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Diabetes und Schädigung von Blutgefäßen

Diabetespatienten haben ein etwa dreifach höheres Risiko, eine Erkrankung der Herzkranzgefäße zu erleiden. Eine optimale Diabetestherapie sowie eine Änderung des Lebensstils können Abhilfe schaffen.

Dabei spielt nicht nur der Blutzucker eine Rolle, sondern auch Faktoren wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Rauchen. Das erläutern Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Harald Sourij und Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Dirk von Lewinski von der Medizinischen Universität Graz auf aktive-diabetiker.at. Etwa 30 % der Menschen mit Diabetes und längerer Diabetesdauer erleiden einen stummen Herzinfarkt, der sich erst im EKG zeigt und von den Betroffenen selbst nicht wahrgenommen wird. Das liegt auch an der Schädigung der Nerven durch den Diabetes, wodurch die Schmerzleitung vom Herzen zum Gehirn beschädigt ist.

Schädigung der Blutgefäße als Spätfolge

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen makrovaskulären Komplikationen, die die großen Blutgefäße betreffen, und mikrovaskulären Komplikationen, die die kleinen Blutgefäße betreffen. Beides sind Spätkomplikationen, die bei Diabetespatienten auftreten können. So kann es z. B. zur Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) kommen, die Herzkranz-, Hirn- oder Beingefäße betreffen kann. Dadurch weisen Menschen mit Diabetes nicht nur ein erhöhtes Herzinfarktrisiko auf, sondern auch ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

Die Gefäßverkalkung entsteht durch eine Schädigung der Gefäßinnenwand, was das Anheften von Blutplättchen und weißen Blutzellen begünstigt. Diese rufen eine lokale Entzündungsreaktion hervor und fördern die Ablagerung von Fettpartikeln an der Gefäßwand. Zwar kommt es bei allen Menschen im Alterungsprozess zu diesem Vorgang, Diabetes, Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Rauchen und Übergewicht erhöhen aber das Risiko. Denn der erhöhte Blutzucker bei Diabetes führt zu einer Fehlfunktion und Schädigung der Gefäßinnenwand. Das gilt besonders für Patienten mit Typ-2-Diabetes, bei denen häufig Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck auftreten.

Regelmäßige Gefäßuntersuchungen sind wichtig bei Diabetes

Gefäßerkrankungen bleiben häufig lange unbemerkt. Daher ist es wichtig, dass Menschen mit Diabetes regelmäßig Gefäßuntersuchungen vornehmen lassen. Dazu gehören neben Ultraschalluntersuchungen auch das Belastungs-EKG und die Kontrolle der Blutzuckereinstellung.

Das Fortschreiten der Atherosklerose so gering wie möglich zu halten, gelingt mit einer guten Diabetestherapie und dem zusätzlichen Augenmerk auf Blutfettwerte und Bluthochdruck. Zudem können Betroffene selbst Abhilfe schaffen, denn eine Änderung des Lebensstils und eine gute Einstellung des Blutzuckers können vor Herzerkrankungen und Herzinfarkten schützen.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 1/2018

21.08.18