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Diabetes: Was ist die Basis-Bolus-Therapie?

Wenn es um die Therapie bei Diabetes geht, ist auch immer wieder vom Basis-Bolus-Konzept die Rede. Doch was steckt genau dahinter?

Bei der Basis-Bolus-Therapie handelt es sich um eine Behandlung mit Insulin, die bei Diabetes angewendet wird. Nach Angaben von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe werden dabei ein bis drei Injektionen Verzögerungsinsulin gegeben, die den Stoffwechselgrundbedarf abdecken – die Basis – sowie Kurzzeit-Insulininjektionen vor den jeweiligen Mahlzeiten, was als Bolus bezeichnet wird.

Flexibilität im Alltag

Das Basis-Bolus-Konzept wird bei der intensivierten Insulintherapie angewendet. Laut Diabetes Ratgeber wird damit die normale Insulinausschüttung eines stoffwechselgesunden Menschen nachgeahmt. Zudem sind Menschen, die diese Methode anwenden, flexibler in ihrem Alltag, da sie das kurz wirkende Insulin entsprechend dosieren können.

Was muss man beim Bolus beachten?

Um den Bolus zu berechnen, muss man verschiedene Faktoren einbeziehen: Zum einen kommt es darauf an, wie viele Kohlenhydrate eine Mahlzeit hat. Auch der Fett- und Eiweißanteil sollte dabei – wenn auch im geringeren Maße – mit berechnet werden. Ein weiterer Faktor ist der aktuelle Wert des Blutzuckers und schließlich ist die aktuelle Insulinempfindlichkeit noch von Bedeutung. Denn diese ist nicht immer gleich – sondern variiert je nach Tageszeit, Krankheiten oder zuvor betriebenem Sport, so der Diabetes Ratgeber.

Der Basalbedarf wird bei stoffwechselgesunden Menschen durch immer wieder kleine Mengen ausgeschüttetes Insulin, die die Bauchspeicheldrüse kontinuierlich abgibt, gedeckt. Menschen mit Diabetes spritzen hierfür hingegen ein lang wirkendes Insulin, das diese Grundrate an Insulinbedarf abdeckt.

Anwendung bei Insulinpumpe

Neben den Insulininjektionen bei der „klassischen“ intensivierten Insulintherapie kommt das Basis-Bolus-Prinzip vor allem bei der Anwendung einer Insulinpumpe zum Tragen: Denn diese gibt, ähnlich wie die Bauchspeicheldrüse, rund um die Uhr Basalinsulin an den Körper ab. Zu den Mahlzeiten betätigt der Anwender dann einen kleinen Knopf an seiner Pumpe und löst den Bolus aus.

Die Basis-Bolus-Methode erlaubt Flexibilität im Alltag und soll durch die bedarfsgerechte Verabreichung des Insulins einen normalen Stoffwechsel auch im Hinblick auf Blutzuckerentgleisungen und Folgeerkrankungen weitgehend nachahmen. Mittlerweile sind Therapien, die so aufgebaut sind, häufig der Standard als beispielsweise Insulinspritzen nach festem Schema. Das bedeutet aber auch, dass Menschen mit Diabetes in der Lage sein müssen, ihren Diabetes zu managen und die Therapie selbstständig durchzuführen. Regelmäßiges Blutzuckermessen und Berechnen der Kohlenhydratanteile in den Mahlzeiten gehören dazu. Schulungen vermitteln hierfür das notwendige Wissen.

Quelle: Befund Diabetes 4/2018

20.03.19