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Therapieerfolg bei Brustkrebs

Ernährung und Gewicht spielen eine Rolle

Ein gesundes Körpergewicht kann sich bei an Brustkrebs erkrankten Frauen günstig auf den Krankheitsverlauf auswirken. Laut einer amerikanischen Studie, die beim Jahrestreffen der amerikanischen Endocrine Society in Boston vorgestellt wurde, ist bei schlankeren Frauen die Wahrscheinlichkeit, die Krankheit auf lange Sicht zu überleben, größer. Eine weitere Untersuchung weist auf einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Tumorwachstum hin.

Für die erste Untersuchung wurden knapp 4.000 Brustkrebspatientinnen beobachtet, die zwischen 1995 und 2006 ihre Diagnose erhalten hatten. Es stellte sich heraus, dass es eine Verbindung zwischen Übergewicht und Sterblichkeitsrate an Brustkrebs gab. Besonders bei übergewichtigen Frauen mit einem Östrogenrezeptor-positiven Brustkrebs stellten die Wissenschaftler diesen Zusammenhang fest, nicht jedoch bei Patientinnen mit Hormonrezeptor-negativem Brustkrebs, erklärt die Studienleiterin Dr. Christina Dieli-Conwright.

Die Forscher setzten für die Studie die Definition von Übergewicht jedoch relativ hoch an – mit einem BMI von 30 oder mehr. Der BMI der Teilnehmerinnen wurde mittels Fragebogen ermittelt – einmal zum Zeitpunkt der Diagnose und im Alter von 18 Jahren. Frauen, die zum Zeitpunkt der Diagnose übergewichtig waren, hatten eine 69 % größere Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu versterben als nicht übergewichtige Frauen. Die Sterblichkeit war ebenfalls erhöht für Frauen, die mit 18 Jahren einen erhöhten BMI (zwischen 25 und 29) hatten.

Bei der Analyse der Sterblichkeit und des Östrogenrezeptor-Status fanden die Forscher heraus, dass für Frauen mit einem Östrogen-abhängigen Brustkrebs das Sterblichkeitsrisiko umso größer war, je höher der BMI war. Diese Verbindung gab es für Frauen mit Östrogen-negativem Brustkrebs nicht. Wie Dieli-Conwright ausführt, haben übergewichtige Frauen mehr zirkulierendes Östrogen im Körper, was diesen Befund erklären könnte. Die Ergebnisse bestätigen frühere Studien, die darauf hinweisen, dass Übergewicht das Risiko erhöht, einen Brustkrebs zu entwickeln und daran zu versterben.

Studie zu kohlenhydratarmer und proteinreicher Ernährung

Eine weitere Studie, die in dem Fachjournal Cancer Research veröffentlicht wurde, zeigt, dass eine Ernährung mit wenig Kohlenhydraten und viel Proteinen das Tumorwachstum verlangsamen könnte. Die Untersuchung wurde an Mäusen durchgeführt, die Forscher glauben jedoch, dass sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen können.

Dr. Gerald Krystal vom British Columbia Cancer Research Centre und sein Team implantierten verschiedenen Mäusestämmen menschliche bzw. Mäuse-Tumorzellen und teilten sie in zwei Gruppen ein. Die erste Gruppe erhielt eine typische westliche Kost bestehend aus 55 % Kohlenhydraten, 23 % Proteinen und 22 % Fett. Die zweite Gruppe erhielt eine Art „South-Beach-Diät“, d. h. eine Kost mit höherem Proteinanteil von 58 %, nur 15 % Kohlenhydraten und 26 % Fett. Das Ergebnis: Die Tumorzellen wuchsen durchweg langsamer bei der zweiten Ernährungsweise.

Aus der Gruppe von Mäusen, die genetisch prädisponiert waren, Brustkrebs zu entwickeln, und die kohlenhydratreiche Kost erhielten, bekam fast die Hälfte im ersten Lebensjahr Brustkrebs, während dies bei keiner Maus aus der „South-Beach-Gruppe“ der Fall war. Im weiteren Verlauf erkrankten rund 70 % der kohlenhydratreich ernährten Mäuse an Brustkrebs, jedoch nur 30 % der anderen Gruppe. Tatsächlich erreichte nur eine der Brustkrebs-Mäuse mit westlicher Kost eine normale Lebensspanne von zwei Jahren – bei der anderen Gruppe war es mehr als die Hälfte.

Eine Erklärung für diese Ergebnisse könnte sein, dass Tumorzellen, anders als normale Zellen, signifikant mehr Glukose für ihr Wachstum benötigen, erklärt Krystal. Weniger Verzehr von Kohlenhydraten kann den Blutzuckerspiegel und auch die Insulinausschüttung senken. Zudem könnte eine proteinreiche und kohlenhydratarme Ernährung das Immunsystem anregen, Krebszellen zu bekämpfen.

Quelle: Befund Krebs 4/2011

09.05.17

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