam mit ihren Patienten/-innen von weither anreisen, um ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu leben. Was für eine positive Energie wird dadurch erzeugt! Es ist eine wahre Revolution der Zärtlichkeit.

Corinna Saric
Mitglied des Vorstands

Quelle: Leben? Leben! 1/2017

19.05.17

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