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Psychische Erkrankungen

Psychische Erkrankungen erkennen und behandeln

Verstimmungen und Tiefpunkte kennt jede Frau in ihrem Leben. Sie kommen und sie gehen. Situationsbedingt auftretende Ängste oder „kleine Eigenheiten“ sind ebenfalls Dinge, die nicht auf tiefer greifende Störungen oder gar seelische Erkrankungen hindeuten müssen. Die Grenze ist beispielsweise zwischen Verstimmung und Depression sowie zwischen zeitweilig auftretender Angst und einer Angststörung in der Regel nicht trennscharf. Zwei der Indizien für eine psychische Erkrankung oder Störung ist einerseits ein selbst empfundener Leidensdruck, andererseits spielt der Faktor „Zeit“ oftmals eine Rolle:

Wer aus Liebeskummer kaum etwas isst, hat in der Regel keine Essstörung. Wer kurzfristig niedergeschlagen und/oder ohne Antrieb ist, hat vermutlich keine Depression. Tritt das hier beschriebene Verhalten über einen längeren Zeitraum immer wieder auf, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine psychische Erkrankung handelt.

„Psychische Erkrankung“ ist ein nach wie vor genutzter Begriff. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) verwendet allerdings inzwischen stattdessen den Begriff „psychische Störung“. „Seelische Störung“ ist ebenfalls gebräuchlich.

Psychische Erkrankung bei Frauen und Männern

Als typische psychische Erkrankungen bezeichnet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Angst- und Zwangsstörungen, Depressionen, Essstörungen und Psychosen. Als Psychose werden psychische Erkrankungen bezeichnet, bei denen es Patienten schwer fällt, Wirklichkeit und Vorstellung voneinander zu unterscheiden. Die im Frauengesundheitsportal der BZgA veröffentlichten Zahlen lassen bei den häufigen psychischen Störungen Depression und Angststörung eine Dominanz weiblicher Patienten erkennen: So durchlaufen in Deutschland laut Zahlen der BZgA fünfzehn Prozent der Frauen und acht Prozent der Männer mindestens eine depressive Phase in ihrem Leben. In jedem Jahr erleiden zwanzig Prozent der Frauen und fast zehn Prozent der Männer eine Angststörung.

Menschen mit einer Angststörung entwickeln Ängste, die ihr Leben oft nachhaltig negativ beeinflussen, etwa die Angst vor Fahrten mit Auto oder Bus. Bei Zwangsstörungen wiederholen Betroffene beispielsweise Handlungen wie Händewaschen oder das Schließen von Türen und Fenstern zwanghaft.

Ursachen der psychischen Störungen

Die ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) in der Version der Weltgesundheitsorganisation klassifiziert psychische Störungen in Kapitel V (F00 – F99) und zählt neben oben genannten psychischen Störungen unter anderem auch Demenz und psychische Störungen aufgrund von Sucht dazu. Die Ursachen psychischer Störungen sind so mannigfaltig wie die Störungen selbst. Die ICD-10 klassifiziert etwa organische psychische Störungen, bei denen eine körperliche Ursache zugrunde liegt. Daneben können traumatische Erfahrungen in der Kindheit oder in fortgeschrittenem Alter eine Ursache sein.

Wer bietet Hilfe?

Bisweilen äußern Menschen Scheu, sich bei einer psychischen Erkrankung Hilfe zu holen, oder sie ignorieren die Störung, weil sie Angst vor einer Stigmatisierung haben. Aus diesem Grund kämpfen Organisationen wie das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit für einen offenen und toleranten Umgang der Gesellschaft mit psychischen Störungen. Die Seite des Aktionsbündnisses nennt auch erste Anlaufstellen für Betroffene. Neben professionellen Therapeuten kann die Selbsthilfe ihren Beitrag zur Hilfe leisten. Abgeklärt werden sollte im Rahmen einer Diagnose auch, ob der seelischen Störung körperliche Ursachen zugrunde liegen. Nur durch eine fundierte Diagnose ist eine geeignete Therapie möglich.

Ansgar Sadeghi

02.09.11

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