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Biologika in der Therapie von Psoriasis

Biologika sind biotechnologisch hergestellte Substanzen, teilweise Hormone, teilweise Antikörper. Sie sind nahezu identisch zu körpereigenen Proteinen und erfüllen oder blockieren deren Aufgabe. Dr. Sandra Philipp, Berlin, erklärt im Interview, wie Biologika wirken und wie sie in der Behandlung von Psoriasis eingesetzt werden.

Wie wirken Biologika?

In der Psoriasisbehandlung wird der Tumor Nekrose Faktor Alpha Blocker (TNF) eingesetzt. Das ist ein Botenstoff, der von Zellen produziert wird und einer der Hauptgründe für die Entzündungsreaktion in der Haut bei Psoriasis ist. Wenn ein Patient dieses Medikament erhält, kann dieser Botenstoff nicht mehr an die Oberflächenmoleküle der Zellen andocken und somit seine Wirkung nicht mehr ausüben. D. h. letztendlich, dass die Entzündungsreaktion unterbrochen wird. Das Ziel der Behandlung mit Biologika ist, die Entzündungsreaktion zu stoppen.

Für wen kommt eine Behandlung mit Biologika infrage?

Seit mittlerweile zehn Jahren werden Psoriasispatienten mit Biologika behandelt. Sie werden als sog. „Second-Line-Therapie“ eingesetzt, d. h., sie werden bei der Schuppenflechte nicht als erstes Präparat verschrieben, sondern erst wenn die anderen Therapien nicht mehr anschlagen oder eine unerwünschte Wirkung auftritt. Biologika kommen für Patienten infrage, die eine mittlere bis schwere Psoriasis haben. Es gibt die sog. 10er-Regel, das bedeutet, wenn 10 % der Körperoberfläche betroffen sind, wenn der Patient enorme Einbußen der Lebensqualität verzeichnet oder wenn Körperflächen wie Hände oder Gesicht betroffen sind, die dazu führen, dass der Patient enorm eingeschränkt ist, dann wird eine Behandlung mit Biologika in Betracht gezogen. Dadurch, dass sich die bestehenden Präparate bereits gut in der Psoriasisbehandlung bewährt haben, wägt der Arzt ab, ob er dem Patienten Biologika verschreibt. Der Arzt muss abklären, ob die Präparate für den Patienten überhaupt infrage kommen, da sie das Immunsystem beeinflussen.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sind zu beachten?

Wichtig ist, dass der behandelnde Arzt eine ausführliche Voruntersuchung macht, um chronische Erkrankungen auszuschließen. Wenn beispielsweise chronische Infektionen nicht ausgeschlossen sind, können sie durch die Biologika-Behandlung wieder ausbrechen und das sollte unbedingt vermieden werden.

Wie läuft die Biologika-Behandlung ab?

Die Präparate werden nicht in Tablettenform verabreicht, sondern gespritzt. I. d. R. kann der Patient das auch selbst machen. Das Spritzen ist inzwischen für den Patienten relativ einfach, es gibt sogar fertige Spritzen und Pens. Die Häufigkeit der Anwendung hängt vom jeweiligen Präparat ab: Es gibt welche, die werden nur alle drei Monate gespritzt, andere werden einmal in der Woche verabreicht. Prinzipiell handelt es sich bei der Biologika-Behandlung um eine Dauertherapie, weil die Psoriasis eine chronische Erkrankung ist. Bei manchen Präparaten ist es kontraproduktiv, wenn Patienten mit der Behandlung anfangen und zwischendurch immer wieder aufhören. Dadurch besteht die Gefahr, dass der Patient Antikörper gegen das Präparat entwickelt und es dann nicht mehr wirkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Schuppenflechte zurückkehrt ist erhöht, sobald die Behandlung unterbrochen wird.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Bei Biologika handelt es sich um Fremdeiweiße und deswegen kann es bei Patienten zu einer allergischen Reaktion kommen. Wenn der Patient einen Infekt hat, kann es passieren, dass dieser heftiger ausfällt oder schwerer verläuft als ohne die Einnahme von Biologika. Deswegen ist es wichtig, dass der Patient, wenn er beispielsweise eine Erkältung hat, Rücksprache hält mit seinem behandelnden Arzt. Um zu vermeiden, dass er eine Infektion verschleppt und es dadurch zu Komplikationen kommt.

Worauf muss der Patient achten?

Der Patient sollte auf seinen Körper hören. Wenn er eine Infektion hat, sollte er zum Arzt gehen und regelmäßig Kontrolluntersuchungen wahrnehmen. Zu Beginn der Behandlung sollte eine Kontrolluntersuchung bereits nach vier Wochen stattfinden, um zu sehen, ob der Patient die Therapie gut verträgt. Anschließend werden die Abstände länger und es reicht aus, wenn der Patient alle zwei bis drei Monate zum Arzt geht.

Quelle: Patient und Haut 2/2014

22.04.15